Die Leine: Unverzichtbar, aber nicht immer einfach!

Viele Hundebesitzer haben ein klares Bild vor Augen, wenn ein Welpe oder junger, unerfahrener Hund ins Haus kommt: lange, harmonische Spaziergänge – mal an der Leine, mal im Freilauf, immer in perfektem Einklang mit dem Menschen. Doch die Realität sieht oft anders aus. Viele Hunde mögen ihr Halsband oder Geschirr anfangs nicht, ziehen in alle Richtungen oder übernehmen direkt das Kommando nach dem Motto: „Ich ziehe, Mensch folgt.“ Damit die Leine nicht zur täglichen Herausforderung wird, sondern zu einem nützlichen Hilfsmittel für entspannte Spaziergänge, gibt es einige bewährte Methoden zur sanften und positiven Gewöhnung an die Leine.

Die richtige Leine wählen

Nicht jede Leine eignet sich gleichermaßen für das Training. Flexi-Leinen sind beispielsweise nicht ideal, da sie dem Hund beibringen, dass Ziehen zum Erfolg führt. Durch die permanente Spannung spürt der Hund seinen Menschen immer und lernt kaum, sich wirklich an ihm zu orientieren. Besser geeignet sind verstellbare Leinen, die sich je nach Situation anpassen lassen. Zu kurze Leinen können ebenfalls problematisch sein, da sie beim Losgehen oft sofort unter Spannung stehen und dem Hund wenig Spielraum geben. Eine mittellange, verstellbare Leine bietet daher die beste Kontrolle und ermöglicht gleichzeitig ein angenehmes Laufgefühl für den Hund.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wahl des richtigen Karabiners. Bei kleinen Hunden sollte darauf geachtet werden, dass der Karabiner nicht zu groß und schwer ist, da er sonst unangenehm am Halsband oder Geschirr ziehen kann. Umgekehrt sollte bei großen, kräftigen Hunden ein stabiler und robuster Karabiner gewählt werden, um ein sicheres Handling zu gewährleisten.

Die Leine als positives Signal

Um die Leine mit positiven Erfahrungen zu verknüpfen, kann man sie zunächst in einem entspannten Umfeld anlegen – ohne sie direkt zu benutzen. Beispielsweise beim Füttern oder Kuscheln, sodass der Hund sie als etwas Alltägliches akzeptiert. Ein spielerischer Ansatz kann ebenfalls helfen: Der Hund wird mit einem Spielzeug motiviert, seinem Menschen zu folgen, während dieser die Leine für kurze Strecken aufnimmt. So verbindet er das Laufen an der Leine direkt mit einer angenehmen Aktivität. Diese Methode eignet sich auch hervorragend für Hunde, die bisher schlechte Erfahrungen mit der Leine gemacht haben.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Hund sollte beim Anlegen der Leine ruhig bleiben. Begeisterung ist in Ordnung, aber wenn der Vierbeiner schon beim Anblick der Leine vor Aufregung durch den Flur springt, wird der Spaziergang vermutlich stressig beginnen. Ruhige Interaktionen, etwa Streicheleinheiten bei angelegter Leine, helfen dabei, die Erregung auf einem angenehmen Level zu halten.

Die richtige Position: Der Hund bleibt im Hintergrund

Bereits während der ersten Übungen kann trainiert werden, dass der Hund sich an der Leine hinter oder neben seinem Menschen orientiert. Das verhindert nicht nur, dass er sich eine „Zuggewohnheit“ aneignet, sondern stärkt auch die Kontrolle und Sicherheit. Der Mensch übernimmt die Führung und entscheidet, ob eine Begegnung mit anderen Hunden oder Menschen erwünscht ist.

Eine einfache Übung für den Einstieg: Man stellt sich mit dem Hund zwischen zwei Hindernisse, z. B. parkende Autos oder Büsche, sodass eine Art „Tor“ entsteht. Der Hund darf nicht eigenständig aus diesem Tor heraustreten, sondern bleibt hinter seinem Menschen. Dies kann durch eine sanfte Blockade mit dem Bein oder einer vorsichtigen Handbewegung unterstützt werden. Anfangs sollte die Ablenkung minimal sein, kann aber nach und nach gesteigert werden – etwa indem eine andere Person von vorn mit Futter oder Spielzeug lockt. So lernt der Hund, sich an der Körpersprache seines Menschen zu orientieren.

Hörzeichen gezielt einsetzen

Oft hört man Hundehalter bereits in den ersten Tagen permanent „Fuß“ oder „bei Fuß“ rufen. Doch ein Hund muss diese Kommandos erst verstehen und richtig verknüpfen. Wenn er sie ständig hört, während er an der Leine zieht oder schnuppert, verbindet er sie womöglich mit dem falschen Verhalten. Stattdessen sollte das Hörzeichen erst gegeben werden, wenn der Hund bereits einige Meter korrekt neben seinem Menschen läuft – und natürlich direkt belohnt werden.

Hier ist auch der Unterschied zwischen Belohnung und Bestechung wichtig: Hält man dem Hund permanent ein Leckerli vor die Nase, folgt er eher dem Futter als dem Menschen. Gibt man ihm die Belohnung erst nach einer erfolgreich gemeisterten Sequenz, verstärkt man das gewünschte Verhalten nachhaltig.

