Hund läuft entspannt an lockerer Leine neben seinem Menschen

🐾 Neue Kurse im Buchungssystem – jetzt anmelden!

Das Frühjahr bringt frischen Wind – und drei neue Kurse, auf die viele von euch schon gewartet haben! Ab sofort könnt ihr euch direkt über unser Buchungssystem anmelden. Hier kommt ein kurzer Überblick, was euch erwartet:


Die jungen Wilden 2 – Aufbaukurs für Junghunde

Start: Mittwoch, 22. April | 17:15 Uhr

Ihr habt „Die jungen Wilden“ gemeinsam gemeistert – und jetzt wollt ihr dranbleiben? Sehr gut! Im Aufbaukurs vertiefen wir die Grundsignale, trainieren Leinenführigkeit und Rückruf unter echten Alltagsbedingungen und stärken die Orientierung und Impulskontrolle eures Junghundes. Schritt für Schritt, ohne Druck, aber mit klarer Struktur – für einen wirklich zuverlässigen Alltagsbegleiter.

👉 12 Wochen | Für Teams mit Grundlagenwissen aus „Die jungen Wilden“ oder vergleichbarem Kurs

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Reiß dich mal zusammen! – Impulskontrolle & Frustrationstoleranz INTENSIV

Start: Montag, 28. April | 18:30 Uhr

Zieht dein Hund an der Leine, dreht bei Begegnungen auf oder kann kaum warten? Dann ist dieser Kurs genau das Richtige. Wir arbeiten intensiv an Selbstbeherrschung und Gelassenheit – damit euer Alltag entspannter wird. Die Theorie bekommt ihr bequem vorab als Videos über Mentortools, die Praxis trainieren wir gemeinsam in fünf Einheiten à einer Stunde.

👉 Online-Theorie + 5x 1 Std. Praxistraining | Für Hunde, die schnell auf Reize reagieren oder sich schwer regulieren können

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Leinenführigkeit – Entspannte Spaziergänge für euch beide

Start: Montag, 21. April | 16:00 Uhr

Leinenzerren war gestern! In diesem 6-Wochen-Kurs lernt ihr Schritt für Schritt, wie euer Hund sich zuverlässig an euch orientiert – auch wenn andere Hunde, Radfahrer oder Ablenkungen auftauchen. Fairer Trainingsaufbau, positive Verstärkung und alltagstaugliche Übungen: So macht gemeinsames Spazierengehen wieder Spaß.

👉 6 Wochen | Für alle Hunde, die das Ziehen an der Leine noch nicht abgelegt haben

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Alle Kurse starten im April – also sichert euch jetzt euren Platz, bevor die Buchungen voll sind! 🐕

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Hund wartet im Kofferraum bis er aussteigen darf – Hundeerziehung im Alltag

Wer erzieht hier eigentlich wen?

Stell dir folgende Szene vor: Das Auto parkt, die Heckklappe geht auf – und der Hund springt sofort heraus. Er landet, schnuppert kurz, zieht schon in Richtung Eingang. Die Leine spannt sich, der Mensch läuft hinterher. In der Halle angekommen dreht der Hund eine Runde, begrüßt alles und jeden – und irgendwann, wenn er fertig ist, kommt er auch mal kurz beim Menschen an.

Das Training hat noch gar nicht begonnen. Und trotzdem hat der Hund in diesen ersten Minuten bereits eine Menge gelernt.

Er hat gelernt: Ich entscheide wann ich aus dem Auto springe. Ich entscheide wohin wir gehen. Ich entscheide wann ich mich orientiere.

Genau das ist der Punkt, den viele unterschätzen: Erziehung findet nicht nur in der Trainingsstunde statt. Sie findet immer statt – in jeder Situation, in jedem Moment, in dem du mit deinem Hund zusammen bist. Die Frage ist nur, wer gerade erzieht.

Was Erziehung wirklich bedeutet

Erziehung hat nichts mit Härte zu tun. Und auch nichts mit Drill oder Strenge. Es geht darum, deinem Hund einen klaren Rahmen zu geben – verlässliche Regeln, die immer gelten und an denen er sich orientieren kann.

Hunde brauchen diesen Rahmen. Nicht weil sie kontrolliert werden müssen, sondern weil klare Strukturen ihnen Sicherheit geben. Ein Hund der weiß was von ihm erwartet wird, ist entspannter, ausgeglichener und leichter zu führen als ein Hund der ständig selbst entscheiden muss.

Das Gegenteil von Erziehung ist nicht Freiheit – es ist Orientierungslosigkeit.

Kleine Momente, große Wirkung

Es sind selten die großen Trainingseinheiten die eine Beziehung zwischen Mensch und Hund prägen. Es sind die vielen kleinen Momente die einfach so passieren – weil der Alltag eben aus ihnen besteht. Drei davon kennst du wahrscheinlich:

Das Auto: Der Hund springt heraus sobald die Klappe aufgeht. Nicht weil er böse ist, sondern weil er es darf. Niemand hat ihm beigebracht zu warten. Also entscheidet er selbst – und das Ergebnis ist ein Hund der von Anfang an vorauseilt, bevor der gemeinsame Spaziergang überhaupt begonnen hat.

Die Haustür: Wer geht zuerst durch die Tür? Klingt wie eine Kleinigkeit. Ist es aber nicht. Die Tür ist ein Übergang – von innen nach außen, von bekannt nach unbekannt. Wer diesen Übergang kontrolliert, gibt die Richtung vor. Wenn dein Hund immer als erster durch die Tür drängt, hat er diese Entscheidung längst übernommen.

Die Leine: Dein Hund zieht, weil er schnüffeln will – und du läufst hinterher, weil es einfacher ist. Kurz danach soll er plötzlich ordentlich neben dir herlaufen. Für dich ist das situativ, für ihn ist es widersprüchlich. Er hat gerade gelernt dass Ziehen funktioniert. Warum sollte es jetzt nicht mehr funktionieren?

Keine dieser Situationen ist dramatisch. Zusammen – und mit vielen anderen kleinen Momenten des Alltags – ergeben sie aber ein klares Bild: Wer hier wen erzieht.

Das Problem mit den halbherzigen Regeln

Eines der häufigsten Muster das wir im Training erleben: Regeln die manchmal gelten – und manchmal nicht.

Der Hund darf anspringen wenn du nach Hause kommst und guter Laune bist. Aber wenn du gestresst bist oder frisch angezogen, soll er es plötzlich lassen. Er darf an der Leine ziehen wenn er schnüffeln will – und kurz danach soll er ordentlich neben dir herlaufen. Er darf manchmal durch die Tür stürmen, manchmal wird er aufgehalten.

Für uns Menschen macht das situativ Sinn. Für den Hund ist es schlicht verwirrend. Er kann nicht unterscheiden ob heute ein Anspringen-Tag ist oder nicht. Er kann nicht ahnen wann Ziehen erlaubt ist und wann nicht. Was er lernt ist: Die Regeln sind unvorhersehbar. Also testet er ständig aus was gerade gilt.

Das ist kein Trotz. Das ist ein Hund der versucht, sich in einer unklaren Situation zurechtzufinden.

Warum Regeln keine Einschränkung sind – sondern eine Erleichterung

Hier steckt ein Gedanke, der viele überrascht: Hunde erleben klare Regeln nicht als Einschränkung. Sie erleben sie als Erleichterung.

Ein Hund ohne klaren Rahmen muss ständig selbst Entscheidungen treffen. Was darf ich? Was nicht? Was passiert wenn ich das tue? Diese permanente Unsicherheit ist anstrengend. Sie erzeugt Stress – auch wenn er von außen nicht immer sichtbar ist.

Ein Hund mit klarem Rahmen weiß woran er ist. Er muss nicht testen, nicht austüfteln, nicht abwarten. Er kann sich entspannen, weil jemand anderes die Verantwortung übernimmt. Und das ist – aus Hundesicht – eine große Erleichterung.

Grenzen geben Sicherheit. Verlässlichkeit schafft Vertrauen. Das gilt für Kinder genauso wie für Hunde.

Liebevolle Konsequenz – was das konkret bedeutet

Konsequenz klingt für viele nach Strenge. Dabei bedeutet es im Grunde nur: verlässlich sein.

