Reisen mit Hund – Reise-Lust statt Reise-Frust

Wer mit seinem Hund verreisen möchte, sollte einige Punkte bedenken, damit die Fahrt in den Urlaub für Mensch und Hund entspannt verläuft.

Ins Reisegepäck gehören auf jeden Fall:

  • Heimtierausweis
  • Reiseapotheke
  • Kauknochen
  • Ersatzdecke für´s Auto – eventuell auch eine Kühldecke
  • PET-Flasche mit Trinkwasser
  • Trinknapf
  • Schleppleine für unterwegs

Nicht alle Hunde können eine Autofahrt genießen: einigen Hunden wird es bei längeren Fahrten oder Reisen in die Berge übel. Hunde entwickeln hier die gleichen Symptome wie wir Menschen: Unwohlsein, Erbrechen und Druckgefühl in den Ohren. Damit schon die Fahrt in den Urlaub für alle angenehm verläuft, könnt Ihr Eurem Hund mit einfachen Maßnahmen helfen:

  • Die letzte Mahlzeit sollte mehrere Stunden vor der Abfahrt gefüttert werden
  • Mehrere kurze Pausen, in denen der Hund kleinere Mengen trinken kann, helfen, Übelkeit und Erbrechen zu vermeiden
  • Bei einer Fahrt in die Berge kann ein Kaukochen helfen, den Ohrendruck zu mindern
  • Fenster sollten möglichst geschlossen bleiben, damit die Augen nicht durch die Zugluft gereizt werden.
  • Euer Hund sollte im Auto gut gesichert sein, damit er bei einem Unfall nicht sich selbst oder Euch verletzt.
  • Bitte lasst Euren Hund auch bei kurzen Pausen nicht im Auto – es heizt sich sehr schnell auf.
  • Eine Reise ist besonders und aufregend: egal, wie sicher Euer Hund zu Hause abrufbar ist – sichert ihn unbedingt bei Pausen an der Raststätte an der Leine.

Hausregeln erleichtern den Alltag

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Das stimmt (auch) im Hundetraining nicht. Erwachsene Hunde können noch gut neue Regeln und Rituale lernen. Sicherlich ist es sinnvoll, von Kindesbeinen an Grenzen zu setzen und bestimmte Abläufe zu üben. Aber auch Hunde, bei denen wir dies verpasst haben oder die wir erst später bei uns aufnehmen, können wir noch erziehen. Und definitiv gilt: Was schon drinnen nicht funktioniert, klappt draußen erst recht nicht.

Darum ist es wichtig, Hausregeln und Rituale zu setzen und sich um deren konsequente Einhaltung zu kümmern. Am besten überlegst du dir schon vor Einzug des Vierbeiners: Was darf er, was nicht? Darf er auf die Couch, ins Bad, ins Kinderzimmer? Dies sind stets individuelle Entscheidungen. Aber bei aller Großzügigkeit sollten wir beachten: Es ist für Hunde immens wichtig, auch Grenzen zu kennen und bei bestimmten Dingen zu wissen „Das darf ich nicht!“. Denn nur so lernt ein Hund, auch generell Regeln, die sein Mensch vorgibt, zu akzeptieren. Es hilft Hunden also, gewisse Regeln einzuhalten zu müssen.

Erzogene Hunde sind glückliche Hunde

Aber soll der Hund nicht auch einfach Hund sein dürfen? Das ist bei genauem Hinsehen kein Widerspruch. Hunde sind vor allem dankbar, wenn sie wissen, woran sie sind, wenn sie eine Struktur vorgegeben bekommen und sich klar an bestimmten Vorgaben orientieren können. Hunde ordnen sich gern ein, es macht sie letztlich ausgeglichen und zufrieden. Man kann sagen: Erzogene Hunde sind glückliche Hunde. Grenzen geben ihnen Sicherheit, Verlässlichkeit schafft Vertrauen. Sie brauchen in uns souveräne Partner, die Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen. Und diese Leitplanken, die wir unseren Hunden geben sollten, beginnen eben im Haus.

Gerade weil wir uns draußen einen Hund wünschen, der sich an uns orientiert, an lockerer Leine läuft, niemanden anspringt, auf unser Rufen kommt usw., können wir nicht schon drinnen auf jegliche Struktur verzichten. Beziehungen leben immer auch von Regeln und Strukturen und helfen dem Hund, sich im sozialen Gefüge zurechtzufinden.

Die Hausleine zur Unterstützung

Dabei geht es nicht um Strenge und Härte, um Gewalt schon gar nicht. Vielmehr ist Klarheit und eine gute, für den Hund verständliche Kommunikation vonnöten. Eine Beratung in der Hundeschule eures Vertrauens kann hierbei helfen. Außerdem ist beispielsweise eine Hausleine, die vorübergehend genutzt wird, eine großartige Unterstützung.

Sie hilft schon in der Welpenzeit und im Junghundealter, „Diskussionen“ mit dem Hund oder ein unerwünschtes Fangenspiel durch die Wohnung zu vermeiden. Auch wenn ein älterer Hund einzieht und du ihm zeigen willst, wie er respektvoll mit dir und deiner Einrichtung umgehen kann, ist die Hausleine ein praktisches Hilfsmittel.

Eine Hausleine ist eine dünne Leine, etwa ein bis anderthalb Meter lang, am besten ohne Ösen, Ringe oder Schlaufen. Du kannst auch einfach ein Stück Wäscheleine oder ein (Kletter-)Seil nehmen. Befestige die Leine am Geschirr des Hundes. Für den Hund ist es kein Problem, auch mal im Haus das Geschirr mit einem Stück Leine dran zu tragen. Die meiste Zeit wird er sie sowieso einfach hinter sich herziehen. Aber wenn nötig, kannst du eingreifen. Ja, ein bisschen ist die Hausleine drinnen, was die Schleppleine im Training zum Beispiel des Rückrufs draußen ist.

Ruhig und klar Grenzen setzen

Klaut der Hund nun einen Hausschuh und du willst ihm zeigen, dass du das nicht lustig findest, ist es wichtig, dass er keinen Erfolg dabei hat. Achtung: Auch negative Aufmerksamkeit, wenn du schimpfst, ist immerhin Aufmerksamkeit! Zudem ist dein Hund wahrscheinlich schnell und wendig. Statt mit ihm eine wilde Hetzjagd durch die Wohnung zu starten, stoppst du ihn einfach über die Leine. Ein Leinenruck ist hier natürlich nicht gemeint! Mache es ruhig und entschieden. Das bringt Klarheit und letztlich Ruhe. Beachte: Dein Hund muss erst lernen, was er darf und was nicht. Aus Hundesicht hat er ja nicht „falsch“ gehandelt. Aber bei dir im Haus ist Hausschuh-Klau eben kein Spaß.

In vielen weiteren Situationen ist die Hausleine eine praktische Hilfe: bei Tür-Situationen und der Begrüßung von Besuch, wenn der Hund nicht auf die Couch soll, beim Management zwischen mehreren Hunden, zwischen Hund und Baby bzw. Kleinkind, zwischen Hund und Katze, wenn du ihm helfen willst, sich zu entspannen usw. Ziel der Hausleine ist immer, mehr Ruhe, Konsequenz und Klarheit in die Erziehung zu bringen. Gern beraten wir euch, wenn ihr weitere Infos wünscht!

So gelingt die erste Zeit mit Hund

Seit Wochen hast du auf diesen Tag hin gefiebert: Du holst deinen Welpen ab! Damit die ersten Tage mit Hund so wunderbar werden, wie du es dir wünschst, bist du natürlich gut vorbereitet. Hier ein paar Tipps rund um die erste Zeit mit deinem Hundekind:

 

Sinnvolles Zubehör

Eine kurze Führleine (1,5-2m), eine Schleppleine (ca. 5m), ein Geschirr, ggf. ein Halsband, je ein (Metall- oder Keramik-)Napf samt rutschfester Unterlage für Wasser und Futter.