Üben in ablenkungsarmer Umgebung

Ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Leinenführigkeit ist die Wahl der richtigen Trainingsumgebung. Die ersten Übungen sollten immer in einer möglichst ruhigen, ablenkungsarmen Umgebung stattfinden – beispielsweise im Wohnzimmer, im Garten oder auf einer wenig besuchten Wiese. Erst wenn der Hund die Grundlagen verstanden hat, kann die Ablenkung schrittweise gesteigert werden. Dazu kann man nach und nach in belebtere Gegenden wechseln oder gezielt kontrollierte Reize (wie spielende Kinder in der Ferne oder andere Hunde auf Abstand) hinzufügen. So bleibt der Hund konzentriert und lernt, auch unter Ablenkung an der Leine entspannt zu bleiben.

Wie kommt man mit einem jungen Hund trotzdem voran?

Viele Hundebesitzer fragen sich, wie sie mit einem Welpen Spaziergänge gestalten sollen, wenn er anfangs nicht an der Leine laufen soll. Hier einige Tipps:

  1. Tragen oder Transport nutzen: Gerade in der Anfangsphase kann es sinnvoll sein, den Welpen zu tragen oder mit dem Auto in eine ruhigere Umgebung zu fahren, um ihn nicht zu überfordern.
  2. Unterschiedliche Leinenführung etablieren: Eine kurze Leine (z. B. am Halsband) für konzentrierte Übungen und eine längere Leine (z. B. am Geschirr) für entspannte Erkundungsgänge helfen dem Hund, den Unterschied schnell zu verstehen.
  3. Den natürlichen Folgetrieb nutzen: In sicheren Umgebungen kann der Welpe frei laufen und wird sich automatisch an seinem Menschen orientieren. Spielerische Elemente wie Richtungswechsel, Tempowechsel oder kleine Versteckspiele verstärken diese Orientierung.

Auch für ältere Hunde, die das Leinenlaufen neu lernen, ist eine Unterscheidung zwischen konzentriertem Training an der kurzen Leine und lockerem Gehen an der langen Leine hilfreich.

Fazit: Mit Geduld und Spaß zur Leinenführigkeit

Die Leine ist ein unverzichtbares Hilfsmittel – doch sie sollte nicht mit Kampf oder Frust verbunden sein. Mit positiven Erfahrungen, klarer Führung und gezieltem Training kann jeder Hund lernen, entspannt und freudig an der Leine zu gehen. Also: Leinen anlegen und mit Spaß durchstarten – für harmonische Spaziergänge mit deinem Vierbeiner!

Impulskontrolle und Frustrationstoleranz beim Hund

Warum sie so wichtig sind und wie Fehler entstehen

Ein entspannter Hund, der uns ruhig und gelassen im Alltag begleitet – das ist das Ziel der meisten Hundehalter*innen. Doch oft kommt es in Alltagssituationen zu Schwierigkeiten, sei es an der Leine, bei Begegnungen mit anderen Hunden oder in belebten Umgebungen. Zwei zentrale Faktoren für das Verhalten deines Hundes sind seine Impulskontrolle und Frustrationstoleranz. Was es damit auf sich hat, welche Fehler oft gemacht werden und wie Erwartungshaltungen das Verhalten deines Hundes beeinflussen können, erfährst du in diesem Artikel.

Was sind Impulskontrolle und Frustrationstoleranz?

Impulskontrolle ist die Fähigkeit deines Hundes, auf einen Reiz nicht sofort zu reagieren. Sie sorgt dafür, dass er sich beispielsweise zurücknehmen kann, anstatt direkt hinter einem Ball herzurennen oder auf andere Hunde zuzueilen.

Frustrationstoleranz beschreibt, wie gut dein Hund damit umgehen kann, wenn er nicht sofort bekommt, was er möchte. Das könnte sein, dass er nicht zu einem Spielkameraden darf oder dass er vor dem Fressen einen Moment warten muss. Ebenso wichtig ist es, dass dein Hund lernt, auch einmal nicht im Mittelpunkt zu stehen. Viele Hunde entwickeln Stress oder fordern lautstark Aufmerksamkeit ein, wenn sie ignoriert werden. Ein Beispiel: Dein Hund liegt entspannt in seinem Korb, während du dich mit etwas anderem beschäftigst. Indem du ihn bewusst nicht beachtest, gibst du ihm die Chance, zu lernen, dass es in Ordnung ist, nicht permanent Aufmerksamkeit zu bekommen.

Diese beiden Eigenschaften sind essenziell für einen ausgeglichenen Hund, der stressfrei mit verschiedenen Situationen umgehen kann. Fehlen sie, entsteht häufig ein Verhalten, das von Menschen als problematisch wahrgenommen wird, wie Bellen, Ziehen an der Leine oder ständiges Jammern.


Welche Fehler können entstehen?

Einige typische Fehler in der Hundeerziehung führen dazu, dass die Impulskontrolle und Frustrationstoleranz eines Hundes nicht ausreichend entwickelt werden. Hier sind einige Beispiele:

  1. Falsche Verstärkung von Erregung:
    Hunde lernen durch Wiederholung. Wenn dein Hund bei jeder Begegnung mit einem Artgenossen in hoher Erregungslage (z. B. Bellen, Jammern, Ziehen) zu diesem hin darf, verstärkt sich dieses Verhalten. Dein Hund verknüpft: „Wenn ich laut bin oder ziehe, bekomme ich, was ich will.“ Die Erwartungshaltung steigt, und das Verhalten wird immer intensiver.
  2. Inkonsequenz:
    Wenn ein Hund in einer Situation einmal etwas darf und in einer ähnlichen Situation nicht, wird er schnell unsicher. Diese Unsicherheit kann Stress und Fehlverhalten wie Bellen, Springen oder Jammern auslösen.
  3. Fehlende gezielte Übung:
    Impulskontrolle und Frustrationstoleranz müssen übt werden. Ohne gezielte Trainingseinheiten, in denen dein Hund lernt, Reize auszuhalten oder auf etwas zu warten, fehlen ihm die Werkzeuge, um in Alltagssituationen ruhig zu bleiben.