Nicht für alles auf einmal – das wäre für dich genauso überwältigend wie für den Hund. Sondern: such dir ein Thema aus das dir wichtig ist, und bring deinem Hund das bei – konsequent und von Anfang an. Zum Beispiel: Wir gehen gemeinsam durch die Haustür. Du öffnest die Tür, dein Hund wartet und geht erst los wenn du das Okay gibst. Das ist keine Übung die ihr irgendwann abhakt – das ist eine Regel die ab sofort immer gilt. Nicht manchmal. Immer.

Wenn das sitzt, kommt das nächste Thema. So entsteht nach und nach ein Hund der weiß woran er ist – und der sich genau deshalb entspannen kann.

Das Schöne daran: Du musst dabei weder laut noch streng sein. Ein ruhiges, klares Nein reicht. Eine freundliche aber bestimmte Geste reicht. Was zählt ist nicht die Intensität deiner Reaktion, sondern ihre Verlässlichkeit.

Wie du anfängst – ein kleiner Fahrplan

Du musst nicht alles auf einmal ändern. Hier ist ein einfacher Einstieg:

Schau dir euren Alltag an und such eine Situation die dich wirklich stört – etwas das täglich vorkommt und bei dem du dir wünschst, es wäre anders. Nur eine Situation, nicht fünf.

Überleg dir dann ganz konkret wie es stattdessen aussehen soll. Nicht „er soll sich besser benehmen“, sondern: Was genau soll dein Hund tun? Warten bis du die Autoklappe schließt und das Okay gibst? Neben dir durch die Tür gehen statt voranzustürmen?

Dann bleib dabei. Jeden Tag. In jeder Situation. Freundlich, ruhig – aber konsequent.

Du wirst schnell merken: Wenn an einer Stelle Klarheit entsteht, verändert sich oft auch anderes ganz von selbst. Denn dein Hund lernt nicht nur die konkrete Regel – er lernt dabei auch, dass du derjenige bist der den Rahmen vorgibt. Und das ist die Grundlage für alles andere.

Und wenn es nicht klappt?

Manchmal steckt man fest. Die Regel gilt – und trotzdem passiert es wieder und wieder. Dann lohnt es sich, einen zweiten Blick darauf zu werfen: Gibt es Momente wo die Regel doch nicht gilt? Reagierst du in manchen Situationen anders als in anderen? Oder braucht dein Hund gerade einfach etwas mehr Unterstützung?

Genau für diese Fragen sind wir da. Im Einzeltraining schauen wir gemeinsam auf euren Alltag – nicht nur auf das was in der Trainingsstunde passiert, sondern auf das was zuhause, am Auto und an der Haustür wirklich läuft. Denn dort fängt es an.

Melde dich gerne bei uns – wir schauen gemeinsam was euch wirklich weiterhilft.

Hundetrainerin Sabine Ehrhardt erklärt Kursteilnehmern Hundetraining in der Hundeschule Bornheim

Du & Dein Hund – warum versteht ihr euch manchmal einfach nicht?

Workshop für mehr Harmonie zwischen euren Persönlichkeiten

Kennst du das Gefühl, dass du und dein Hund manchmal einfach aneinander vorbeilebt? Dass Trainingseinheiten frustrierend sind, obwohl ihr beide euer Bestes gebt? Oft liegt es nicht am fehlenden Willen – sondern daran, dass zwei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinandertreffen, die sich noch nicht wirklich kennen.

Genau hier setzt unser Workshop an.

Was euch erwartet

Eine Persönlichkeitsanalyse für dich und deinen Hund zeigt, wo eure Stärken liegen – und wo Missverständnisse entstehen. Du lernst die verschiedenen Persönlichkeitstypen von Hunden kennen, verstehst wie deine eigene Persönlichkeit das Verhalten deines Hundes beeinflusst – und umgekehrt. Mit konkreten Übungen stärkt ihr Empathie, Klarheit und gegenseitiges Vertrauen.

Für wen ist der Workshop?

Für dich, wenn du manchmal das Gefühl hast, deinen Hund nicht wirklich zu verstehen – oder dich fragst, welche Rolle du selbst in eurer Beziehung spielst. Und für alle, die Herausforderungen im Alltag lösen möchten, ohne dass einer von euch dabei auf der Strecke bleibt.

Eure Trainerinnen

Sabine ist ausgebildete Sozialarbeiterin und hat fast zwei Jahrzehnte lang mit Menschen in herausfordernden Lebenssituationen gearbeitet, bevor sie das Hundetraining 2016 zu ihrem Vollzeitberuf machte. 2024 hat sie ihre Arbeit um eine Weiterbildung zur Systemischen Hundetrainercoach erweitert. Diese Kombination aus Menschenkenntnis und Hundeexpertise ist die Grundlage dieses Workshops.

Catharina ist seit 2023 festes Mitglied der Hundeschule und hat die Weiterbildung zur Systemischen Hundetrainercoach ebenfalls 2024 gemeinsam mit Sabine absolviert. Ihr frischer, unverstellter Blick macht ihre Arbeit mit Mensch-Hund-Teams besonders wertvoll.

Praktisches

Kaltgetränke und Kaffee sind inklusive. Eine Stunde Mittagspause gibt euch Zeit zum Durchatmen, Essen bestellen und Austauschen. Bitte beachte: Eine Einzelanmeldung pro Person ist erforderlich – auch wenn ihr mit demselben Hund kommt.

Noch sind Plätze frei – sichere dir jetzt deinen Platz:

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Alle Details und die Möglichkeit zur Anmeldung findest du direkt im Buchungssystem.

Dos and Don’ts für die Hundeschule

Deine Checkliste fürs Training bei Pico Coaching

Schön, dass du dich fürs Training bei uns entschieden hast! Für einen angenehmen Start haben wir eine Checkliste zusammengestellt mit Tipps und ein paar wichtigen Spielregeln, damit alles gut läuft. Vielen Dank, dass du auch mit darauf achtest, dass sich alle Mensch-Hund-Teams in unserer Hundeschule wohlfühlen können. Wenn du Fragen hast, wende dich bitte an uns!

 

Alles dabei?

Geschirr, kurze Leine, ggf. Halsband, ggf. Schleppleine – das gehört zur Grundausstattung. Außerdem bring bitte ein paar Leckerlis mit, die dein Hund mag, und/oder ein Spielzeug, mit dem du ihn motivieren und belohnen kannst.

Wenn du hast, stecke auch den Futterbeutel und/oder einen Dummy ein. Für Trinkwasser während des Unterrichts sorgen wir. Feste Schuhe und gemütliche Klamotten sind für dich sinnvoll. Falls es sehr kalt ist, kann eventuell ein Mantel für deinen Hund angenehm sein, sollte er schnell frieren.

Wenn du magst, bringe eine Decke für ihn mit, auf die er sich während der Gesprächsrunden legen kann. Ist er sehr aufgeregt, kann auch ein Kauartikel hilfreich sein, an dem er knabbern und sich dabei entspannen kann.

 

Gut angekommen?

Unsere Bitte: Parkt platzsparend von links beginnend, damit für alle Platz ist. Nach dem Aussteigen nimm deinen Hund an die kurze Leine.

 

Dein Hund muss mal?

Bitte sorge dafür, dass sich dein Hund vor der Hundeschulstunde draußen noch lösen kann. Am besten gehst du zuhause mit ihm noch ein paar Schritte, denn bei uns ist zwischen den Gruppenstunden immer eine Viertelstunde fürs Losfahren und Ankommen der Teams vorgesehen, so dass wir euch herzlich bitten, erst rund 5 Minuten vor Unterrichtsbeginn zu kommen, damit wir mit unseren Parkplätzen hinkommen.

 

Ein Häufchen?

Bitte sammele ihn mit einem Kotbeutel ein, den du verknotest und in unserem Restmüll entsorgst. Keinen Beutel zur Hand? Sprich uns an, wir geben dir gern einen.

 

Dein Hund will markieren?

Bitte sorge dafür, dass er nicht in unserer Halle markiert. Auch draußen auf unserem Trainingsgelände soll er bitte nicht an Zäunen oder anderen Gegenständen markieren. Klar, es ist ein arttypisches Verhalten, aber hier wollen wir gemeinsam trainieren. Darum ist es für alle einfacher, wenn nicht sämtliche Rüden nacheinander beispielsweise an einem Pfosten ihre „Unterschriften“ hinterlassen. Außerdem schont es unsere Materialien und erleichtert euren Hunden letztendlich die Konzentration.

 

Was tun im Falle des Falles?

Sollte euer Hund ansteckend krank sein, bleibt bitte zuhause. Wenn eure Hündin läufig ist, haltet bitte Rücksprache mit uns.

 

Ein großes Hallo?