Darüber hinaus braucht dein Welpe einen oder mehrere gemütliche Rückzugsorte in der Wohnung, die du ihm zuweist. Am besten nutzt du (aus-)waschbare Materialien. Zu Beginn reichen auch ein paar Handtücher oder Decken, ggf. in einem wannenähnlichen Kunststoffkorb oder einem flachen Karton, bei dem du den Deckel abschneidest. Eine Hundebox ist auch ein sehr sinnvoller Rückzugsort für den Welpen. Fürs Auto brauchst du ebenfalls eine Box oder einen Anschnallgurt.

Besorge für den Anfang das Futter, das der Züchter gibt. Später kannst du wechseln. Weitere sinnvolle Anschaffungen: Hundekotbeutel, eine Hausleine (eine Leine ohne Ösen bzw. ein dünnes Seil), ggf. eine Hundepfeife, sichere Knabbermöglichkeiten, eine fürs jeweilige Fell geeignete Bürste und eine Zeckenzange (praktikabel ist z.B. eine feine Präzisionspinzette mit gebogener Spitze). Einige schwören zudem auf einen Welpenlaufstall für die erste Zeit.

 

Welpensichere Wohnung

Sichere Steckdosen und Kabel sowie Treppen (ggf. mit einem Absperrgitter) und entferne Zimmerpflanzen (vor allem auf dem Boden), rolle den ein oder andren Teppich vorübergehend ein. Bewahre alles, was giftig sein könnte für deinen Welpen, außerhalb seiner Reichweite auf. Überlege: Was würdest du für ein Kleinkind von etwa 2 Jahren noch wegräumen oder ändern? Checke auch den Garten. Informiere dich über für Hunde giftige Lebensmittel (z. B. Schokolade, Trauben, Zwiebeln) und Pflanzen (z. B. Efeu, Eibe, Tollkirsche).

 

Weitere Vorbereitungen

Erkundige dich nach einer guten Tierarztpraxis in deiner Nähe und Notfall-Anlaufstellen. Auch der frühe Kontakt zur Hundeschule ist hilfreich. Außerdem musst du deinen Hund zur Steuer anmelden und du solltest eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen. Möglich ist zudem eine Hundekrankenversicherung. Überlege schon jetzt, wo sich dein Hund lösen kann, wo er fressen und wo er liegen soll (am besten in einem hinteren, ruhigen Bereich im Zimmer). Mach dir auch bereits jetzt Gedanken über weitere Regeln, die für deinen Hund gelten sollen – im Haus, im Garten und draußen beim Spaziergang.

 

Stubenreinheit

Gehe anfangs spätestens alle zwei Stunden mit ihm raus – dahin, wo er sich lösen soll. Freue dich überschwänglich, wenn es klappt. Gehe auch nach jedem Fressen, Trinken, Schlafen, Spielen. Warte nicht, bis der Welpe zeigt, dass er muss. Dies macht er noch nicht unbedingt. Passiert drinnen ein Malheurchen, beseitige es kommentarlos und wische ggf. mit ein wenig Haushaltsessig über die Stelle. Erwischt du den Welpen in flagranti, hebe ihn einfach hoch (er hält in der Regel automatisch ein) und bring ihn flott nach draußen zur Lösestelle. Hab Geduld mit deinem Welpen: Er muss erst lernen, seine Blase und seine Schließmuskeln zu kontrollieren.

 

Die Nächte

Am besten schläft dein Welpe in deiner Nähe, im Schlafzimmer neben deinem Bett. Er kann in einer Hundebox schlafen, wenn er schon gut an sie gewöhnt ist und sie gerne mag. Ansonsten reichen auch ein paar Handtücher. Sorge aber dafür, dass er nicht allzu viel Platz zur Verfügung hat. Nutze Bänke, Truhen, Möbel o.ä. zum Eingrenzen. So verhinderst du, dass er sich selbst eine ungeeignete Lösestelle sucht.

Nachts empfiehlt es sich nicht, den Wecker auf alle zwei Stunden zu stellen. Wenn der Welpe muss, wird er in der Regel unruhig und du gehst mit ihm raus. Dafür ist es erfahrungsgemäß hilfreich, beispielsweise mit Jogginghose zu schlafen und sich so vorzubereiten, dass man direkt raus kann.

 

Beißhemmung

Hunde müssen lernen, ihr Gebiss dosiert zu nutzen. Beende sofort (!) jede Aufmerksamkeit für deinen Welpen, wenn er beißt, auch wenn er in deine Kleidung beißt. Brich das Spiel ab, streichele ihn nicht weiter, sondern wende dich ab, ignoriere ihn. Sobald er sich zurücknimmt, wende dich ihm wieder zu. Du gibst ihm also direkt ein Feedback für sein Verhalten: Beißen lohnt sich nicht – mach es anders, das lohnt sich.

 

Ankommen im neuen Zuhause

Dein Welpe verliert seine Mutter und die Wurfgeschwister und bekommt bei dir ein neues Zuhause und neue Bezugspersonen. Jetzt kommt es zunächst darauf an, dass er eine gute Bindung zu dir und den anderen Familienmitgliedern aufbaut. Er soll euch vertrauen, sich bei euch sicher fühlen und sich an euch orientieren.

Darüber hinaus prägen zwei Begriffe die Welpenzeit, die bis etwa zur 16. Woche dauert: Sozialisation und Habituation. Gemeint ist die Gewöhnung an die belebte und unbelebte Umwelt. Idealerweise hat dein Hundekind schon beim Züchter unterschiedliche Menschen und Umweltreize kennen gelernt. Dies setzt du fort. Er soll für sein Lebensumfeld relevante Menschen, Tiere und Umweltgegebenheiten kennenlernen: Kinder, Frauen, Männer, ggf. Katzen und Kaninchen, Kühe und Krähen, sicherlich auch verschiedene Böden, Fahrzeuge, Haushaltsgeräte usw. Entscheidend ist, dass er dies alles entspannt, mit Freude nach und nach entdecken darf. Darum ist oft weniger mehr. Dein Hundekind muss auch nicht jeden Tag etwas Neues kennenlernen, Pausen sind ebenfalls wichtig.

Auch bei Kontakten zu anderen Hunden kommt es nicht auf Quantität, sondern auf Qualität an: Dein Welpe braucht nicht viele Hundekontakte, sondern ein paar positive.

 

Bewegung und Ruhe

Fürs Spazierengehen gibt es die Faustregel „maximal fünf Minuten pro Lebensmonat am Stück“. Aber dies ist lediglich ein Richtwert. Ausführliche Spaziergänge braucht dein Welpe auf jeden Fall noch nicht. Entdecke lieber gemeinsam mit ihm Schritt für Schritt die Welt rund um sein neues Zuhause.

Etabliere schon jetzt eine gute Leinenführigkeit: Lobe ihn, wenn die Leine locker ist. Lasse keine Hundekontakte an kurzer Leine zu. Lass deinen Hund nicht die Erfahrung machen, dass es sich lohnt, an der Leine zu ziehen. Ja, dies ist leichter geschrieben als getan, aber die Mühe lohnt. Übrigens, die allerbeste Bewegung für deinen Welpen: Spiel mit ihm! Das macht Spaß und festigt eure Bindung.

Dein Welpe braucht also angemessen viel körperliche Bewegung, aber auch geistige Auslastung, die er beispielsweise bei einem Schnüffelspiel bekommt. Außerdem benötigt er – eben wie Babys und Kleinkinder – ausreichend Ruhe: 20 bis 22 Stunden am Tag. In dieser Zeit schläft, döst, ruht er und erhält keine Aufmerksamkeit. Will heißen: nicht ansprechen, nicht anfassen, nicht anschauen.

Achtest du gleich zu Beginn auf eine gute Balance zwischen Aktivität und Ruhe bzw. zwischen Aufmerksamkeit und „Abschalten“, ist dies die Basis für einen harmonischen Alltag mit einem ausgeglichenen Hund.

 

Was muss mein Welpe lernen?

Überlege dir schon vor dem Einzug deines Hundekinds, welche Regeln und Grenzen für ihn gelten sollen. Hunde wissen gern, wo sie dran sind. Leben sie ohne Regeln und Grenzen, überfordert sie dies oft. Sie übernehmen dann selbst die Entscheidungen, weil die Menschen es nicht tun. Darum machen Regeln, an denen sich ein Hund orientieren kann, und Menschen, die Verantwortung und Führung übernehmen, einen Hund zufrieden; eine liebevoll konsequente Erziehung ihn in der Tat glücklich.