Ein Beispiel: Erwartungshaltungen und Fehlverhalten

Stell dir vor, dein Hund darf häufig in hoher Erregungslage zu anderen Hunden laufen. Anfangs erscheint es vielleicht harmlos, weil er nur freudig jammert oder zieht. Doch langfristig entsteht daraus eine starke Erwartungshaltung: „Ich sehe einen Hund, also darf ich hin.“
Wenn diese Erwartung nicht erfüllt wird, reagiert dein Hund mit Frustration, die sich durch Bellen, Jammern oder sogar aggressives Verhalten äußern kann. Das Problem: Dein Hund hat nie gelernt, dass er nicht immer das bekommt, was er will, oder dass er auch in Anwesenheit anderer Hunde ruhig bleiben kann.


Warum sind Impulskontrolle und Frustrationstoleranz so wichtig?

Ein Hund mit guter Impulskontrolle und Frustrationstoleranz ist:

  • Gelassener: Er kann in Situationen, die ihn reizen, ruhig bleiben.
  • Flexibler: Er ist in der Lage, auf dich zu achten und sich an verschiedene Umstände anzupassen.
  • Alltagstauglicher: Er kann dich an Orte begleiten, ohne sich durch alles ablenken zu lassen.

Diese Fähigkeiten sind entscheidend, wenn du dir einen Hund wünschst, der stressfrei überall dabei sein kann – ob im Straßencafé, beim Spaziergang in der Stadt oder im Urlaub.


Wie kannst du Impulskontrolle und Frustrationstoleranz trainieren?

  1. Erwarte nicht sofort Perfektion: Beginne mit kleinen Übungen, wie z. B. deinem Hund beizubringen, vor dem Napf zu warten, bis du ihm das Kommando zum Fressen gibst.
  2. Belohne ruhiges Verhalten: Verstärke gezielt Momente, in denen dein Hund ruhig bleibt, statt Erregung zu belohnen.
  3. Nutze kontrollierte Situationen: Plane Trainingsmomente, in denen dein Hund lernt, dass nicht jeder Reiz erreichbar ist. Beispielsweise kann er einen anderen Hund aus der Ferne sehen, ohne hinlaufen zu dürfen.
  4. Sei konsequent: Ein klares und vorhersehbares Verhalten von dir hilft deinem Hund, sich sicher zu fühlen.
  5. Geduld und Zeit: Beide Fähigkeiten brauchen Zeit, um sich zu entwickeln. Gib deinem Hund und dir selbst die Chance, Schritt für Schritt Fortschritte zu machen.

Fazit

Impulskontrolle und Frustrationstoleranz sind Schlüsselfähigkeiten, um einen entspannten und alltagstauglichen Hund zu haben. Durch gezieltes Training und den bewussten Umgang mit Erwartungshaltungen kannst du deinem Hund helfen, diese Fähigkeiten zu entwickeln. So werdet ihr gemeinsam zu einem Team, das stressfrei und gelassen jede Herausforderung meistert.

Ernährungsberatung für Hunde

Die richtige Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Hunde. Eine Ernährungsberatung für Hunde ist besonders dann empfehlenswert, wenn der Vierbeiner gesundheitliche Probleme hat, die mit der Ernährung zusammenhängen. Ob Übergewicht, Allergien, Durchfälle, Haut- und Fellveränderungen, Leber- oder Nierenerkrankungen – viele Beschwerden lassen sich durch eine Ernährungsanpassung lindern oder ganz beseitigen. Auch gesunde Hunde profitieren von einer Ernährungsberatung.

 

In diesem Blogartikel geht es um die Frage, in welchen Fällen eine Ernährungsberatung für Hunde sinnvoll ist, was Hundehalter in der Beratung erwarten dürfen und was einen guten Tierernährungsberater ausmacht.

 

Wann ist eine Ernährungsberatung sinnvoll?

 

Orientierung im Futterdschungel: Wohl jeder Hundehalter wünscht sich ein langes, gesundes Leben für seinen Hund. „Du bist, was du isst“ – dieser Leitsatz gilt nicht nur für uns Menschen. Ziel ist es also, ein geeignetes Futter für den eigenen Vierbeiner zu finden. Doch oft fällt es Hundebesitzern schwer, den Überblick über die Vielzahl an Futtermitteln zu behalten. Trockenfutter, Feuchtfutter oder doch BARF? In diesem Fall kann eine professionelle Ernährungsberatung für Hunde sinnvoll sein, die richtige Wahl zu treffen. Nicht jedes Futter ist für jeden Hund geeignet, da die Bedürfnisse je nach Rasse, Alter und Gesundheitszustand variieren. Ein Experte hilft dabei, das optimale Futter für den eigenen Hund zu finden und unterstützt bei der Umstellung auf ein anderes Futter. Auch allgemeine Beratungen darüber, wie man als Hundebesitzer Futterdeklarationen richtig lesen (und deuten) kann und worauf bei der Futterwahl zu achten ist, um zukünftig eigenständig den Durchblick zu behalten, bieten viele Ernährungsberater für Tiere an.