Bitte halte ausreichend Abstand zu anderen Mensch-Hund-Teams! Eure Hunde sollen lernen: An der kurzen Leine gibt es keine Hundekontakte. Das erleichtert euch die Leinenführung und vieles mehr.

 

Magst du auch eins?

Bitte gib immer nur deinem eigenen Hund Leckerli! Andere Hunde können Allergien oder Unverträglichkeiten haben. Außerdem ist es hilfreich, wenn jeder Hund vor allem sein Frauchen oder Herrchen spannend findet und dadurch auch aufmerksamer sein kann.

 

Kann sie schon…?

Klar, wir unterhalten uns gerne über unsere Hunde und natürlich auch darüber, was wir mit ihnen trainieren. Das ist auch super! Aber bitte vergleiche deinen Hund nicht zu viel mit anderen. Jeder Hund ist individuell und soll in seinem Tempo lernen und sich entwickeln können. Freu dich über die Fortschritte deines Hundes!

 

Wie ging das nochmal?

Bitte stell Fragen! So können wir gezielt darauf eingehen, was noch offen ist. Wenn du ansonsten was auf dem Herzen hast, sprich uns an. Wir möchten, dass sich Mensch und Hund bei uns im Training wohlfühlen, denn so lernt es sich am besten!

 

Hausaufgaben erledigt?

Für einen harmonischen Alltag mit Hund sind natürlich die Erziehung und das Training im Alltag ganz entscheidend. Darum nimm bitte die Anregungen aus dem Unterricht mit in deinen Alltag, wiederhole und festige die Übungen und notiere dir ggf. Fragen dazu für die nächste Stunde.

 

Vorfreude aufs nächste Mal?

Über unser Buchungsportal kannst du dich für die nächsten Male direkt einbuchen. Wenn du dazu Fragen hast, sprich uns an!

Dos and Don’ts for the Dog School

Your Checklist for training with us at Pico Coaching

 

We are pleased, that you have decided to train with us! We have put together a Checklist with some tips and rules to make the training start relaxed and to make sure that everything goes well. Thank you for working with us to ensure that both dogs and people feel comfortable at the dog school. If you have any questions, please contact us.

 

 Have you got everything?

Harness, short leash, collar and long lead if needed – these belong to the basic equipment that are needed. Aside from that, please bring some dog treats that your dog likes and/or a toy to motivate your dog and reward the dog.

If you have one, you can also bring a (food) dummy with you. We provide drinking water for the dogs during the lessons. Solid shoes and comfortable clothes are recommended for you. If it is very cold and your dog gets cold quickly, a dogcoat could make it more comfortable for your dog.

If you would like to, bring a blanket for your dog so that he can lie there when we are discussing. If he is very excitable, something to chew could help your dog to relax.

 

You arrived?

Our request: please park close together from left to right so that there is enough space for everybody. After you have got out, keep your dog on a short lead.

 

Your dog needs to go?

Please make sure that your dog has the chance to relieve themself before the dog school. It’s best if you can go for a short walk at home as we have 15 minutes between our courses for all teams to leave and arrive. Because of this, we ask that you please arrive only 5 minutes before your course starts so that there isn’t any difficulty with parking.

 

Poop?

Please gather it in a bag, tie a knot and throw it away in our rubbish bins. No bag on hand? Let us know and we are happy to give you one.

 

Your dog wants to mark

Please ensure that your dog doesn’t mark in our hall. This also goes for fences or items in front of our training hall. Of course marking is normal behaviour for dogs, however we all want to train together here. It is easier for everyone if not every dog marks a post after each other. It also preserves our materials and helps the concentration of all dogs.

 

Your dog is sick?

If your dog is contagious, please stay at home. If your dog is on heat, please confer with us.

 

A big hello?

Please keep enough distance to other dog-people teams! Your dogs should learn that there is no contact to other dogs on the short lead. This makes it a lot easier to teach your dog to walk on a lead, amongst other things.

 

Would you like one too?

Please only give your dog treats! Other dogs can have allergies or intolerances. Aside from that, it’s also helpful if each dog finds their owner exciting and will be able to pay more attention.

 

Can she already…?

Of course we all like to talk about our dogs and what we train with them. And that’s great! But please don’t compare your dog too much with others. Every dog is an individual and should learn and develop at their own pace. Be happy with the progress of your dog!

Urlaub aus Hundesicht

Wie die schönste Zeit des Jahres auch für deinen Hund zur Erholung wird

Urlaub bedeutet für uns Menschen vor allem eines: Entspannung, Abschalten, neue Eindrücke und eine Pause vom Alltag. Für unsere Hunde hingegen bedeutet eine Reise vor allem Veränderung – und die geht nicht immer mit einem Gefühl von Sicherheit einher. Während wir das Neue bewusst suchen, kann es für Hunde, die auf gewohnte Abläufe und vertraute Umgebungen angewiesen sind, auch überfordernd sein. Deshalb lohnt sich ein bewusster Perspektivwechsel: Wie erlebt mein Hund eigentlich den Urlaub? Und was braucht er, damit auch für ihn diese Zeit zur Erholung wird?

Veränderung bedeutet nicht automatisch Abenteuer – für Hunde ist sie oft Stress

Schon die Anreise stellt für viele Hunde eine Herausforderung dar. Lange Autofahrten, ungewohnte Gerüche im Fahrzeug, Pausen auf Raststätten mit vielen fremden Reizen – all das verlangt ihnen einiges ab. Angekommen am Zielort, geht es mit dem Neuen direkt weiter: Eine unbekannte Unterkunft, neue Menschen, andere Geräusche, eine andere Tagesstruktur – für viele Hunde ist das aufregend, aber eben auch anstrengend. Besonders sensible oder junge Tiere, Hunde mit Unsicherheiten oder schlechten Vorerfahrungen, brauchen deutlich länger, um sich auf eine neue Umgebung einzustellen.

Dazu kommt, dass im Urlaub häufig alles „anders“ läuft: Spaziergänge finden zu anderen Uhrzeiten statt, der Tagesablauf ist unregelmäßiger, fremde Hunde kreuzen den Weg, der Futternapf steht in einer ungewohnten Ecke. Während wir es genießen, unsere Routinen hinter uns zu lassen, löst genau das bei vielen Hunden erst einmal Unruhe aus.

Ruhe statt Dauerbespaßung – warum Rückzugsorte und Pausen so wichtig sind

Viele Hundehalter:innen möchten ihren Hund natürlich „mitnehmen“, überall dabei haben, an möglichst vielen Urlaubserlebnissen teilhaben lassen. Doch aus Hundesicht ist weniger oft mehr. Ständiger Ortswechsel, volle Strände, laute Cafés oder kilometerlange Wanderungen können schnell zu Reizüberflutung führen – insbesondere dann, wenn keine klaren Ruhephasen eingeplant sind. Dabei ist genau diese Erholung im Urlaub auch für Hunde entscheidend.

Ein Rückzugsort in der Ferienwohnung oder im Hotel – idealerweise mit einer vertrauten Decke oder dem gewohnten Körbchen – gibt deinem Hund ein Stück Zuhause in der Ferne. In dieser kleinen „Komfortzone“ kann er zur Ruhe kommen, neue Eindrücke verarbeiten und entspannen. Auch unterwegs ist es wichtig, Pausen einzulegen, in denen der Hund nicht weiter gefordert wird. Statt dauerhafter Reizbeschallung helfen ruhige Momente an schattigen Orten, etwa im Park oder an einem abgelegenen Waldweg. Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann ebenfalls kurze Pausen einplanen – natürlich nicht in der prallen Sonne oder bei hohen Temperaturen und niemals mit dem Hund allein im Fahrzeug. Stattdessen lieber gemeinsam im Schatten verweilen oder eine kühle, zugfreie Ruhepause im gut belüfteten Fahrzeug genießen – vorausgesetzt, es ist sicher und angenehm temperiert.

Verlässlichkeit gibt Sicherheit – kleine Rituale helfen im großen Urlaubstrubel

Nicht jeder Hund reagiert gleich auf Veränderungen. Während manche Vierbeiner neugierig und entspannt auf neue Situationen reagieren und die Abwechslung im Urlaub sichtlich genießen, brauchen andere mehr Struktur und Orientierung, um sich sicher zu fühlen. Für diese Hunde sind feste Rituale besonders hilfreich – sie geben Halt inmitten der vielen neuen Eindrücke. Die gewohnte Fütterung zur üblichen Uhrzeit, der erste Spaziergang nach dem Aufwachen oder das vertraute Kuscheln auf der Decke am Abend können echte Anker im ungewohnten Tagesablauf sein. Wer seinem Hund solche kleinen Konstanten bietet, hilft ihm, sich schneller auf das neue Umfeld einzulassen und neue Erlebnisse gelassener zu verarbeiten.