Hier kommt auch unter anderem die Hausleine ins Spiel: In der Wohnung wird der Grundstein für eine gute Erziehung gelegt. Wenn Besuch kommt, das Essen auf dem Tisch steht, der Wäscheständer nicht umfallen soll – es gibt viele Situationen im Alltag, bei denen es hilfreich ist, dass dein Hund in der Wohnung ein Geschirr samt Hausleine trägt und du damit viel besser und ruhiger Einfluss auf ihn hast.

Alleine bleiben kann dein Welpe noch nicht. Aber beginne schon jetzt mit der ersten Übung, mit „Zimmer-Hopping“: Es soll eine Selbstverständlichkeit sein, dass du mal für ein paar Sekunden in ein anderes Zimmer gehst und wiederkommst.

Natürlich soll dein Hund auf Dauer auch „Sitz“ und andere Signale lernen. Lege aber zu Beginn lieber auf die hier beschriebenen Aspekte wert, der Rest baut darauf auf. Und das wahrscheinlich wichtigste Signal für deinen Hund ist ein zuverlässiger Rückruf! Nimm am besten auch schon vor dem Einzug deines Welpen Kontakt zur Hundeschule auf. So hast du stets kompetente Ansprechpartnerinnen an deiner Seite, die dich bei der Erziehung deines Hundes begleiten.

Welpenkauf beim Züchter oder Tierschutzhund?

Welcher Hund ist der richtige für mich? – Wer sich vor der Anschaffung eines Hundes sehr genau informiert, macht damit den ersten Schritt zum harmonischen Leben mit Hund. Kommt man zu dem Ergebnis, dass ein Hund gut ins Leben passt, gibt es viele Möglichkeiten: einen Welpen beim Züchter kaufen, sich im örtlichen Tierheim umsehen oder einen Hund aus dem Auslandstierschutz adoptieren. Jede Variante hat ihre Besonderheiten.

Das Abenteuer „Welpe im Haus“

Entscheidest du dich für einen Welpen, weil du gern früh Einfluss nehmen möchtest auf die Entwicklung des Vierbeiners, lautet das Motto für die ersten Monate: Weitere Hobbys brauchst du erstmal nicht. Der Welpe will alle zwei Stunden raus, um stubenrein zu werden. Er muss die Beißhemmung lernen, die Wohnung sollte welpensicher sein und mehrmals am Tag braucht er Futter. Alleine bleiben kann er noch nicht, auch das muss er in kleinen Schritten erst lernen. Nach der Welpenzeit fordern die Juvenile Phase und die Pubertät Hundeeltern heraus: Liebevolle Konsequenz ist jetzt das A und O.

Der Besuch einer gut geführten Welpen- und später einer Junghundegruppe ist hilfreich, um einen kompetenten Ansprechpartner an der Seite zu haben und kontinuierlich an der Erziehung des Hundes zu einem verlässlichen Alltagsbegleiter zu arbeiten.

Die passende Rasse wählen

Aber nochmal zwei Schritte zurück: Wer sich für einen Welpen vom Züchter entscheidet, kann zwischen vielen Rassen wählen. Das Aussehen darf hier niemals an erster Stelle stehen. Natürlich möchte man seinen künftigen Hund „schön“ finden, aber die „inneren Werte“ zählen vor allem. Darum sollte man sich zunächst sehr ausführlich und von verschiedenen Seiten über die bevorzugten Hunderassen informieren.

Unter anderem diese drei Aspekte sind dabei interessant: Zum einen die Frage, wofür eine Rasse ursprünglich gedacht war. Hunde, die über Jahrhunderte zum Jagen, Wachen oder Hüten gezüchtet wurden, werden als Familienhunde nicht immer glücklich und wir nicht unbedingt mit ihnen. Zweitens müssen gesundheitliche Aspekte der jeweiligen Rasse bedacht, Überzüchtungen und Qualzuchten vermieden werden. Drittens sollten wir in Rassebeschreibungen auch zwischen den Zeilen lesen. Bellfreudig? Klingt erstmal sympathisch, ist in einem Mehrfamilienhaus aber möglicherweise anstrengend. Wachsam? Kann dazu führen, dass der Hund entscheidet, wer zuhause ein- und ausgeht. Passt sicher gut auf die Kinder auf? Ganz schlechte Idee. Sportlich? Ja, auch wir halten uns gern für sportlich, aber manchmal ist der Wunsch der Vater des Gedanken. Eigenständig? Oha. Viel sinnvoller ist, dass ein typischer Vertreter der Rasse interessiert an regelmäßiger Kooperation mit dem Menschen ist.

Augen auf beim Welpenkauf

Kauf einen Welpen immer und ausschließlich bei einem seriösen Züchter! Es tummeln sich viele schwarze Schafe auf dem Markt. Vorsicht bei Dumpingpreisen und flotten Übergaben! Ein seriöser Züchter hat eine Zulassung gemäß § 11 TSchG (=Tierschutzgesetz), fundiertes Wissen über die Rasse, seine Zuchttiere und deren Gesundheit, will auch von den Interessenten Vieles wissen und zeigt seine Tiere und die sauberen Zuchtstätten mit Familienanschluss gerne. Die Mutterhündin ist anwesend, alle Hunde wirken gesund und gepflegt und reagieren auf Besucher neutral bis aufgeschlossen. Die Welpen besitzen EU-Heimtierausweise, sind gechipt, altersgemäß geimpft und auf Parasiten behandelt – alles mit Nachweis. Ein seriöser Züchter gestattet mehrere Besuche, drängt niemanden zum Kauf, hat einen juristisch korrekten Kaufvertrag und gibt seine Welpen frühestens ab der 8. Woche ab.

„Adopt don’t shop“

Adoptieren statt kaufen – so lautet ein bekannter Tierschutz-Slogan. In der Tat gibt es jede Menge Hunde in den Tierheimen, die sich über ein neues Zuhause freuen würden. Damit es eine Win-Win-Situation wird, ist wichtig, dass man sich bewusst für einen Hund mit Vergangenheit entscheidet. Wer einen erwachsenen Hund in sein Leben holt, „spart sich“ die anstrengenden Seiten der Welpen- und Junghundezeit, muss seinem neuen Begleiter aber natürlich trotzdem Regeln vermitteln und mit eventuellen „Macken“ des Second-Hand-Hundes umgehen. Wer sich darauf einlässt und eventuell sogar schon Hundeerfahrung mitbringt, kann so einem Hund eine zweite Chance bieten. Apropos eventuelle Macken: Solche können selbstverständlich auch Rasse-Hunde entwickeln, die als Welpen übernommen wurden.

Bei einem Tierschutzhund aus dem örtlichen Tierheim kann das Kennenlernen schrittweise geschehen. Bei mehreren Besuchen gewöhnen sich Mensch und Hund aneinander, das Tierheimpersonal wird Fragen stellen, die wachsende Beziehung beobachten und vor allem möglichst viele Informationen über den Hund weitergeben. Wendet man sich an eine Tierschutzorganisation, die Hunde aus dem Ausland vermittelt, empfiehlt es sich, zunächst nach passenden Hunden auf einer Pflegestelle in Deutschland zu suchen. Auch dort kann man den Hund in aller Ruhe kennenlernen und schauen, ob es passt.

Seriöse Tierschutzorganisationen

Die Auswahl an Organisationen, die Hunde aus dem Ausland vermitteln, ist riesig und auch hier gilt es, seriöse Tierschützer zu finden. Kriterien sind unter anderen: eine Zulassung gemäß § 11 TSchG, nachhaltige Tierschutzarbeit auch im Herkunftsland, ausführliche Beratung, eine Vorkontrolle im künftigen Zuhause sowie die Rücknahme des Hundes, falls es gar nicht klappt. Vorsicht, wenn viel über die Mitleidsschiene argumentiert wird oder vor allem Welpen vermittelt werden. Hunde, die aus dem Ausland nach Deutschland gebracht werden, müssen mindestens 4 Monate alt sein, einen EU-Heimtierausweis besitzen, gechipt, geimpft und auf Parasiten behandelt sein.