 

Mahlzeiten selbst zubereiten: Eine Ernährungsberatung empfiehlt sich vor allem dann, wenn das Hundefutter vom Halter selbst zubereitet wird. Egal, ob Rohfutter (BARF) oder selbst gekocht – wichtig ist, sicherzustellen, dass der Hund alle notwendigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe in ausreichender Menge erhält und somit langfristig gesund bleibt. Tierernährungsberater können dazu beraten, welche Futterbestandteile in welchem Verhältnis notwendig und welche Nahrungsergänzungen sinnvoll sind. Sie erklären, was es beim Kochen von Hundefutter zu beachten gilt oder bei der Zubereitung roher Mahlzeiten.     Fast alle Tierernährungsberater bieten an, Futterpläne für den jeweiligen Hund zu erstellen.

 

Gesundheitliche Probleme: Der erste Gang führt Hundehalter mit symptomatischen Hunden zumeist zum Tierarzt. Dort wird nach der Anamnese und Untersuchung in der Regel eine Diagnose gestellt und eine geeignete Behandlung vorgeschlagen. Die Ernährung spielt bei sehr vielen Erkrankungen eine entscheidende Rolle. Das betrifft nicht nur die offensichtlichen Ernährungsthemen wie Übergewicht, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Probleme mit dem Verdauungstrakt wie Durchfälle – auch bei anderen Erkrankungen profitieren Hunde von einer angepassten Diät. Der Begriff Diät bedeutet hier nicht, dass der Hund abnehmen soll, sondern dass es sich um eine speziell angepasste Ernährung für eine jeweilige Erkrankung handelt. So gibt es zum Beispiel eine Leberdiät, in der unter anderem auf eine fettarme Futterzusammenstellung geachtet wird. Bei Niereninsuffizienzen wird, je nach Stadium der Nierenschwäche, der Phosphorwert in der Mahlzeit schrittweise gesenkt. Das kann mit der richtigen Auswahl an natürlichen Futterbestandteilen realisiert werden. Dafür besitzt der Tierernährungsberater genaueste Kenntnis über Nährwerte der einzelnen Futterbestandteile. Verkäufliche Diät-Futter (z.B. Nassfutter in Dosen) haben den Nachteil, dass sie nicht individuell an das Stadium der Erkrankung angepasst werden können.

 

Bei Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten ist zunächst selten klar, worauf der Hund eigentlich reagiert. Das heißt: Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen beginnt. Mittels einer Ausschlussdiät kann herausgefunden werden, worauf der Hund reagiert. Auch hier beraten und begleiten Tierernährungsberater und geben hilfreiche Tipps zum sinnvollen Aufbau und Ablauf der Ausschlussdiät. Und nein, Pferdefleisch ist nicht automatisch die Lösung!

 

Haut- und Fellveränderungen können durch Futtermittelunverträglichkeiten ausgelöst werden, sie können aber auch viele andere Ursachen haben. Im Idealfall sind andere Ursachen, wie Parasitenbefall, abgeklärt, bevor der Hund beim Tierernährungsberater vorstellig wird.

 

Verdauungsstörungen wie Durchfall, Erbrechen, wechselnde Kotbeschaffenheit, schleimiger Kot, Magenschmerzen, Blähungen usw., zum Teil begleitet von Gras fressen, sind der häufigste Grund, warum Herrchen/Frauchen bei einem Tierernährungsberater Rat suchen. Die Vorgeschichte ist nicht selten ein erfolgloser Tierärztemarathon, mitunter mit wiederholter Antibiotikagabe. Tierernährungsberater fragen dann in einer ausführlichen Anamnese genau nach: Wann genau erbricht der Hund? Wie sieht das Erbrochene aus? Wann genau wird gefüttert? Was wird gefüttert? Wie sieht der Kot aus? Die Fragen sind manchmal durchaus gewöhnungsbedürftig, zum Beispiel wenn die Kotbeschaffenheit in Farbe und Konsistenz genau beschrieben werden soll. Sehr verrückt: Tierernährungsberater freuen sich über Fotos vom „Haufen“, weil diese ihnen Aufschluss über die Ursache der Verdauungsstörung geben. Über die sehr ausführliche Anamnese, die nicht selten länger als eine Stunde dauert, können Tierernährungsberater das Problem zumeist eingrenzen. Liegt das Problem im Dünn- oder Dickdarm? Oder im Magen? Ist zu viel oder zu wenig Magensäure das Problem? Liegt es an der Ernährung selbst oder ist eventuell der Verdauungstrakt aktuell nicht in der Lage, das (eigentlich verträgliche) Futter ausreichend gut zu verdauen?

 

Tierernährungsberater arbeiten auch mit Befunden vom Tierarzt, zum Beispiel Blutbilder, die auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hinweisen. Sie können aber auch in Absprache mit dem Tierhalter entscheiden, eine Kotprobe ins Labor zu geben.

 

Futterplan erstellen lassen: Zu den am häufigsten verlangten Dienstleistungen gehört der Wunsch nach einem individuellen Futterplan für den eigenen Hund. Die Halter können nach diesem Plan selbst zubereiten – oder in einem BARF-Geschäft zubereiten lassen – und müssen sich keine Sorgen machen, dass es langfristig zu Nährstoffdefiziten kommt. Futterpläne können für gesunde und kranke Hunde erstellt werden. Bei kranken Hunden berücksichtigt der Tierernährungsberater die notwendigen Maßnahmen, die sich aus der aktuellen gesundheitlichen Situation ergeben. Unterschieden wird auch, ob die Zutaten roh oder gekocht verfüttert werden sollen, da beim Garen einige Vitamine verlorengehen, die mit Nahrungsergänzungsmitteln wieder aufgefüllt werden müssen. Für Hunde im Wachstum werden die Futterpläne regelmäßig angepasst. Dabei hat der Tierernährungsberater mittels eine Wachstumskurve die Entwicklung des Hundes im Blick.