Auch das Thema Alleinbleiben kann im Urlaub zur Herausforderung werden – selbst bei Hunden, die zu Hause entspannt allein bleiben. Fremde Gerüche in der Unterkunft, neue Geräusche im Flur, das Fehlen vertrauter Bezugspunkte: All das kann Unsicherheit auslösen. Wenn du planst, deinen Hund auch im Urlaub gelegentlich allein zu lassen, solltest du dies vorsichtig aufbauen. Starte mit wenigen Minuten, beobachte ggf. per Kamera, wie dein Hund reagiert, und verlängere die Zeit nur, wenn er dabei ruhig und entspannt bleibt. Viele Hundehalter:innen entscheiden sich aber bewusst dafür, den Hund auch in solchen Momenten einfach mitzunehmen – etwa in ein hundefreundliches Café. Gerade im Außenbereich ist das oft unkompliziert, und für den Hund ist es angenehmer, in deiner Nähe zu sein, als allein in einer fremden Umgebung zurückzubleiben.

 

Die Körpersprache lesen – der Schlüssel zu einem wirklich gelungenen Urlaub

Einer der größten Fehler, den wir im Urlaub mit Hund machen können, ist das Übersehen seiner Signale. Wenn ein Hund unruhig wird, ständig hechelt, sich häufiger zurückzieht, oder sogar mit Appetitlosigkeit oder ungewöhnlicher Schreckhaftigkeit reagiert, dann sind das deutliche Hinweise darauf, dass er gestresst ist. Viele Hunde werden im Urlaub auch reizbarer gegenüber anderen Hunden – nicht aus Aggression, sondern aus Überforderung. Statt solche Reaktionen als „schlecht erzogen“ zu deuten, lohnt es sich genauer hinzusehen: Was braucht mein Hund gerade wirklich? Ist es gerade zu laut, zu viel, zu eng?

Je besser du deinen Hund beobachtest, desto klarer wirst du erkennen, wann er bereit für neue Eindrücke ist – und wann es Zeit für eine Pause ist.

Der schönste Urlaub – aus Sicht deines Hundes

Wenn man den Urlaub aus Sicht deines Hundes beschreibt, dann ist das perfekte Szenario vielleicht ein bisschen weniger aufregend, dafür aber voller Sicherheit, Nähe und gemeinsamer Zeit. Ein Ort, an dem er sich frei bewegen kann, ohne ständig überfordert zu werden. Ein Tagesablauf mit genügend Schlaf, regelmäßigen Fütterungen, spannenden, aber dosierten Ausflügen. Und vor allem: ein Mensch an seiner Seite, der ihn sieht, versteht – und für ihn da ist.

Denn am Ende zählt nicht, wie spektakulär die Reise war oder wie viele Orte man besucht hat. Was wirklich zählt – für deinen Hund – ist das Gefühl: Ich bin sicher, ich werde verstanden, ich darf einfach Hund sein.

🎁 Download-Goodie: Die große Urlaubs-Packliste für Hunde

Damit du bei der Planung nichts vergisst, habe ich dir eine umfassende Packliste für deinen Urlaub mit Hund zusammengestellt. Sie enthält alles Wichtige für Reise, Unterkunft, Gesundheit und Alltag – besonders hilfreich, wenn du das erste Mal mit Hund verreist.

👉 Hier geht’s zum PDF-Download der Packliste

Die Leine: Unverzichtbar, aber nicht immer einfach!

Viele Hundebesitzer haben ein klares Bild vor Augen, wenn ein Welpe oder junger, unerfahrener Hund ins Haus kommt: lange, harmonische Spaziergänge – mal an der Leine, mal im Freilauf, immer in perfektem Einklang mit dem Menschen. Doch die Realität sieht oft anders aus. Viele Hunde mögen ihr Halsband oder Geschirr anfangs nicht, ziehen in alle Richtungen oder übernehmen direkt das Kommando nach dem Motto: „Ich ziehe, Mensch folgt.“ Damit die Leine nicht zur täglichen Herausforderung wird, sondern zu einem nützlichen Hilfsmittel für entspannte Spaziergänge, gibt es einige bewährte Methoden zur sanften und positiven Gewöhnung an die Leine.

Die richtige Leine wählen

Nicht jede Leine eignet sich gleichermaßen für das Training. Flexi-Leinen sind beispielsweise nicht ideal, da sie dem Hund beibringen, dass Ziehen zum Erfolg führt. Durch die permanente Spannung spürt der Hund seinen Menschen immer und lernt kaum, sich wirklich an ihm zu orientieren. Besser geeignet sind verstellbare Leinen, die sich je nach Situation anpassen lassen. Zu kurze Leinen können ebenfalls problematisch sein, da sie beim Losgehen oft sofort unter Spannung stehen und dem Hund wenig Spielraum geben. Eine mittellange, verstellbare Leine bietet daher die beste Kontrolle und ermöglicht gleichzeitig ein angenehmes Laufgefühl für den Hund.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wahl des richtigen Karabiners. Bei kleinen Hunden sollte darauf geachtet werden, dass der Karabiner nicht zu groß und schwer ist, da er sonst unangenehm am Halsband oder Geschirr ziehen kann. Umgekehrt sollte bei großen, kräftigen Hunden ein stabiler und robuster Karabiner gewählt werden, um ein sicheres Handling zu gewährleisten.

Die Leine als positives Signal

Um die Leine mit positiven Erfahrungen zu verknüpfen, kann man sie zunächst in einem entspannten Umfeld anlegen – ohne sie direkt zu benutzen. Beispielsweise beim Füttern oder Kuscheln, sodass der Hund sie als etwas Alltägliches akzeptiert. Ein spielerischer Ansatz kann ebenfalls helfen: Der Hund wird mit einem Spielzeug motiviert, seinem Menschen zu folgen, während dieser die Leine für kurze Strecken aufnimmt. So verbindet er das Laufen an der Leine direkt mit einer angenehmen Aktivität. Diese Methode eignet sich auch hervorragend für Hunde, die bisher schlechte Erfahrungen mit der Leine gemacht haben.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Hund sollte beim Anlegen der Leine ruhig bleiben. Begeisterung ist in Ordnung, aber wenn der Vierbeiner schon beim Anblick der Leine vor Aufregung durch den Flur springt, wird der Spaziergang vermutlich stressig beginnen. Ruhige Interaktionen, etwa Streicheleinheiten bei angelegter Leine, helfen dabei, die Erregung auf einem angenehmen Level zu halten.

Die richtige Position: Der Hund bleibt im Hintergrund

Bereits während der ersten Übungen kann trainiert werden, dass der Hund sich an der Leine hinter oder neben seinem Menschen orientiert. Das verhindert nicht nur, dass er sich eine „Zuggewohnheit“ aneignet, sondern stärkt auch die Kontrolle und Sicherheit. Der Mensch übernimmt die Führung und entscheidet, ob eine Begegnung mit anderen Hunden oder Menschen erwünscht ist.

Eine einfache Übung für den Einstieg: Man stellt sich mit dem Hund zwischen zwei Hindernisse, z. B. parkende Autos oder Büsche, sodass eine Art „Tor“ entsteht. Der Hund darf nicht eigenständig aus diesem Tor heraustreten, sondern bleibt hinter seinem Menschen. Dies kann durch eine sanfte Blockade mit dem Bein oder einer vorsichtigen Handbewegung unterstützt werden. Anfangs sollte die Ablenkung minimal sein, kann aber nach und nach gesteigert werden – etwa indem eine andere Person von vorn mit Futter oder Spielzeug lockt. So lernt der Hund, sich an der Körpersprache seines Menschen zu orientieren.

Hörzeichen gezielt einsetzen

Oft hört man Hundehalter bereits in den ersten Tagen permanent „Fuß“ oder „bei Fuß“ rufen. Doch ein Hund muss diese Kommandos erst verstehen und richtig verknüpfen. Wenn er sie ständig hört, während er an der Leine zieht oder schnuppert, verbindet er sie womöglich mit dem falschen Verhalten. Stattdessen sollte das Hörzeichen erst gegeben werden, wenn der Hund bereits einige Meter korrekt neben seinem Menschen läuft – und natürlich direkt belohnt werden.