Klar ist, wer sich auf eine Übergabe direkt nach der Einreise des Hundes einlässt, bekommt ein Überraschungspaket. Oft ist der Hund ein Mix aus verschiedenen Rassen – aus welchen, ist häufig nicht zu ermitteln. Aber auch hier ist ja logisch, dass es Rasse-Mischungen gibt, die sich definitiv wenig für bestimmte Menschen und ihr Umfeld eignen. Herdenschutzhund-Mixe bei Hunde-Anfängern in kleinen Stadtwohnungen sind ein Beispiel dafür.

Hunde aus dem Ausland

Vom großen Glück bis zur absoluten Katastrophe ist bei der Adoption eines Hundes aus dem Ausland alles möglich. Wer das Thema differenziert betrachtet, wird auch feststellen, dass es abzuwägen gilt, wo es sich um eine Rettung handelt und wann es sich fast mehr um die „Entführung“ eines Hundes handelt, der in die neue Umgebung kaum passt.

Viele Hunde aus dem Auslandstierschutz haben in ihrem bisherigen Leben wenig kennen gelernt, eventuell noch nie in einer Wohnung gelebt oder sind keinen Straßenverkehr gewöhnt. Einige zeigen Angst vor Menschen oder anderen Hunden. Sie haben ihre eigenen Überlebensstrategien entwickelt: Die einen reagieren mit Vorsicht, andere mit forschen Herangehensweisen. Damit der Hund seinem Menschen vertrauen kann, muss er ihm Sicherheit und Orientierung bieten, ihn gut lesen und die Führung übernehmen, wo es nötig ist.

Auch bei der Entscheidung für einen Tierschutzhund ist die rechtzeitige und kontinuierliche Begleitung durch eine kompetente Hundeschule bei der Erziehung des Hundes ein Vorteil. Ebenso beraten Hundeschulen auch mit Freude schon vor dem Kauf eines Welpen oder der Entscheidung für einen Hund aus dem Tierschutz. Sprecht uns gerne an!

Der Knigge für Menschen mit Hund

Worüber sich andere Leute und Hunde freuen

Ein neuer Rekord: Gut 10 Millionen Hunde leben mittlerweile in Deutschland. In den vergangenen Jahren sind es immer mehr geworden. Allerdings begeistert diese Zahl nicht alle. Manche Leute sind von den vielen Vierbeinern ganz schön genervt. Hunde polarisieren ziemlich: Die einen lieben, andere hassen sie. Dabei liegt es oftmals vor allem an ihren Zweibeinern, wenn Hunde in ein schlechtes Licht geraten. Und auch Hundehalter untereinander sind sich nicht immer grün. Hier und da machen sie sich sogar gegenseitig das Leben unnötig schwer.

Mit ein paar guten Vorsätzen können wir jedoch alle dazu beitragen, das Image der Hunde zu verbessern und für mehr Fairplay unter Hundehaltern sorgen. Eigentlich ist es ganz einfach. Wie bei Tisch sollten wir auch im Leben mit Hund ein paar gute Manieren wahren.

Hier die wichtigsten Punkte für ein rücksichtsvolles Miteinander im Alltag:

  • Sorge dafür, dass dein Hund nicht auf andere Menschen zuläuft!

Manche Leute wollen nicht, dass ihnen ein Hund zu nahe kommt. Insbesondere Menschen, die wenig Kontakt mit Hunden haben oder sich fürchten, erschrecken oft, wenn Hunde auf sie zu geflitzt kommen. Unsere Aufgabe ist es, sie davon abzuhalten.

Gerade Kinder erleben aber häufig leider genau das Gegenteil: Fremde Hunde laufen auf sie zu, Herrchen oder Frauchen reagieren nicht. Zeigt das Kind, dass ihm unwohl ist, kommen Sprüche wie „der tut nichts, brauchst keine Angst haben“. Aber zum einen sollten wir nicht ungefragt Kinder oder Erwachsene „erziehen“. Zum anderen können sie sich doch sicherer fühlen, wenn sie erfahren, dass wir solch unangenehme Situationen vermeiden.

Darum: Es ist eine Geste des Respekts gegenüber Kindern, Joggern, Spaziergängern usw., den Hund zu sich zu rufen und ggf. anzuleinen.

  • Frage immer, bevor du auf fremde Hunde zugehst!

Bevor wir auf andere Hunde zugehen, sollten wir ebenfalls immer zunächst den Halter fragen. Nicht jedem Hund ist es in jeder Situation angenehm, wenn er angesprochen oder angefasst wird. Auch Kindern müssen wir von Anfang an beibringen, vorher zu fragen.

  • Erkundige dich, ob ein Hundekontakt erwünscht ist oder nicht!

Auch unerwünschter Kontakt zwischen Hunden ist für viele ein Ärgernis. Vor allem an der Leine ist ausreichend Abstand viel sinnvoller, denn angeleint können Hunde nicht kommunizieren, wie sie wollen. Da sie nicht ausweichen können, sind viele Hunde unsicherer oder erregt.

Aber auch für scheinbar entspannte Hunde und ihre Menschen ist die Regel „keine Hundekontakte an der Leine“ angebracht, um zum Beispiel die Leinenführigkeit zu unterstützen. Außerdem ist es für Hunde immer freundlicher und passender, nicht frontal auf einen anderen Hund zuzulaufen, sondern in einem Bogen – und ggf. auch so an ihm vorbeizugehen.

Der Freilauf ist ebenso kein Freibrief für den Kontakt zu jedem Hund! Für alle Beteiligten ist es hilfreicher, wenn die Menschen sich vorher abstimmen, ob ein Kontakt erwünscht ist oder nicht. Vielleicht hat das Gegenüber gerade einfach keine Zeit, trainiert etwas oder hat einen anderen Grund, um lieber abzulehnen. Wer dem Hund zeigt, zu wem er wann darf, signalisiert ihm zudem, dass er als Mensch diese Entscheidungen trifft.

  • Hilf anderen beim Training!

Springt dich ein fremder Hund an und du begrüßt ihn freudig, hat er einmal mehr gelernt: Anspringen lohnt, man bekommt Aufmerksamkeit. Darum beachte ihn lieber nicht und wende dich ab. Genauso kannst du reagieren, wenn ein Hund auf dich zugelaufen kommt, obwohl sein Mensch ihn zu sich gerufen hat: Schicke ihn weg oder ignoriere ihn. Selbstverständlich sollten wir auch immer nur unserem eigenen Hund Leckerli geben.

  • Achte darauf, wo sich dein Hund erleichtert und entsorge den Haufen!

Kotbeutel sollten wir immer dabei haben. Es ist ein Leichtes, den Haufen damit aufzusammeln, den Beutel zuzuknoten und ihn im Restmüll zu entsorgen. Ihren Urin sollten unsere Hunde ebenfalls nur da hinterlassen, wo es angemessen ist. Auch bei Rüden, die mitunter gerne überall ihre „Unterschrift“ hinterlassen, müssen wir dafür sorgen. Blumenbeete, Hauswände, Autoreifen und Sitzbänke sind keine geeigneten Orte.

  • Bleibe auf den Wegen und verhindere, dass dein Hund jagen geht!

Felder und Wiesen sollten tabu sein. Hole deinen Hund von Anfang an immer wieder zurück auf den Weg und lobe ihn, wenn er dort bleibt. Auf den Wegen ist die Gefahr auch geringer, ein Kaninchen oder anderes Wild aufzuscheuchen. Selbst wenn dein Hund den Hasen nicht erwischt: Lass ihn keine Tiere hetzen, die dann in Todesangst vor ihm wegrennen müssen.

  • Achte das Territorium anderer Hunde!

Wenn ein Hund hinterm Zaun aufgeregt bellend seinen Garten bewacht, schaue ihn beim zügigen Vorbeigehen nicht an und wechsele nach Möglichkeit die Straßenseite, um die Situation nicht unnötig hochzuschaukeln.

  • Sichere deinen Hund im Auto!