 

Tierernährungsberater/-in finden

Einen Tierernährungsberater zu finden, ist nicht das Problem, denn es gibt inzwischen sehr viele. Die Herausforderung ist eher, einen GUTEN Ernährungsberater zu finden.

 

Der erste Tipp: auf Ausbildung & Qualifikation achten. Denn Tierernährungsberater ist leider keine geschützte Berufsbezeichnung. Die Ausbildung kann an verschiedenen privaten Instituten absolviert werden. Die Dauer variiert von einem Wochenende bis hin zu mehreren Monaten und wird in der Regel mit einer Prüfung und einem Zertifikat abgeschlossen. Schon anhand der Ausbildungsdauer lässt sich erkennen, dass es hier beachtliche Unterschiede gibt. Oftmals ist die Aus- und Weiterbildung auf der Website des Beraters angegeben. Ansonsten: nachfragen! Ein seriös arbeitender Tierernährungsberater wird gern Auskunft über seine Qualifikation geben. In manchen Fällen haben Tierernährungsberater zusätzlich eine Ausbildung als Tierheilpraktiker. Für kranke Hunde hat das den Vorteil, dass über die Ernährung hinaus naturheilkundlich unterstützt werden kann. Aber: Nicht jeder Tierheilpraktiker hat automatisch eine Ausbildung als Tierernährungsberater!

 

Der zweite Tipp: auf unabhängige Beratung Wert legen. Die meisten Tierernährungsberater arbeiten herstellerunabhängig, das heißt, sie sind vertraglich an keinen Futterhersteller gebunden. Die empfohlenen Produkte, zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel, werden so ausgewählt, dass es für das jeweilige Tier das am besten infrage kommende Produkt ist. Werden ausschließlich Produkte einer Firma empfohlen, handelt es sich nicht selten um Vertriebsmitarbeiter, deren Ernährungsberatung sich auf Produkte aus dem eigenen Haus beschränkt. Jedes Tier ist individuell und sollte auch so behandelt werden.

 

Der dritte Tipp: persönliche Empfehlung! Was allgemein im Leben gilt, ist auch in diesem Fall sinnvoll. Gerade Hundebesitzern mangelt es in der Regel nicht an persönlichem Austausch. Sei es auf der Hundewiese, in der Hundeschule, im Tierschutzverein oder auch im Internet – am besten umhören: Wer hat Erfahrungen mit einem Tierernährungsberater gemacht? Welche Erfahrungen waren das? Konnte dem Hund nachhaltig geholfen werden? Auch andere Spezialisten im Hundebereich, zum Beispiel Futterladen/Barfladen-Inhaber, Hundetrainer, Hundephysiotherapeuten, Hundefriseure etc. haben oftmals einen Tipp, entweder aus persönlicher Erfahrung oder weil ihre Kunden von ihren Erfahrungen berichtet haben. Einfach nachfragen!

 

Fazit:

Ausgebildete Tierernährungsberater sind kompetente Ansprechpartner bei Ernährungsfragen rund ums Tier. Ein erfahrener Ernährungsberater kann dabei helfen, die Ursachen (nicht nur) für Ernährungsprobleme zu identifizieren und eine individuelle Ernährungsstrategie zu entwickeln, um sie zu lösen.

 

Da Tierernährungsberater keine geschützte Berufsbezeichnung ist, lohnt es sich, einen Blick auf die Ausbildung bzw. Qualifikation zu werfen und im Idealfall persönliche Empfehlungen einzuholen.

Hundetrainer/in gesucht

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Als Hundetrainer/in (m/w/d) kannst du dich und deine Stärken bei uns ausleben. Aktuell suchen wir Hundetrainer/innen für unterschiedliche Bereiche wie Erziehung (Welpen- und Junghundegruppen), Freizeit und Beschäftigung. Insbesondere suchen wir für Monatgs, Donnerstags und Freitagnachmittags.

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Anforderungen:

  • gute kommunikative Fähigkeiten
  • Freundlicher und empathischer Umgang mit Mensch und Hund
  • eigenständiges Arbeiten
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pico coaching befindet sich in 53332 Bornheim.

Pico Coaching steht für das Ziel, ein harmonisches und verständnisvolles Zusammenleben von Mensch und Hund zu erreichen. Wir bieten Welpen- und Junghundegruppen, Angebote für erwachsene Hunde, Mantrailing, Longieren, Jagdkontrolltraining,  sowie individuelles Coaching zu den verschiedensten Fragen im Zusammenleben mit dem Hund an.

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Neue Welpengruppe Januar 2024

WELPENZEIT

Am Dienstag den 02.01.24 um 16.00 Uhr startet eine neue Welpengruppe an unserem Trainingsgelände. Es wird ausschließlich in kleinen Gruppen gearbeitet (max. 5 Hunde), damit wir alle Teilnehmer perfekt betreuen können.

 

Wir helfen Dir gerne, alle kleinen und großen Baustellen anzugehen, sodass erst gar keine Probleme daraus entstehen. Ziel ist es, Dich und Deinen Hund für den Alltag fit zu machen.