Hier ist auch der Unterschied zwischen Belohnung und Bestechung wichtig: Hält man dem Hund permanent ein Leckerli vor die Nase, folgt er eher dem Futter als dem Menschen. Gibt man ihm die Belohnung erst nach einer erfolgreich gemeisterten Sequenz, verstärkt man das gewünschte Verhalten nachhaltig.

Üben in ablenkungsarmer Umgebung

Ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Leinenführigkeit ist die Wahl der richtigen Trainingsumgebung. Die ersten Übungen sollten immer in einer möglichst ruhigen, ablenkungsarmen Umgebung stattfinden – beispielsweise im Wohnzimmer, im Garten oder auf einer wenig besuchten Wiese. Erst wenn der Hund die Grundlagen verstanden hat, kann die Ablenkung schrittweise gesteigert werden. Dazu kann man nach und nach in belebtere Gegenden wechseln oder gezielt kontrollierte Reize (wie spielende Kinder in der Ferne oder andere Hunde auf Abstand) hinzufügen. So bleibt der Hund konzentriert und lernt, auch unter Ablenkung an der Leine entspannt zu bleiben.

Wie kommt man mit einem jungen Hund trotzdem voran?

Viele Hundebesitzer fragen sich, wie sie mit einem Welpen Spaziergänge gestalten sollen, wenn er anfangs nicht an der Leine laufen soll. Hier einige Tipps:

  1. Tragen oder Transport nutzen: Gerade in der Anfangsphase kann es sinnvoll sein, den Welpen zu tragen oder mit dem Auto in eine ruhigere Umgebung zu fahren, um ihn nicht zu überfordern.
  2. Unterschiedliche Leinenführung etablieren: Eine kurze Leine (z. B. am Halsband) für konzentrierte Übungen und eine längere Leine (z. B. am Geschirr) für entspannte Erkundungsgänge helfen dem Hund, den Unterschied schnell zu verstehen.
  3. Den natürlichen Folgetrieb nutzen: In sicheren Umgebungen kann der Welpe frei laufen und wird sich automatisch an seinem Menschen orientieren. Spielerische Elemente wie Richtungswechsel, Tempowechsel oder kleine Versteckspiele verstärken diese Orientierung.

Auch für ältere Hunde, die das Leinenlaufen neu lernen, ist eine Unterscheidung zwischen konzentriertem Training an der kurzen Leine und lockerem Gehen an der langen Leine hilfreich.

Fazit: Mit Geduld und Spaß zur Leinenführigkeit

Die Leine ist ein unverzichtbares Hilfsmittel – doch sie sollte nicht mit Kampf oder Frust verbunden sein. Mit positiven Erfahrungen, klarer Führung und gezieltem Training kann jeder Hund lernen, entspannt und freudig an der Leine zu gehen. Also: Leinen anlegen und mit Spaß durchstarten – für harmonische Spaziergänge mit deinem Vierbeiner!

Impulskontrolle und Frustrationstoleranz beim Hund

Warum sie so wichtig sind und wie Fehler entstehen

Ein entspannter Hund, der uns ruhig und gelassen im Alltag begleitet – das ist das Ziel der meisten Hundehalter*innen. Doch oft kommt es in Alltagssituationen zu Schwierigkeiten, sei es an der Leine, bei Begegnungen mit anderen Hunden oder in belebten Umgebungen. Zwei zentrale Faktoren für das Verhalten deines Hundes sind seine Impulskontrolle und Frustrationstoleranz. Was es damit auf sich hat, welche Fehler oft gemacht werden und wie Erwartungshaltungen das Verhalten deines Hundes beeinflussen können, erfährst du in diesem Artikel.

Was sind Impulskontrolle und Frustrationstoleranz?

Impulskontrolle ist die Fähigkeit deines Hundes, auf einen Reiz nicht sofort zu reagieren. Sie sorgt dafür, dass er sich beispielsweise zurücknehmen kann, anstatt direkt hinter einem Ball herzurennen oder auf andere Hunde zuzueilen.

Frustrationstoleranz beschreibt, wie gut dein Hund damit umgehen kann, wenn er nicht sofort bekommt, was er möchte. Das könnte sein, dass er nicht zu einem Spielkameraden darf oder dass er vor dem Fressen einen Moment warten muss. Ebenso wichtig ist es, dass dein Hund lernt, auch einmal nicht im Mittelpunkt zu stehen. Viele Hunde entwickeln Stress oder fordern lautstark Aufmerksamkeit ein, wenn sie ignoriert werden. Ein Beispiel: Dein Hund liegt entspannt in seinem Korb, während du dich mit etwas anderem beschäftigst. Indem du ihn bewusst nicht beachtest, gibst du ihm die Chance, zu lernen, dass es in Ordnung ist, nicht permanent Aufmerksamkeit zu bekommen.

Diese beiden Eigenschaften sind essenziell für einen ausgeglichenen Hund, der stressfrei mit verschiedenen Situationen umgehen kann. Fehlen sie, entsteht häufig ein Verhalten, das von Menschen als problematisch wahrgenommen wird, wie Bellen, Ziehen an der Leine oder ständiges Jammern.


Welche Fehler können entstehen?

Einige typische Fehler in der Hundeerziehung führen dazu, dass die Impulskontrolle und Frustrationstoleranz eines Hundes nicht ausreichend entwickelt werden. Hier sind einige Beispiele:

  1. Falsche Verstärkung von Erregung:
    Hunde lernen durch Wiederholung. Wenn dein Hund bei jeder Begegnung mit einem Artgenossen in hoher Erregungslage (z. B. Bellen, Jammern, Ziehen) zu diesem hin darf, verstärkt sich dieses Verhalten. Dein Hund verknüpft: „Wenn ich laut bin oder ziehe, bekomme ich, was ich will.“ Die Erwartungshaltung steigt, und das Verhalten wird immer intensiver.
  2. Inkonsequenz:
    Wenn ein Hund in einer Situation einmal etwas darf und in einer ähnlichen Situation nicht, wird er schnell unsicher. Diese Unsicherheit kann Stress und Fehlverhalten wie Bellen, Springen oder Jammern auslösen.
  3. Fehlende gezielte Übung:
    Impulskontrolle und Frustrationstoleranz müssen übt werden. Ohne gezielte Trainingseinheiten, in denen dein Hund lernt, Reize auszuhalten oder auf etwas zu warten, fehlen ihm die Werkzeuge, um in Alltagssituationen ruhig zu bleiben.

Ein Beispiel: Erwartungshaltungen und Fehlverhalten

Stell dir vor, dein Hund darf häufig in hoher Erregungslage zu anderen Hunden laufen. Anfangs erscheint es vielleicht harmlos, weil er nur freudig jammert oder zieht. Doch langfristig entsteht daraus eine starke Erwartungshaltung: „Ich sehe einen Hund, also darf ich hin.“
Wenn diese Erwartung nicht erfüllt wird, reagiert dein Hund mit Frustration, die sich durch Bellen, Jammern oder sogar aggressives Verhalten äußern kann. Das Problem: Dein Hund hat nie gelernt, dass er nicht immer das bekommt, was er will, oder dass er auch in Anwesenheit anderer Hunde ruhig bleiben kann.


Warum sind Impulskontrolle und Frustrationstoleranz so wichtig?

Ein Hund mit guter Impulskontrolle und Frustrationstoleranz ist:

  • Gelassener: Er kann in Situationen, die ihn reizen, ruhig bleiben.
  • Flexibler: Er ist in der Lage, auf dich zu achten und sich an verschiedene Umstände anzupassen.
  • Alltagstauglicher: Er kann dich an Orte begleiten, ohne sich durch alles ablenken zu lassen.

Diese Fähigkeiten sind entscheidend, wenn du dir einen Hund wünschst, der stressfrei überall dabei sein kann – ob im Straßencafé, beim Spaziergang in der Stadt oder im Urlaub.


Wie kannst du Impulskontrolle und Frustrationstoleranz trainieren?