Er kann in einer Hundebox mitfahren, durch ein festes Gitter im Kofferraum gesichert oder mit einem speziellen Gurt angeschnallt werden, um zu verhindern, dass er im Falle des Falles wie ein Geschoss durchs Auto fliegt und dich und andere gefährdet.

  • Sei auch in anderen Situationen achtsam…

…denn es gibt natürlich noch viele weitere Gelegenheiten, in denen wir Hundefans rücksichtsvoll handeln können und sollten. Schließlich ist es für uns alle am besten, wenn wir die Bedürfnisse und Interessen von Mensch und Tier beachten und so gut wie möglich in Einklang zu bringen versuchen.

 

Hund und Kind ein Dreamteam

Regeln und Tipps für den harmonischen Alltag

Hunde machen glücklich. Wie großartig, wenn Kinder mit Hunden aufwachsen können! Die meisten Jungen und Mädchen wünschen es sich sehnlichst. Dass sie durch einen vierbeinigen Freund Verantwortungsbewusstsein lernen, glauben zwei Drittel der befragten Erwachsenen in einer Forsa-Umfrage von 2021. Und sicherlich können Kinder (und wir Erwachsenen) noch einiges mehr lernen: Empathie, Toleranz, Geduld, Kompromissbereitschaft, Freundschaft, Liebe, einen respektvollen Umgang mit Tieren und Naturverbundenheit zum Beispiel. Damit die Beziehung zwischen Kind und Hund ein Erfolg wird, müssen allerdings in der Familie von Anfang an ein paar Regeln aufgestellt werden, an die sich alle Zwei- und Vierbeiner halten:

  • Hunde sind kein Spielzeug! Sie möchten weder am Schwanz gezogen noch verkleidet oder ständig hochgehoben werden.
  • Wenn der Hund frisst, schläft oder döst, lassen wir ihn in Ruhe.
  • Der Hund hat einen Rückzugsort, der für uns tabu ist.
  • Wir gehen mit unserem Hund behutsam um und achten auf seine Reaktionen und Bedürfnisse.
  • Wir bringen unserem Hund bei, freundlich zu uns zu sein. Es ist vor allem die Aufgabe der Erwachsenen, sich darum zu kümmern.
  • Jeder hat sein eigenes Spielzeug.
  • Die Erwachsenen lassen Kind und Hund nicht allein. Die Verantwortung liegt immer bei den Erwachsenen.

Diese und weitere Spielregeln für den gemeinsamen Alltag können je nach Alter des Kindes besprochen oder auch notiert, unterschrieben und aufgehängt werden. Vor allem aber müssen die Regeln Tag für Tag mit Leben gefüllt werden.

Auch bereits die sorgfältige Auswahl des neuen Familienmitglieds mit Fell kann die Weichen für ein gutes Miteinander stellen. Sicher ist es hilfreich, wenn der Vierbeiner ein grundsätzlich ausgeglichenes Wesen und eine gewisse Stressresistenz besitzt. Darum sind in Familien häufiger Golden Retriever und Labradore, Berner Sennenhunde und Cocker Spaniel als Dobermänner und Rottweiler anzutreffen. Was aber nicht heißt, dass Hunde dieser Rassen nicht familienfreundlich sind oder allein die Rasse ausschlaggebend ist.

Der Hund sollte bestenfalls schon in seinen ersten Lebenswochen und -monaten Kinder auf entspannte, positive Weise kennenlernen. Auch eine gute Erziehung des Hundes mit Regeln und angemessenen Grenzen gibt ihm Orientierung und Struktur und liefert eine wichtige Basis. Denn auch der Hund muss seinen Teil zum harmonischen Zusammenleben beitragen: Zum Beispiel darf er Kinder weder anspringen noch umwerfen, weder ablecken noch ihnen Futter aus der Hand klauen oder hinter ihnen herjagen.

Aufmerksamkeit, Wasser, Futter, Auslauf und Beschäftigung braucht ein Hund. An vielen Stellen können Kinder mithelfen, abhängig von Alter und Fähigkeiten. Kleinere Mädels und Jungs können mit ihren Eltern zusammen regelmäßig die Wasserschale füllen. Ältere Kinder können bei der Fellpflege unterstützen und den Hund mit Anleitung der Eltern bürsten.

Den meisten Kindern macht es Spaß, für ein Schnüffelspiel Leckerli zu verstecken oder mit dem Hund Tricks zu üben wie „Gib Pfote“ oder „Dreh dich“. Die Eltern machen mit oder bleiben in der Nähe, beantworten Fragen und helfen, wo nötig. Auch bei der Beschäftigung des Hundes auf dem gemeinsamen Spaziergang sind viele Kinder mit einer Menge Kreativität dabei. Sie springen mit ihm über Hindernisse und balancieren auf Baumstämmen. Sie verstecken sich auch selbst gerne und freuen sich, wenn der Hund sie findet.

Am Wichtigsten, damit Kind und Hund dicke Freunde werden, ist jedoch das Lernen der Hundesprache.  So wie Erwachsene, wenn sie zum ersten Mal Hundehalter werden, lernen müssen, wie sich ihr Hund ausdrückt, wie er fühlt und denkt, sollten auch Kinder ihrem Alter entsprechend lernen, die Körpersprache des Hundes immer besser deuten zu können. Die Aufgabe der Erwachsenen ist es, sie dabei zu unterstützen.

Gerade bei kleinen Kindern sollten Erwachsene allerdings immer ein Auge auf den Umgang von Hund und Kind haben. Das Gespür von Kleinkindern für einen sanften Umgang mit dem Hund und ihre Motorik entwickeln sich ja erst noch und sie handeln immer mal wieder impulsiv. Gerade Krabbelkinder benehmen sich für Hunde oft ziemlich „spooky“. Auch wenn Kinder zu Besuch kommen, sind die Erwachsenen besonders in der Pflicht, damit sich alle wohlfühlen. Der Hund lässt die Kinder in Ruhe und wird ebenso nicht bedrängt.

Leider kann der Hund nicht „Lass das!“ sagen und reagiert sehr unterschiedlich auf Stress oder Bedrohung. Der eine will sich zurückziehen, der andere zeigt Zähne. Besonders hilfreich ist es für alle, wenn Erwachsene und auch Kinder schon subtile Signale wie etwa Gähnen, Schnauze-Lecken und Blick-Abwenden wahrnehmen und entsprechend reagieren. So teilt der Vierbeiner auf freundliche Weise mit, dass er sich gerade unwohl fühlt. Wunderbar, wenn er erfährt, seine Menschen verstehen und akzeptieren das.

Natürlich sollen die Kinder auch wissen, wo und wie der Hundekumpel gestreichelt werden mag. Oft tätscheln Kinder (und auch Erwachsene) Hunde auf den Kopf, das mögen die meisten Fellfreunde aber gar nicht. Auch enge Umarmungen und Berührungen an Rute und Pfoten finden viele Hunde gar nicht toll. Lieber genießen sie achtsame Streicheleinheiten an der Brust, an Bauch und Rücken oder seitlich am Hals.

Neben den Regeln fürs gute Miteinander sollten Eltern auch die Gesundheit des Hundes beachten. Tierarztbesuche und Impfungen, Fellpflege und -kontrolle (Zecken, Flöhe…) sowie regelmäßiges Entwurmen sind ein Muss. Die Menschen waschen sich vor dem Essen und nach dem Streicheln des Hundes die Hände. Hier wie auch bei allen anderen Aspekten im Umgang mit dem Haustier sind die Erwachsenen das Vorbild, an dem sich die Kinder orientieren können.

Jedem in der Familie ist somit klar, dass der Hund ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen ist. Dazu gehört unter anderem auch ausreichend Ruhe und Schlaf – rund18 Stunden pro Tag, Welpen und ältere Hunde mehr als 20 Stunden. Beherzigen alle die vereinbarten Regeln, ist dies die Grundlage für einen harmonischen Familienalltag, in dem der Hund eine große Bereicherung sein kann.