 

Die Welpen müssen viel lernen, wie zum Beispiel, dass es Hunde in allen möglichen Größen und Formen gibt, dass große Autos laut sind, aber nicht böse sind und was der Mensch eigentlich möchte, wenn er „Sitz“ sagt.

Wir legen spielerisch und individuell den Grundstein für einen ausgeglichenen und friedlichen Hund.

 

Bist Du dabei? Dann melde Dich schnell bei uns unter 01577-2522440 oder per Mail an info@pico-hund.de oder über unser Kontaktformular

Wir freuen uns auf Euch ??

Angstproblematik bei Hunden

Angststörungen bei Hunden sind ein weit verbreitetes Problem, welches sowohl den Hund als auch seinen Besitzer stark belasten kann. Zunächst einmal ist Angst eine normale angeborene Emotion, die nicht nur sinnvoll, sondern sogar überlebensnotwendig ist. Sie setzt wichtige Reaktionen in Gang, die dem Hund die notwendige Energie und Kraft geben, um in gefährlichen Situationen reagieren zu können, zum Beispiel mit Flucht.

 

Ob Angst behandlungsbedürftig ist oder nicht, hängt davon ab, ob es sich um eine normale = angemessene Reaktion des Hundes handelt oder die Angst ein pathologischer (krankhafter) Zustand ist.

 

Angst bedeutet immer Stress für Körper und Psyche. Insofern ist es wichtig, wiederkehrende Ängste beziehungsweise Angstprobleme so früh wie möglich zu erkennen. Dauerstress führt, wie bei uns Menschen auch, nicht nur zu Unwohlsein, sondern kann langfristig die Gesundheit beeinträchtigen und unter anderem das Immunsystem schwächen.

 

Panik, also extreme Angst, kann zudem zu Kurzschlusshandlungen führen. Dabei läuft der Hund Gefahr, sich und andere zu gefährden, zum Beispiel, wenn er auf eine Straße läuft und von einem Auto erfasst wird.

 

Es macht also unbedingt Sinn, eine Angstproblematik beim Hund zu therapieren.

 

Ursache von Ängsten

 

Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Der häufigste Grund für Ängste beim Hund sind negative Erfahrungen. Diese sind umso prägender für das spätere Verhalten, wenn sie ganz früh im Leben, vor allem in der Zeit der dritten bis vierzehnten Lebenswoche, erlebt werden. Schlechte Erfahrungen in dieser sensiblen Phase in der Verhaltensentwicklung des Hundes haben einen lebenslangen Einfluss.

 

In der sogenannten Sozialisierungsphase ist die Neugier der Welpen größer als die Angst, das heißt, sie gehen angstfrei auf Neues zu. Das Gehirn ist in dieser Zeit enorm aufnahmefähig. Die gemachten Erfahrungen hinsichtlich Menschen, Artgenossen, anderen Tieren, Geräuschen etc. bilden ein eigenes Referenzsystem für das spätere (Er-)Leben und Verhalten des Hundes.

 

Optimalerweise sollte ein Welpe in dieser prägenden Phase all die Dinge kennenlernen, die später in seinem Leben eine Rolle spielen werden. Dazu gehören in der Regel Artgenossen verschiedener Rassen (große und kleine Hunde, Hunde mit und ohne Rute etc.), andere Tiere (z.B. Pferde, Katzen, Kaninchen, für zukünftig arbeitende Hütehunde auch Schafe), Kinder unterschiedlicher Altersklassen und Menschen – auch auf dem Fahrrad, im Rollstuhl, auf dem Skateboard, mit Krücken, Regenschirm, Rollkoffer oder Kinderwagen. Bei Spaziergängen in der Stadt kann der Welpe sich mit Geräuschen und Gerüchen von verschiedenen Orten vertraut machen; an Verkehr mit Autos und S-Bahnen gewöhnt werden. Fahrten mit Auto, Bahn oder Aufzug machen als Angstprophylaxe ebenso Sinn. Haushaltsgeräusche wie Staubsauger, Waschmaschine und Küchengeräte werden den Hund später nicht stressen, wenn er diese früh kennengelernt hat. Kann ein Welpe all diese Erfahrungen machen, entwickelt er sich normalerweise zu einem Junghund mit guter psychischer Belastbarkeit.

 

Ein Mangel an Erfahrungen hingegen kann im späteren Leben zu Angstproblemen führen. Leider erleben wir dies insbesondere bei Hunden aus dem Tierschutz, die keine optimale Prägephase erleben durften.

 

Neben den gesammelten negativen Erfahrungen können auch organische Erkrankungen beim Hund eine Angstsymptomatik auslösen. Lassen bei Hundesenioren Sehkraft und/oder Hörvermögen nach, kann das verständlicherweise zu Unsicherheit und Angst führen, weil das Orientierungsvermögen leidet. Oft zeigen sich diese Ängste erstmals in der Dämmerung beziehungsweise in der Dunkelheit. Eine Schilddrüsenfunktionsstörung kann ebenfalls für Verhaltensstörungen wie Angst ursächlich sein. Eine Blutkontrolle gibt Aufschluss darüber, ob die Schilddrüsenwerte zu niedrig sind.

 

So manches Mal sorgt auch das Verhalten von Herrchen/Frauchen dafür, dass aus einer anfangs leichten Angst ein therapiebedürftiges Angstverhalten wird. Das ist immer dann der Fall, wenn der Tierhalter seinen Hund an der falschen Stelle belohnt, indem er zum Beispiel seinem Hund gut zuredet oder ihn streichelt, während dieser ängstlich ist. Vielen Hundehaltern ist nicht bewusst, dass sie durch dieses wohlwollend gemeinte Verhalten die Angst beim Hund verstärken.