  1. Erwarte nicht sofort Perfektion: Beginne mit kleinen Übungen, wie z. B. deinem Hund beizubringen, vor dem Napf zu warten, bis du ihm das Kommando zum Fressen gibst.
  2. Belohne ruhiges Verhalten: Verstärke gezielt Momente, in denen dein Hund ruhig bleibt, statt Erregung zu belohnen.
  3. Nutze kontrollierte Situationen: Plane Trainingsmomente, in denen dein Hund lernt, dass nicht jeder Reiz erreichbar ist. Beispielsweise kann er einen anderen Hund aus der Ferne sehen, ohne hinlaufen zu dürfen.
  4. Sei konsequent: Ein klares und vorhersehbares Verhalten von dir hilft deinem Hund, sich sicher zu fühlen.
  5. Geduld und Zeit: Beide Fähigkeiten brauchen Zeit, um sich zu entwickeln. Gib deinem Hund und dir selbst die Chance, Schritt für Schritt Fortschritte zu machen.

Fazit

Impulskontrolle und Frustrationstoleranz sind Schlüsselfähigkeiten, um einen entspannten und alltagstauglichen Hund zu haben. Durch gezieltes Training und den bewussten Umgang mit Erwartungshaltungen kannst du deinem Hund helfen, diese Fähigkeiten zu entwickeln. So werdet ihr gemeinsam zu einem Team, das stressfrei und gelassen jede Herausforderung meistert.

Ernährungsberatung für Hunde

Die richtige Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Hunde. Eine Ernährungsberatung für Hunde ist besonders dann empfehlenswert, wenn der Vierbeiner gesundheitliche Probleme hat, die mit der Ernährung zusammenhängen. Ob Übergewicht, Allergien, Durchfälle, Haut- und Fellveränderungen, Leber- oder Nierenerkrankungen – viele Beschwerden lassen sich durch eine Ernährungsanpassung lindern oder ganz beseitigen. Auch gesunde Hunde profitieren von einer Ernährungsberatung.

 

In diesem Blogartikel geht es um die Frage, in welchen Fällen eine Ernährungsberatung für Hunde sinnvoll ist, was Hundehalter in der Beratung erwarten dürfen und was einen guten Tierernährungsberater ausmacht.

 

Wann ist eine Ernährungsberatung sinnvoll?

 

Orientierung im Futterdschungel: Wohl jeder Hundehalter wünscht sich ein langes, gesundes Leben für seinen Hund. „Du bist, was du isst“ – dieser Leitsatz gilt nicht nur für uns Menschen. Ziel ist es also, ein geeignetes Futter für den eigenen Vierbeiner zu finden. Doch oft fällt es Hundebesitzern schwer, den Überblick über die Vielzahl an Futtermitteln zu behalten. Trockenfutter, Feuchtfutter oder doch BARF? In diesem Fall kann eine professionelle Ernährungsberatung für Hunde sinnvoll sein, die richtige Wahl zu treffen. Nicht jedes Futter ist für jeden Hund geeignet, da die Bedürfnisse je nach Rasse, Alter und Gesundheitszustand variieren. Ein Experte hilft dabei, das optimale Futter für den eigenen Hund zu finden und unterstützt bei der Umstellung auf ein anderes Futter. Auch allgemeine Beratungen darüber, wie man als Hundebesitzer Futterdeklarationen richtig lesen (und deuten) kann und worauf bei der Futterwahl zu achten ist, um zukünftig eigenständig den Durchblick zu behalten, bieten viele Ernährungsberater für Tiere an.

 

Mahlzeiten selbst zubereiten: Eine Ernährungsberatung empfiehlt sich vor allem dann, wenn das Hundefutter vom Halter selbst zubereitet wird. Egal, ob Rohfutter (BARF) oder selbst gekocht – wichtig ist, sicherzustellen, dass der Hund alle notwendigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe in ausreichender Menge erhält und somit langfristig gesund bleibt. Tierernährungsberater können dazu beraten, welche Futterbestandteile in welchem Verhältnis notwendig und welche Nahrungsergänzungen sinnvoll sind. Sie erklären, was es beim Kochen von Hundefutter zu beachten gilt oder bei der Zubereitung roher Mahlzeiten.     Fast alle Tierernährungsberater bieten an, Futterpläne für den jeweiligen Hund zu erstellen.

 

Gesundheitliche Probleme: Der erste Gang führt Hundehalter mit symptomatischen Hunden zumeist zum Tierarzt. Dort wird nach der Anamnese und Untersuchung in der Regel eine Diagnose gestellt und eine geeignete Behandlung vorgeschlagen. Die Ernährung spielt bei sehr vielen Erkrankungen eine entscheidende Rolle. Das betrifft nicht nur die offensichtlichen Ernährungsthemen wie Übergewicht, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Probleme mit dem Verdauungstrakt wie Durchfälle – auch bei anderen Erkrankungen profitieren Hunde von einer angepassten Diät. Der Begriff Diät bedeutet hier nicht, dass der Hund abnehmen soll, sondern dass es sich um eine speziell angepasste Ernährung für eine jeweilige Erkrankung handelt. So gibt es zum Beispiel eine Leberdiät, in der unter anderem auf eine fettarme Futterzusammenstellung geachtet wird. Bei Niereninsuffizienzen wird, je nach Stadium der Nierenschwäche, der Phosphorwert in der Mahlzeit schrittweise gesenkt. Das kann mit der richtigen Auswahl an natürlichen Futterbestandteilen realisiert werden. Dafür besitzt der Tierernährungsberater genaueste Kenntnis über Nährwerte der einzelnen Futterbestandteile. Verkäufliche Diät-Futter (z.B. Nassfutter in Dosen) haben den Nachteil, dass sie nicht individuell an das Stadium der Erkrankung angepasst werden können.

 

Bei Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten ist zunächst selten klar, worauf der Hund eigentlich reagiert. Das heißt: Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen beginnt. Mittels einer Ausschlussdiät kann herausgefunden werden, worauf der Hund reagiert. Auch hier beraten und begleiten Tierernährungsberater und geben hilfreiche Tipps zum sinnvollen Aufbau und Ablauf der Ausschlussdiät. Und nein, Pferdefleisch ist nicht automatisch die Lösung!

 

Haut- und Fellveränderungen können durch Futtermittelunverträglichkeiten ausgelöst werden, sie können aber auch viele andere Ursachen haben. Im Idealfall sind andere Ursachen, wie Parasitenbefall, abgeklärt, bevor der Hund beim Tierernährungsberater vorstellig wird.

 

Verdauungsstörungen wie Durchfall, Erbrechen, wechselnde Kotbeschaffenheit, schleimiger Kot, Magenschmerzen, Blähungen usw., zum Teil begleitet von Gras fressen, sind der häufigste Grund, warum Herrchen/Frauchen bei einem Tierernährungsberater Rat suchen. Die Vorgeschichte ist nicht selten ein erfolgloser Tierärztemarathon, mitunter mit wiederholter Antibiotikagabe. Tierernährungsberater fragen dann in einer ausführlichen Anamnese genau nach: Wann genau erbricht der Hund? Wie sieht das Erbrochene aus? Wann genau wird gefüttert? Was wird gefüttert? Wie sieht der Kot aus? Die Fragen sind manchmal durchaus gewöhnungsbedürftig, zum Beispiel wenn die Kotbeschaffenheit in Farbe und Konsistenz genau beschrieben werden soll. Sehr verrückt: Tierernährungsberater freuen sich über Fotos vom „Haufen“, weil diese ihnen Aufschluss über die Ursache der Verdauungsstörung geben. Über die sehr ausführliche Anamnese, die nicht selten länger als eine Stunde dauert, können Tierernährungsberater das Problem zumeist eingrenzen. Liegt das Problem im Dünn- oder Dickdarm? Oder im Magen? Ist zu viel oder zu wenig Magensäure das Problem? Liegt es an der Ernährung selbst oder ist eventuell der Verdauungstrakt aktuell nicht in der Lage, das (eigentlich verträgliche) Futter ausreichend gut zu verdauen?

 

Tierernährungsberater arbeiten auch mit Befunden vom Tierarzt, zum Beispiel Blutbilder, die auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hinweisen. Sie können aber auch in Absprache mit dem Tierhalter entscheiden, eine Kotprobe ins Labor zu geben.

 

Futterplan erstellen lassen: Zu den am häufigsten verlangten Dienstleistungen gehört der Wunsch nach einem individuellen Futterplan für den eigenen Hund. Die Halter können nach diesem Plan selbst zubereiten – oder in einem BARF-Geschäft zubereiten lassen – und müssen sich keine Sorgen machen, dass es langfristig zu Nährstoffdefiziten kommt. Futterpläne können für gesunde und kranke Hunde erstellt werden. Bei kranken Hunden berücksichtigt der Tierernährungsberater die notwendigen Maßnahmen, die sich aus der aktuellen gesundheitlichen Situation ergeben. Unterschieden wird auch, ob die Zutaten roh oder gekocht verfüttert werden sollen, da beim Garen einige Vitamine verlorengehen, die mit Nahrungsergänzungsmitteln wieder aufgefüllt werden müssen. Für Hunde im Wachstum werden die Futterpläne regelmäßig angepasst. Dabei hat der Tierernährungsberater mittels eine Wachstumskurve die Entwicklung des Hundes im Blick.