 

 

Noch ein Buch- und ein Podcast-Tipp für Kinder im Grund- und Vorschulalter:

„Das Hundebuch für Kids: verstehen, erziehen, spielen“ von Sandra Bruns (Kosmos-Verlag; € 6,50)

„Wuff&Wow – der Hundepodcast für Kinder“ mit Claudia Peter-Plum

Flitzen, balgen, hopsen macht mit Maß sicher Spaß

Wieviel Bewegung brauchen heranwachsende Hunde und warum?

Nala, 9 Monate alt, hat Power ohne Ende. Lucky mit seinen 6 Monaten ist kaum müde zu kriegen. Da liegt es vielleicht nahe, mit Lucky joggen zu gehen oder Nala im Garten mit einem Ball auszupowern. Gleichzeitig wird oft gesagt, Hunde im Wachstum sollen nicht zu viel rennen, springen, herumtoben. Warum ist das so?

Damit die Knochen und Gelenke des Hundes gesund wachsen und sich entwickeln können, ist eine der Entwicklung angemessene Bewegung sinnvoll. Die Knochen wachsen langsam, sind noch weich und nicht so belastbar. Die Wachstumsfugen sind noch nicht geschlossen. Dadurch können sich die Knochen leicht verformen oder absplittern. Dies kann Krankheiten und Fehlstellungen zur Folge haben, die den Hund später möglicherweise enorm belasten. Arthrose, Ellenbogen- oder Hüftgelenksdysplasie sind Beispiele.

Weniger ist manchmal mehr

Mit Welpen sollten wir kurz, dafür lieber öfters spazieren gehen. In den ersten Monaten hilft die Faustregel: maximal fünf Minuten pro Lebensmonat am Stück. Auch Junghunde brauchen eine der Entwicklung angemessene Bewegung. Sie sollen ein gutes Körpergefühl entwickeln können und sich vielseitig ausprobieren dürfen. Wir dürfen unsere Jungspunde über Luftmatratzen balancieren, unter Baumstämmen durchrobben lassen und vieles mehr, aber in gesunden Zeit-Portionen.

Die letzten Wachstumsfugen schließen sich bei Berner Sennenhunden, Golden Retrievern und anderen größeren Rassen im Alter von etwa 2 Jahren. Erst dann dürfen die Knochen voll belastet werden – und gerade bei größeren Hunden sollte eine Überbelastung der Knochen im Wachstum sorgsam vermieden werden. Malteser, Chihuahuas und andere kleinere Rassen sind etwas schneller fertig mit Wachsen, bei ihnen schließen sich die letzten Wachstumsfugen im Alter von etwa 1 Jahr.

Beim Thema Treppensteigen sind viele „Hunde-Eltern“ besonders vorsichtig – zu Recht. Dennoch sollen Hunde natürlich Treppen kennen lernen und auch üben, sie cool zu meistern. Damit dürfen die kleinen Entdecker auch schon in jungen Jahren starten. Mehrmals hoch- und runterflitzen ist aber auf keinen Fall eine gute Idee! Ebenso darf der Hund schon mal entspannt Bekanntschaft mit Fahrrädern und auf Dauer auch erste Übungen im Nebenherlaufen machen. All das aber gerne noch spielerisch und unbedingt kurz. Wir dürfen unseren Hunden also schon viel zeigen und mit ihnen gemeinsam einiges ausprobieren, aber eben alles bitte in Maßen und mit Geduld.

Auslastung ist mehr als Bewegung

Kleine Spaziergänge und respektvolle Spiele mit uns Menschen oder mit anderen Hunden bieten Welpen und Junghunden ausreichend Bewegung. Auch für erwachsene Hunde ist das Laufen am Fahrrad nicht unbedingt eine geeignete Auslastung, wildes Balljagen schon gar nicht. Kontrolliertes Dummy- oder Futterbeutelspiel eignet sich viel besser zur artgerechten Auslastung. Zudem ist natürlich Bewegung für den Hund auch längst nicht alles. Geistige Beschäftigung braucht er auf jeden Fall ebenso zum Glücklichsein.

Die Nase ist schon bei jungen Hunden schwer auf Zack. Mit ersten Schnüffelspielen wie dem Verstecken von Leckerlis können wir schon Welpen begeistern. Für Junghunde ist Nasenarbeit geradezu ideal, denn dabei ist der Hund konzentriert und fokussiert. Meistens wird zudem die Kooperation mit uns Zweibeinern gefördert. Manchmal können wir Schnüffelspiele auch mit kleinen Denk- und Tüftelaufgaben verbinden, wenn wir beispielsweise Leckerlis in ein Gefäß legen und noch ein Handtuch hineinstopfen. Nun darf der Hund die Leckerlis erschnüffeln und muss herausfinden, wie er an sie herankommt. Die Herausforderungen lassen sich nach Belieben steigern.

Nasenarbeit ist anstrengend für Hunde und macht müde. Schon ein paar Minuten reichen oft. Sie ist eine schonende, gesunde Beschäftigung für heranwachsende Hunde und bietet eine artgerechte und anspruchsvolle Auslastung für Hunde in jedem Alter. Und so sehr Hunde auch manchmal vor Kraft strotzen und über Stock und Stein toben wollen: Ruhe und Schlaf brauchen Hunde auch in ausreichendem Maße. Gerade für anscheinend nimmermüde Welpen und Junghunde sind Menschen, die das im Blick haben, eine gute Unterstützung. Erst wird eine Runde draußen getobt, dann hat der Hund drinnen Pause, kann ruhen und der Mensch macht etwas anderes. Das ist eine gute Grundlage für ein harmonisches Zusammenleben im Alltag.

Mehr gegenseitige Rücksicht hilft allen

Wenigstens kurz Hallo sagen lassen? Der will nur spielen? Nö!

Einer der ersten Sätze, die Sie auch bei uns in der Hundeschule hören: „Bitte keine Hundekontakte an der (kurzen) Leine!“ Für den Alltag und Ihre Spaziergänge empfehlen wir es ebenfalls. „Der will nur kurz Hallo sagen“ – den Satz haben Sie aber bestimmt auch schon öfters gehört, oder? Oft kommen andere Hunde dem eigenen viel zu schnell viel zu nah. „Der riecht nur kurz. Hunde brauchen ja auch Sozialkontakte“, heißt es dann häufig. Richtig so? Nö. Sieben Argumente gegen Hundebegegnungen an der Leine:

  • Die Leine verhindert arttypische Kommunikation

Hunde verständigen sich über die Körpersprache und damit auch über Bewegungen. Das ist an der Leine aber nicht oder nur begrenzt möglich und so kommt es zu Missverständnissen.

  • Leinensalat kann gefährlich werden

Am liebsten laufen Hunde in einem leichten Bogen umeinander und checken durch Analwittern den Geruch des Gegenübers ab. Schon dabei können sich die Leinen verheddern. Hunde, die sich bedrängt fühlen, weichen gerne aus, andere entfernen sich schnüffelnd oder rennen zur Ablenkung los. An der Leine ist das alles nicht möglich und ein Leinensalat kann gefährlich werden – für Mensch und Hund.

  • Pöbelei wird gefördert

Da der Hund nicht kommunizieren kann, wie er gern würde, geht er häufig zu drohendem Verhalten über. Indem er fixiert oder knurrt, zeigt er, dass er auf die Einhaltung seiner Individualdistanz besteht.

  • Gift für die Leinenführigkeit

Wer schon seinen Welpen an der Leine zu jedem anderen Hund lässt, fördert dadurch das Ziehen. Was der niedliche Kleine anfängt, macht er auch weiter, wenn er schon 25 oder mehr Kilo wiegt. Und auch mit erwachsenen Minis, die kläffend in der Leine hängen, sind entspannte Spaziergänge nicht möglich. Leinenbegegnungen führen beim Hund nämlich entweder zu der Erwartungshaltung „Juhu, ein anderer Hund, nix wie hin“ oder zur Schlussfolgerung „Oje, ein anderer Hund, nix wie weg“, zur Not eben durch Ziehen und indem er Sie ausblendet.