 

Angst erkennen

 

Um den eigenen Hund richtig zu unterstützen, ist es notwendig, seine Angst überhaupt wahrzunehmen. Ob ein Hund ängstlich ist, lässt sich an seiner Körpersprache ablesen. Die Rute wird tief getragen und bei zunehmender Angst kann diese auch unter den Bauch gezogen. Die Ohren werden nach hinten/unten gelegt, die Mundwinkel sind zurückgezogen, womit sich die Mundlinie optisch verlängert. Die Augen sind weit geöffnet mit geweiteten Pupillen, die Rückenhaare sind teilweise aufgestellt, der Blick abgewandt. Die Blickvermeidung kann besonders gut bei so manchen Hundebegegnungen beobachtet werden. Insgesamt macht ein unsicherer beziehungsweise ängstlicher Hund sich eher klein, er duckt sich förmlich mit abgerundetem Rücken. Der Kopf ist abgesenkt und der Hals eingezogen. Ein ängstlicher Hund verlagert sein Gewicht in der Regel auf die Hinterbeine, wobei die Gelenke eingeknickt sind.

 

Therapiemöglichkeiten

 

Um die Angstproblematik in den Griff zu bekommen, muss zunächst der Auslöser ausfindig gemacht werden. Körperliche Erkrankungen sind selbstverständlich entsprechend zu behandeln. Es sollte immer zuerst abgeklärt werden, ob eine organische Erkrankung vorliegt. Das ist umso wichtiger, wenn das Angstverhalten neu auftritt.

 

Angstprobleme lassen sich mittels Hundetraining durch eine Desensibilisierung und Gegenkonditionierung oft verbessern. Die Grundidee bei der Desensibilisierung ist, den Hund in kleinen Schritten an den Auslöser seiner Angst heranzuführen, damit er sich langsam an den entsprechenden Reiz gewöhnt. Bei der Gegenkonditionierung wird mittels Konditionierung die negative Assoziation durch eine positive ersetzt.

 

Der Hundehalter muss außerdem verstehen, dass er durch jede Form der Aufmerksamkeit das ängstliche Verhalten seines Hundes noch verstärken kann. Das ängstliche Verhalten darf weder belohnt (Trösten, Streicheln), noch bestraft werden (Schimpfen z.B. bei Angstaggression oder Unsauberkeit). Am besten bleibt der Hundehalter in angstauslösenden Situationen entspannt und souverän. Bleibt der Hund ebenfalls entspannt, darf belohnt werden.

 

Eine medikamentöse Therapie sollte die Ausnahme bleiben, zum Beispiel um temporäre Angstsituationen wie Silvester, zu überstehen. Unbedenklich sind Sprays oder Flakons (z.B. Adaptil) mit synthetisch hergestellten Pheromonen, die in der Raumluft freigesetzt werden und beruhigend auf Hunde wirken sollen.

 

Unterstützend kann dem Hund ein enges T-Shirt oder ein ThunderShirt angezogen werden. Ähnlich wie beim Pucken eines Säuglings wird so ein sanfter, konstanter Druck auf die Haut ausgeübt, was zur Ausschüttung des Hormons Oxytocin führen kann. Oxytocin ist ein Gegenspieler des Stresshormons Cortisol. Der Rückgang des Stresshormons verursacht eine beruhigende Wirkung.

 

Naturheilkundlich kann bei Ängsten ebenfalls unterstützt werden, zum Beispiel mittels Vitalpilzen oder Phytotherapie. Hier können entsprechend ausgebildete Tierheilpraktiker beratend zur Seite stehen.

 

Geräuschangst

 

Geräuschempfindlichkeit tritt verhältnismäßig häufig bei Hunden auf. Auslöser sind verschiedenste Geräusche. Die Klassiker sind Feuerwerk, Gewitter und Knallgeräusche wie Schüsse. Aber auch spezielle Geräuschängste wie das Knistern von Plastiktüten kommen vor. Die eigentliche Lautstärke des für den Hund angsteinflößenden Geräuschs spielt dabei keine Rolle.

 

Die Ursachen für eine Geräuschangst liegen häufig darin begründet, dass der Hund in seiner Welpenzeit nicht mit diesen Geräuschen konfrontiert wurde. Übrigens: Hat die Mutterhündin bereits eine Geräuschangst, lernen die Welpen von ihr, ebenfalls ängstlich auf bestimmte akustische Reize zu reagieren.

 

Eine Geräuschangst kann sich auch durch traumatische Erfahrungen entwickeln. Wurde ein Hund beispielsweise mit Böllern beworfen, ist – aufgrund dieses Traumas – die Entwicklung einer Feuerwerksangst möglich. Manche Hunde reagieren so sensibel, dass sie schon vor dem eigentlichen Geräuscherlebnis mit Angst reagieren. Sie spüren zum Beispiel den Luftdruckunterschied, der ein Gewitter ankündigt. Dazu kommt, dass Hunde ein besseres Gehör als wir Menschen haben und deshalb zum Beispiel Donner früher hören können als sein Herrchen/Frauchen. Auch starken Wind haben viele Hunde mit Gewitter verknüpft.