 

Tierernährungsberater/-in finden

Einen Tierernährungsberater zu finden, ist nicht das Problem, denn es gibt inzwischen sehr viele. Die Herausforderung ist eher, einen GUTEN Ernährungsberater zu finden.

 

Der erste Tipp: auf Ausbildung & Qualifikation achten. Denn Tierernährungsberater ist leider keine geschützte Berufsbezeichnung. Die Ausbildung kann an verschiedenen privaten Instituten absolviert werden. Die Dauer variiert von einem Wochenende bis hin zu mehreren Monaten und wird in der Regel mit einer Prüfung und einem Zertifikat abgeschlossen. Schon anhand der Ausbildungsdauer lässt sich erkennen, dass es hier beachtliche Unterschiede gibt. Oftmals ist die Aus- und Weiterbildung auf der Website des Beraters angegeben. Ansonsten: nachfragen! Ein seriös arbeitender Tierernährungsberater wird gern Auskunft über seine Qualifikation geben. In manchen Fällen haben Tierernährungsberater zusätzlich eine Ausbildung als Tierheilpraktiker. Für kranke Hunde hat das den Vorteil, dass über die Ernährung hinaus naturheilkundlich unterstützt werden kann. Aber: Nicht jeder Tierheilpraktiker hat automatisch eine Ausbildung als Tierernährungsberater!

 

Der zweite Tipp: auf unabhängige Beratung Wert legen. Die meisten Tierernährungsberater arbeiten herstellerunabhängig, das heißt, sie sind vertraglich an keinen Futterhersteller gebunden. Die empfohlenen Produkte, zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel, werden so ausgewählt, dass es für das jeweilige Tier das am besten infrage kommende Produkt ist. Werden ausschließlich Produkte einer Firma empfohlen, handelt es sich nicht selten um Vertriebsmitarbeiter, deren Ernährungsberatung sich auf Produkte aus dem eigenen Haus beschränkt. Jedes Tier ist individuell und sollte auch so behandelt werden.

 

Der dritte Tipp: persönliche Empfehlung! Was allgemein im Leben gilt, ist auch in diesem Fall sinnvoll. Gerade Hundebesitzern mangelt es in der Regel nicht an persönlichem Austausch. Sei es auf der Hundewiese, in der Hundeschule, im Tierschutzverein oder auch im Internet – am besten umhören: Wer hat Erfahrungen mit einem Tierernährungsberater gemacht? Welche Erfahrungen waren das? Konnte dem Hund nachhaltig geholfen werden? Auch andere Spezialisten im Hundebereich, zum Beispiel Futterladen/Barfladen-Inhaber, Hundetrainer, Hundephysiotherapeuten, Hundefriseure etc. haben oftmals einen Tipp, entweder aus persönlicher Erfahrung oder weil ihre Kunden von ihren Erfahrungen berichtet haben. Einfach nachfragen!

 

Fazit:

Ausgebildete Tierernährungsberater sind kompetente Ansprechpartner bei Ernährungsfragen rund ums Tier. Ein erfahrener Ernährungsberater kann dabei helfen, die Ursachen (nicht nur) für Ernährungsprobleme zu identifizieren und eine individuelle Ernährungsstrategie zu entwickeln, um sie zu lösen.

 

Da Tierernährungsberater keine geschützte Berufsbezeichnung ist, lohnt es sich, einen Blick auf die Ausbildung bzw. Qualifikation zu werfen und im Idealfall persönliche Empfehlungen einzuholen.

Angstproblematik bei Hunden

Angststörungen bei Hunden sind ein weit verbreitetes Problem, welches sowohl den Hund als auch seinen Besitzer stark belasten kann. Zunächst einmal ist Angst eine normale angeborene Emotion, die nicht nur sinnvoll, sondern sogar überlebensnotwendig ist. Sie setzt wichtige Reaktionen in Gang, die dem Hund die notwendige Energie und Kraft geben, um in gefährlichen Situationen reagieren zu können, zum Beispiel mit Flucht.

 

Ob Angst behandlungsbedürftig ist oder nicht, hängt davon ab, ob es sich um eine normale = angemessene Reaktion des Hundes handelt oder die Angst ein pathologischer (krankhafter) Zustand ist.

 

Angst bedeutet immer Stress für Körper und Psyche. Insofern ist es wichtig, wiederkehrende Ängste beziehungsweise Angstprobleme so früh wie möglich zu erkennen. Dauerstress führt, wie bei uns Menschen auch, nicht nur zu Unwohlsein, sondern kann langfristig die Gesundheit beeinträchtigen und unter anderem das Immunsystem schwächen.

 

Panik, also extreme Angst, kann zudem zu Kurzschlusshandlungen führen. Dabei läuft der Hund Gefahr, sich und andere zu gefährden, zum Beispiel, wenn er auf eine Straße läuft und von einem Auto erfasst wird.

 

Es macht also unbedingt Sinn, eine Angstproblematik beim Hund zu therapieren.

 

Ursache von Ängsten

 

Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Der häufigste Grund für Ängste beim Hund sind negative Erfahrungen. Diese sind umso prägender für das spätere Verhalten, wenn sie ganz früh im Leben, vor allem in der Zeit der dritten bis vierzehnten Lebenswoche, erlebt werden. Schlechte Erfahrungen in dieser sensiblen Phase in der Verhaltensentwicklung des Hundes haben einen lebenslangen Einfluss.

 

In der sogenannten Sozialisierungsphase ist die Neugier der Welpen größer als die Angst, das heißt, sie gehen angstfrei auf Neues zu. Das Gehirn ist in dieser Zeit enorm aufnahmefähig. Die gemachten Erfahrungen hinsichtlich Menschen, Artgenossen, anderen Tieren, Geräuschen etc. bilden ein eigenes Referenzsystem für das spätere (Er-)Leben und Verhalten des Hundes.

 

Optimalerweise sollte ein Welpe in dieser prägenden Phase all die Dinge kennenlernen, die später in seinem Leben eine Rolle spielen werden. Dazu gehören in der Regel Artgenossen verschiedener Rassen (große und kleine Hunde, Hunde mit und ohne Rute etc.), andere Tiere (z.B. Pferde, Katzen, Kaninchen, für zukünftig arbeitende Hütehunde auch Schafe), Kinder unterschiedlicher Altersklassen und Menschen – auch auf dem Fahrrad, im Rollstuhl, auf dem Skateboard, mit Krücken, Regenschirm, Rollkoffer oder Kinderwagen. Bei Spaziergängen in der Stadt kann der Welpe sich mit Geräuschen und Gerüchen von verschiedenen Orten vertraut machen; an Verkehr mit Autos und S-Bahnen gewöhnt werden. Fahrten mit Auto, Bahn oder Aufzug machen als Angstprophylaxe ebenso Sinn. Haushaltsgeräusche wie Staubsauger, Waschmaschine und Küchengeräte werden den Hund später nicht stressen, wenn er diese früh kennengelernt hat. Kann ein Welpe all diese Erfahrungen machen, entwickelt er sich normalerweise zu einem Junghund mit guter psychischer Belastbarkeit.

 

Ein Mangel an Erfahrungen hingegen kann im späteren Leben zu Angstproblemen führen. Leider erleben wir dies insbesondere bei Hunden aus dem Tierschutz, die keine optimale Prägephase erleben durften.

 

Neben den gesammelten negativen Erfahrungen können auch organische Erkrankungen beim Hund eine Angstsymptomatik auslösen. Lassen bei Hundesenioren Sehkraft und/oder Hörvermögen nach, kann das verständlicherweise zu Unsicherheit und Angst führen, weil das Orientierungsvermögen leidet. Oft zeigen sich diese Ängste erstmals in der Dämmerung beziehungsweise in der Dunkelheit. Eine Schilddrüsenfunktionsstörung kann ebenfalls für Verhaltensstörungen wie Angst ursächlich sein. Eine Blutkontrolle gibt Aufschluss darüber, ob die Schilddrüsenwerte zu niedrig sind.