  • Sozialisation und Sozialkontakte gehen anders

Da an der Leine sowieso keine „normale“ Kommunikation möglich ist, wird die Sozialisation auch nicht gefördert. Der Hund kann hier gar nicht lernen, mit Artgenossen angemessen zu kommunizieren. Und was die Sozialkontakte eines erwachsenen Hundes angeht, überschätzen wir die Bedürfnisse unserer Hunde oft. Definitiv kommt es bei Sozialkontakten immer vor allem auf die Qualität und nicht auf die Quantität an.

  • Die Bindung kriegt einen Knacks

Manche Hunde lassen das Beschnüffelt werden steif oder erstarrt über sich ergehen. Hier bräuchte der unsichere Hund Unterstützung von uns. Damit sich ein Hund bei uns sicher fühlen und sich an uns orientieren kann, muss er sich auf uns verlassen können. Wir haben ihn angeleint und sind damit auch für sein Wohlbefinden verantwortlich.

  • Die Leine schafft einen Schutzraum

Apropos Verantwortung: Wenn wir unseren Hund anleinen, schaffen wir einen Schutzraum für unseren Hund, der ihm Sicherheit bietet. Die Leine ist dabei die fühlbare Verbindung zwischen ihm und uns, über die wir auch miteinander kommunizieren können. Für Hunde, die an der Leine von anderen belästigt werden, stellt der Leinenradius keinen Schutzbereich dar.

 

Qualität ist wichtiger als Quantität

Auch im Freilauf müssen nicht alle Hunde unserem Vierbeiner Hallo sagen. Kontakte sollten immer nur mit ausdrücklicher Zustimmung beider Seiten stattfinden. Nur weil ein Hund frei oder an der Schleppleine läuft, ist das noch lange kein Freifahrtschein, dass er jeden begrüßen darf oder andere Hunde einfach angerannt kommen können. Die Argumente mit der Kommunikation und der Leinenführigkeit fallen im Freilauf zwar weg. Aber es gibt andere Gründe, warum ungefragter Hundekontakt tabu sein sollte.

Möglicherweise ist der eigene oder der andere Hund

  • im Training
  • läufig
  • frisch operiert
  • krank
  • unverträglich

Nun kann es natürlich passieren, dass jemand mit freilaufendem Hund uns nicht früh genug sieht und dessen Hund zu uns flitzt. Gut, wenn der Halter den Hund gleich wieder zurückruft oder holt. Doof, wenn Frauchen oder Herrchen einfach gemütlich weiterschlendern und sich nicht kümmern. Aber wie ist es mit den vielbeschworenen Hundekontakten, die unsere Vierbeiner doch brauchen?

  • Sozialkontakte brauchen unsere Hunde natürlich

Die wichtigsten Sozialkontakte für einen Hund sind seine Menschen. Dass wir ein mindestens ebenso hochwertiger Sozialpartner sind wie ein Artgenosse, ist eine Folge der Domestikation. Wie toll ist das denn für uns als Frauchen oder Herrchen?! Wenn wir uns ein wenig Mühe geben und uns interessant machen für unseren Hund, machen wir ihn glücklich.

  • Erwachsene Hunde spielen eher selten

Ihr Bedürfnis zu spielen, ist gesunken – und manches, was Hundehalter für Spielen halten, ist zum Beispiel eher territoriales Verhalten, sexuelles Interesse oder eine Übersprunghandlung. Wenn erwachsene Hund spielen, dann eher mit ihnen vertrauten Hunden. Leider sieht man allzu häufig Hunde, die gegen ihren Willen zu Kontakten geradezu genötigt werden.

  • Lieber ein oder zwei Hundekumpel treffen

Hunde finden es weder gut noch nötig, ständig neue Bekanntschaften zu machen. Besser gefällt es Ihnen, vertraute Hunde zu treffen. Es kommt überhaupt nicht auf die Menge an Freundschaften an, sondern vielmehr auf die Qualität. Unsere Pflicht als Halter ist es, auf positive Sozialkontakte zu achten!

 

Ohne Zustimmung und an der Leine lieber alleine

Wie wäre es, wenn wir alle, die wir ein so schönes Hobby teilen – nämlich das Leben mit Hund – solidarischer und rücksichtsvoller miteinander umgehen würden?! Uns alle eint die Liebe zu unseren Hunden und wir alle wollen ein entspanntes Zusammenleben mit ihnen. Daher sollte es selbstverständlich sein, dass wir unsere Hunde an die Leine oder zu uns herannehmen, wenn uns ein anderer Hund an der Leine entgegenkommt. Wir gehen dann einfach an ihm vorbei. Haben wir Sorge, dass es nicht klappt, machen wir einen Bogen.

Ist der entgegenkommende Hund im Freilauf, ruft man seinen Hund ebenfalls heran und erkundigt sich, ob Kontakt erwünscht ist oder nicht. Wie auch immer die Antwort ausfällt, sollten wir sie respektieren. Gründe für die eine oder andere Entscheidung gibt es viele. Vielleicht hat das Gegenüber gerade einfach keine Lust oder keine Zeit. Alles in allem führt mehr gegenseitige Rücksicht zu harmonischeren Spaziergängen und somit zu glücklicheren Menschen und Hunden – was doch unser aller Ziel ist!

Für positive Sozialkontakte sorgen

Lassen Sie die Hundewiese lieber links liegen

Hundewiesen sind auf den ersten Blick ein Traum für Hund und Halter: Spiel, Spaß und jede Menge Sozialkontakte für unsere Vierbeiner, für die Menschen ein paar bequeme Minuten und vielleicht sogar nette Gespräche… Leider ist die Wirklichkeit von dieser Traumvorstellung weit entfernt, insbesondere für unsere Hunde.

Die meisten erwachsenen Hunde haben kaum noch oder gar kein Bedürfnis mehr zu spielen, schon gar nicht in einem wilden Pulk mit mehreren Hunden. Was wir vermeintlich für Spiel halten, ist häufig kein echtes Spiel. Die Hunde zeigen vielmehr Territorial-, Sexual- oder Übersprungverhalten.

Selbstverständlich brauchen Hunde Sozialkontakte. Wir sind ihre wichtigsten Sozialpartner! Das Bedürfnis nach innerartlichem Sozialkontakt darüber hinaus ist ganz unterschiedlich. Aber auf alle Fälle kommt es dabei nicht auf möglichst viele verschiedene Kontakte an. Kein Kontakt ist immer besser als ein schlechter.

Hunde sind doch Rudeltiere

Ja, Hunde sind Rudeltiere. Aber auf Hundewiesen trifft sich kein „Rudel“. In einem Rudel kennen sich alle Tiere, leben miteinander oder treffen sich zumindest sehr regelmäßig. Für Hunde macht es wenig Sinn, sich ständig mit anderen, neuen Artgenossen zu treffen oder gar auf Kommando und ohne Kennenlernphase spielen zu müssen.

Spaßverderber wollen wir nicht sein. Aber die Folgen von unkontrollierten, negativen Kontakten sind vielfältig. So manche Ängste, Aggressionen und Konflikte zwischen Hunden würden überhaupt nicht entstehen, wenn ihre Halter nicht auf Biegen und Brechen auf Hundekontakte aus wären und ihre Hunde zum „Spielen“ schicken würden. Körpersprachliche Signale wie das Wedeln mit der Rute, werden dabei oft missdeutet – es zeigt nicht Freude, sondern Erregung an.

Was mit Rennen, Raufen, Toben und Balgen beginnt, wird häufig zur wilden Hetzjagd. Das vermeintliche Spiel schlägt in Mobbing um. Das Opfer wird sich ganz bestimmt nicht wohlfühlen dabei. Auch kleine und größere Verletzungen auf Hundewiesen sind keine Seltenheit.

Welpen auf der Hundewiese laufen zu lassen, kann ebenso gefährlich sein. „Welpenschutz“ ist ein Märchen, macht biologisch keinen Sinn und existiert nicht. Auch und besonders Welpen brauchen nicht viele, sondern gute Hundekontakte. Solange Knochen und Bänder noch nicht vollständig ausgereift sind, sollten die Spieleinheiten außerdem kurz sein. Im Wachstum sind die Knochen noch weich, eine Überbelastung kann zu Fehlstellungen und Krankheiten führen.

Spannungen schon auf dem Weg

Häufige Besuche auf der Hundewiese führen dazu, dass der Hund schon an der Leine zu ziehen beginnt, wenn Sie sich mit ihm zusammen dem Gelände von weitem nähern. Auch dabei wird seine Anspannung und Erregung oft als Freude missverstanden.

Viele Hunde sind glücklicher, wenn sie Artgenossen aus dem Weg gehen dürfen, und wissen es zu schätzen, wenn ihre Menschen sie dabei unterstützen. Kleber für die Bindung ist das! Ein sozialverträglicher Hund ist ein Hund, der Konflikten aus dem Weg geht, sie vermeiden kann. Keinesfalls aber ein Hund, der mit allen anderen Hunden Kontakt sucht.

„Die Hunde regeln das unter sich“ scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein auf Hundewiesen. Natürlich werden die Hunde das tun, allerdings müssen wir dann mit den Konsequenzen leben. Und wollen nicht wir diejenigen sein, die das Verhalten, die Erziehung und die Erfahrungen des Hundes regeln? Für ein harmonisches Zusammenleben ist es sinnvoll, wenn unser Hund sich bei uns sicher fühlen und an uns orientieren kann.

Ausgewählte und achtsame Begegnungen

Fest steht: Ein, zwei oder drei nette Hundefreundschaften reichen auf jeden Fall. Wenn Sie sich mit einem anderen Mensch-Hund-Team verabreden und die Hunde einander noch nicht kennen, gehen sie erstmal auf neutralem Gelände (zum Beispiel auf einem breiten Waldweg) gemeinsam spazieren. Lassen Sie den Hunden Zeit und Raum. Hundebegegnungen sind dann eine Bereicherung, wenn die Vierbeiner entspannt die Möglichkeit haben, sich kennen zu lernen, und auch entscheiden dürfen, welchen Artgenossen sie mögen und welchen nicht.

Wenn Sie später einen Freilauf starten, respektieren Sie es, wenn sich die Hunde nicht miteinander beschäftigen. Wenn sie spielen, achten Sie auf typische Spielmerkmale: zum Beispiel wechselnde Rollen, übertriebene Bewegungen und kurze Pausen, in denen sich die Hunde versichern, ob der andere noch Lust hat. Warten Sie nicht, bis die beiden überdrehen. Sucht einer der Hunde Nähe bei den Menschen? Ein Indiz dafür, dass es ihm reicht. Halten Sie die Spielsequenzen kurz und beenden Sie das Spiel, wenn noch alle freudig dabei sind.

Käsebaum und Baumstamm-Sidesteps

Kleine Spiele für den Spaziergang

Mit Frauchen und Herrchen was Tolles erleben – das wollen Hunde auf dem Spaziergang! Oft sieht die Realität aber anders aus: Für den Hund ist der Spaziergang ein Tageshighlight, sein Mensch möchte aber einfach mal durchatmen, laufen und an nichts denken müssen. Also gehen beide ihres Weges, der Hund riecht hier, buddelt da und zieht dorthin…

Selbstverständlich müssen wir unsere Hunde nicht dauerbespaßen. Aber ein paar gemeinsame Aktivitäten auf dem Spaziergang sorgen für Gemeinsamkeit, Aufmerksamkeit und Orientierung, sprich Frauchen und Herrchen sind interessant und das fördert die Bindung. Hier ein paar Vorschläge für kleine Schnüffelspiele und ein bisschen Sport für unterwegs. Alles, was Sie dafür brauchen, sind ein paar kleine Leckerchen und natürlich gute Laune.

Beschäftigung für Supernasen

Lassen Sie Ihren Hund sitzen, werfen Sie ein Leckerchen (oder mehrere) ins Gras und fordern Sie Ihren Hund dann auf, zu suchen. Die Leckerlis können Sie auch unter Blättern, in weicher Erde oder an anderen spannenden Stellen verstecken – vielleicht auch mal, ohne dass Ihr Hund dabei zugucken darf. Signalisieren Sie Ihren Hund mit „Such“ oder „Nimm“ ausdrücklich, wenn er Leckerchen am Boden suchen bzw. fressen darf. So und durch den gesamten Kontext versteht er den Unterschied zu verbotener Selbstbedienung, wenn er Essbares findet. Bis Sie fertig mit verstecken sind, soll Ihr Hund im „Sitz“ oder „Platz“ warten. Auf diese Weise haben Sie gleich die Basissignale geübt. Seien Sie konsequent und bringen Sie Ihren Hund zurück ins „Sitz“, wenn er zum Frühstart ansetzt.

Sie sind der Held

Lassen Sie auf dem Spaziergang mal unbemerkt ein Leckerchen fallen. Ein, zwei Schritte später drehen Sie sich um und „finden“ es: „Oh, schau mal hier…!“ Mit einem Signal wie „Nimm“ können Sie nun das Leckerchen Ihrem Hund überlassen, der sehr erstaunt sein wird. Möglicherweise hat er Sie bislang für einen ziemlich talentfreien Jäger gehalten und ist nun ganz beeindruckt von Ihrem Fund.

Sich strecken am Käse-Baum

Suchen Sie einen Baum mit grober Rinde. Lassen Sie Ihren Hund sitzen und warten. Sie klemmen nun ein oder mehrere Leckerchen in die Rinde. Käse hält besonders gut, es geht aber auch mit anderen Leckerchen. Beispielsweise mit „Nimm“ schicken Sie Ihren Hund nun zum Baum und er darf sich die Leckerchen holen. Stecken Sie die Leckerchen beim nächsten Mal so weit oben in die Rinde, dass sich Ihr Hund ordentlich strecken muss. Oder befestigen Sie mehrere Leckerchen an ganz unterschiedliche Stellen, so dass Ihr Hund sich ein wenig anstrengen muss, um alle zu ergattern. Sie können auch mal ein Leckerchen am Baum verstecken, ohne dass ihr Hund Ihnen dabei zuschauen darf. Ziehen Sie das Leckerchen von ganz unten über die Rinde hoch bis zu der Stelle, an der Sie es festklemmen. Zeigen Sie Ihrem Hund den Start der Spur, dann kann er sich das Leckerchen erschnuppern.

Balancieren auf Baumstämmen

Balancieren ist eine prima Auslastung! Liegen entlang Ihres Weges Baumstämme, bauen Sie sie doch gleich in ein kleines Fitnessprogramm für Ihren Hund ein. Um das reine Balancieren noch ein wenig zu toppen, können Sie Signale wie „Sitz“ oder „Platz“ integrieren. Auch verschiedene Tempi, Kehrtwenden oder Drehungen erhöhen den Schwierigkeitsgrad. Loben Sie Ihren Hund ausdrücklich für alles, was er gut macht!

Sidesteps üben

Baumstämme bieten noch weitere Möglichkeiten. Üben Sie mit Ihrem Hund doch mal, dass er mit den Vorderpfoten auf dem Baumstamm, mit den Hinterpfoten noch auf dem Boden steht. Dafür können Sie auf Dauer natürlich auch ein Signal einführen. Nicht ganz so einfach, aber eine tolle Übung: Probieren Sie, Ihren Hund in der Position mal ein Stückchen nach links oder rechts zu locken. Das geht mit Leckerchen, Handgesten oder einem Target. Ihr Hund soll nun ein, zwei, drei Schritte mit den Hinterpfoten auf dem Boden und den Vorderpfoten auf dem Baumstamm in diese Richtung mitkommen. Manchmal erfordert diese Übung ein bisschen Geduld. Außerdem ist sie anstrengend für Ihren Hund, darum bitte nicht übertreiben.

Freestyle-Agility und mehr

Parkbänke zum Durchkriechen, abgeschnittene Baumwurzeln zum Draufhüpfen, Äste am Boden zum Drüberspringen… Sie finden bestimmt noch weitere Möglichkeiten, den Spaziergang mit kleinen Spielen und Aufgaben aufzupeppen. Auch mit Dummy oder Futterbeutel können Sie viele gemeinsame Aktivitäten starten. Und natürlich ist es für Ihren Hund spannend, mit Ihnen zusammen auch immer mal wieder neue Wege und Gegenden zu erkunden.

Viel Spaß wünschen wir!