 

So manches Mal sorgt auch das Verhalten von Herrchen/Frauchen dafür, dass aus einer anfangs leichten Angst ein therapiebedürftiges Angstverhalten wird. Das ist immer dann der Fall, wenn der Tierhalter seinen Hund an der falschen Stelle belohnt, indem er zum Beispiel seinem Hund gut zuredet oder ihn streichelt, während dieser ängstlich ist. Vielen Hundehaltern ist nicht bewusst, dass sie durch dieses wohlwollend gemeinte Verhalten die Angst beim Hund verstärken.

 

Angst erkennen

 

Um den eigenen Hund richtig zu unterstützen, ist es notwendig, seine Angst überhaupt wahrzunehmen. Ob ein Hund ängstlich ist, lässt sich an seiner Körpersprache ablesen. Die Rute wird tief getragen und bei zunehmender Angst kann diese auch unter den Bauch gezogen. Die Ohren werden nach hinten/unten gelegt, die Mundwinkel sind zurückgezogen, womit sich die Mundlinie optisch verlängert. Die Augen sind weit geöffnet mit geweiteten Pupillen, die Rückenhaare sind teilweise aufgestellt, der Blick abgewandt. Die Blickvermeidung kann besonders gut bei so manchen Hundebegegnungen beobachtet werden. Insgesamt macht ein unsicherer beziehungsweise ängstlicher Hund sich eher klein, er duckt sich förmlich mit abgerundetem Rücken. Der Kopf ist abgesenkt und der Hals eingezogen. Ein ängstlicher Hund verlagert sein Gewicht in der Regel auf die Hinterbeine, wobei die Gelenke eingeknickt sind.

 

Therapiemöglichkeiten

 

Um die Angstproblematik in den Griff zu bekommen, muss zunächst der Auslöser ausfindig gemacht werden. Körperliche Erkrankungen sind selbstverständlich entsprechend zu behandeln. Es sollte immer zuerst abgeklärt werden, ob eine organische Erkrankung vorliegt. Das ist umso wichtiger, wenn das Angstverhalten neu auftritt.

 

Angstprobleme lassen sich mittels Hundetraining durch eine Desensibilisierung und Gegenkonditionierung oft verbessern. Die Grundidee bei der Desensibilisierung ist, den Hund in kleinen Schritten an den Auslöser seiner Angst heranzuführen, damit er sich langsam an den entsprechenden Reiz gewöhnt. Bei der Gegenkonditionierung wird mittels Konditionierung die negative Assoziation durch eine positive ersetzt.

 

Der Hundehalter muss außerdem verstehen, dass er durch jede Form der Aufmerksamkeit das ängstliche Verhalten seines Hundes noch verstärken kann. Das ängstliche Verhalten darf weder belohnt (Trösten, Streicheln), noch bestraft werden (Schimpfen z.B. bei Angstaggression oder Unsauberkeit). Am besten bleibt der Hundehalter in angstauslösenden Situationen entspannt und souverän. Bleibt der Hund ebenfalls entspannt, darf belohnt werden.

 

Eine medikamentöse Therapie sollte die Ausnahme bleiben, zum Beispiel um temporäre Angstsituationen wie Silvester, zu überstehen. Unbedenklich sind Sprays oder Flakons (z.B. Adaptil) mit synthetisch hergestellten Pheromonen, die in der Raumluft freigesetzt werden und beruhigend auf Hunde wirken sollen.

 

Unterstützend kann dem Hund ein enges T-Shirt oder ein ThunderShirt angezogen werden. Ähnlich wie beim Pucken eines Säuglings wird so ein sanfter, konstanter Druck auf die Haut ausgeübt, was zur Ausschüttung des Hormons Oxytocin führen kann. Oxytocin ist ein Gegenspieler des Stresshormons Cortisol. Der Rückgang des Stresshormons verursacht eine beruhigende Wirkung.

 

Naturheilkundlich kann bei Ängsten ebenfalls unterstützt werden, zum Beispiel mittels Vitalpilzen oder Phytotherapie. Hier können entsprechend ausgebildete Tierheilpraktiker beratend zur Seite stehen.

 

Geräuschangst

 

Geräuschempfindlichkeit tritt verhältnismäßig häufig bei Hunden auf. Auslöser sind verschiedenste Geräusche. Die Klassiker sind Feuerwerk, Gewitter und Knallgeräusche wie Schüsse. Aber auch spezielle Geräuschängste wie das Knistern von Plastiktüten kommen vor. Die eigentliche Lautstärke des für den Hund angsteinflößenden Geräuschs spielt dabei keine Rolle.

 

Die Ursachen für eine Geräuschangst liegen häufig darin begründet, dass der Hund in seiner Welpenzeit nicht mit diesen Geräuschen konfrontiert wurde. Übrigens: Hat die Mutterhündin bereits eine Geräuschangst, lernen die Welpen von ihr, ebenfalls ängstlich auf bestimmte akustische Reize zu reagieren.

 

Eine Geräuschangst kann sich auch durch traumatische Erfahrungen entwickeln. Wurde ein Hund beispielsweise mit Böllern beworfen, ist – aufgrund dieses Traumas – die Entwicklung einer Feuerwerksangst möglich. Manche Hunde reagieren so sensibel, dass sie schon vor dem eigentlichen Geräuscherlebnis mit Angst reagieren. Sie spüren zum Beispiel den Luftdruckunterschied, der ein Gewitter ankündigt. Dazu kommt, dass Hunde ein besseres Gehör als wir Menschen haben und deshalb zum Beispiel Donner früher hören können als sein Herrchen/Frauchen. Auch starken Wind haben viele Hunde mit Gewitter verknüpft.

 

Wie Hunde dann reagieren, ist sehr unterschiedlich. Während die einen die sichere Nähe des Halters suchen, verkriechen sich andere an einen vermeintlich sicheren Ort, oft Räume ohne Fenster wie Keller oder Badezimmer. Typischerweise zittern und hecheln Hunde bei akuter Geräuschangst. Manche Hunde winseln, jaulen oder bellen. Unsauberkeit und Erbrechen sind Zeichen sehr starker Angst.

 

Therapiemöglichkeiten sind hier in erster Linie Desensibilisierung und Gegenkonditionierung, wobei zu bedenken ist, dass das Training eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Zu Hause hilft ein sicherer Ort (durchaus auch antrainiert), das „Übertönen“ des Geräusches durch zum Beispiel einen laufenden Fernseher, Musik oder weißes Rauschen, die Methode des Puckens zum Beispiel mittels eines ThunderShirts oder das Tragen eines speziellen Gehörschutzes, sofern der Hund diesen akzeptiert. Medikamente sollten nur in Ausnahmefällen zur Anwendung kommen.

 

Trennungsangst

 

Eine weitere häufig auftretende Angst bei Hunden ist die Trennungsangst. Sie beschreibt das Unbehagen des Hundes, wenn er von seiner menschlichen Bezugsperson allein gelassen wird. Alleinbleiben gehört nicht zum normalen Verhalten eines Hundes. Viel lieber möchte er bei seinem Rudel sein. Der Hund winselt, heult oder bellt. Er zerstört Gegenstände der Wohnungseinrichtung, kratzt an der Tür, wird unrein (Urin und/oder Kot) oder erbricht. Die Verzweiflung des Hundes wird zu der des Halters, insbesondere dann, wenn sich zusätzlich noch Nachbarn über den Lärm beschweren.

 

Anzeichen von Trennungsangst zeigen sich manchmal schon im Verhalten des Hundes, wenn die vertraute Person (noch) gar nicht weg ist. Der Hund lässt sein Herrchen/Frauchen zu Hause nicht aus den Augen, folgt ihm in jedes Zimmer. Geschlossene Zimmertüren, während der Hund allein in einem Raum ist, sind mitunter schon problematisch.

 

Mit dem richtigen Training kann Trennungsangst jedoch verhindert oder zumindest gelindert werden. An das zeitweilige Alleinbleiben kann ein Hund jeden Alters gewöhnt werden. Zugegeben: Das klappt mit einigen Hunden besser als mit anderen. Bisweilen klappt es zu Hause, aber nicht in einer fremden Umgebung.

 

Hunde, deren Besitzer mehrfach gewechselt hat, zeigen eine höhere Wahrscheinlichkeit, eine Trennungsangst zu entwickeln. Auch generell ängstliche Hunde sind häufig betroffen. Traumatische Erlebnisse (z.B. Gewitter) während der Abwesenheit von Herrchen/Frauchen können ebenfalls zu Trennungsangst führen.