 

Wie Hunde dann reagieren, ist sehr unterschiedlich. Während die einen die sichere Nähe des Halters suchen, verkriechen sich andere an einen vermeintlich sicheren Ort, oft Räume ohne Fenster wie Keller oder Badezimmer. Typischerweise zittern und hecheln Hunde bei akuter Geräuschangst. Manche Hunde winseln, jaulen oder bellen. Unsauberkeit und Erbrechen sind Zeichen sehr starker Angst.

 

Therapiemöglichkeiten sind hier in erster Linie Desensibilisierung und Gegenkonditionierung, wobei zu bedenken ist, dass das Training eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Zu Hause hilft ein sicherer Ort (durchaus auch antrainiert), das „Übertönen“ des Geräusches durch zum Beispiel einen laufenden Fernseher, Musik oder weißes Rauschen, die Methode des Puckens zum Beispiel mittels eines ThunderShirts oder das Tragen eines speziellen Gehörschutzes, sofern der Hund diesen akzeptiert. Medikamente sollten nur in Ausnahmefällen zur Anwendung kommen.

 

Trennungsangst

 

Eine weitere häufig auftretende Angst bei Hunden ist die Trennungsangst. Sie beschreibt das Unbehagen des Hundes, wenn er von seiner menschlichen Bezugsperson allein gelassen wird. Alleinbleiben gehört nicht zum normalen Verhalten eines Hundes. Viel lieber möchte er bei seinem Rudel sein. Der Hund winselt, heult oder bellt. Er zerstört Gegenstände der Wohnungseinrichtung, kratzt an der Tür, wird unrein (Urin und/oder Kot) oder erbricht. Die Verzweiflung des Hundes wird zu der des Halters, insbesondere dann, wenn sich zusätzlich noch Nachbarn über den Lärm beschweren.

 

Anzeichen von Trennungsangst zeigen sich manchmal schon im Verhalten des Hundes, wenn die vertraute Person (noch) gar nicht weg ist. Der Hund lässt sein Herrchen/Frauchen zu Hause nicht aus den Augen, folgt ihm in jedes Zimmer. Geschlossene Zimmertüren, während der Hund allein in einem Raum ist, sind mitunter schon problematisch.

 

Mit dem richtigen Training kann Trennungsangst jedoch verhindert oder zumindest gelindert werden. An das zeitweilige Alleinbleiben kann ein Hund jeden Alters gewöhnt werden. Zugegeben: Das klappt mit einigen Hunden besser als mit anderen. Bisweilen klappt es zu Hause, aber nicht in einer fremden Umgebung.

 

Hunde, deren Besitzer mehrfach gewechselt hat, zeigen eine höhere Wahrscheinlichkeit, eine Trennungsangst zu entwickeln. Auch generell ängstliche Hunde sind häufig betroffen. Traumatische Erlebnisse (z.B. Gewitter) während der Abwesenheit von Herrchen/Frauchen können ebenfalls zu Trennungsangst führen.

Tierschutzhunde

Jeder Hund ist einzigartig und verdient ein Leben, in dem seine individuellen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Hunde aus dem Tierschutz – aus dem Ausland oder dem heimischen Tierheim – bringen ihre eigene Geschichte und damit ganz spezielle Bedürfnisse und Verhaltensweisen mit. Traumatische Erfahrungen in der Vergangenheit des Hundes resultieren nicht selten in Ängsten und Unsicherheiten, die für das Mensch-Hund-Team im Alltag eine echte Herausforderung darstellen können.

Zudem existieren vor allem im Mittelmeerraum Krankheiten, die durch Zecken oder Mücken übertragen werden. Hunde, die nach Deutschland kommen, können mit Erregern dieser sogenannten Mittelmeerkrankheiten infiziert sein.

Das soll nicht davon abhalten, einem Hund aus dem Tierschutz ein liebevolles und sicheres Zuhause zu bieten. Man sollte nur wissen, worauf man sich einlässt und bereit sein, diese Verantwortung zu übernehmen.

Hund aus dem Tierschutz adoptieren

Welpen, die bei einem seriösen Züchter ihre ersten Lebenswochen verbringen, wachsen dort wohlbehütet und gut sozialisiert auf. Es mangelt weder an Futter noch an Zuwendung, Pflege oder medizinischer Versorgung. Wenn sie dann mit zwei bis drei Monaten Mama, Geschwister und Pflegeeltern verlassen, sind sie bestmöglich auf das nun anstehende Leben bei ihren Haltern vorbereitet.

Wer einen Hund aus dem Tierschutz adoptiert, sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese Hunde ein anderes Vorleben haben. Abhängig von Alter und Herkunft haben diese Hunde vielleicht früh ihre Mutter verloren, waren in Sheltern, Canilen oder Tötungsstationen untergebracht oder haben sich als Straßenhunde eigenständig durchs Leben geschlagen. Auch wenn Tierschützer im ost- oder südeuropäischen Raum ihr Bestes geben, fehlt es schlicht an Geld, Platz und Kapazitäten, um den Hunden auch nur ansatzweise gerecht werden zu können.

Neben der wichtigen Unterstützung der Tierschutzorganisationen vor Ort, werden Hunde zahlreich aus dem Ausland nach Deutschland gebracht, um hier ein besseres Zuhause zu finden. Diese Vorgehensweise wird zurecht kritisch diskutiert, aber darum soll es in diesem Blogartikel nicht gehen.

Der Transport der Tiere aus den Herkunftsländern erfolgt durch Privatpersonen, zum Beispiel als Flugpaten oder über spezielle Transportunternehmen. Bis zur Vermittlung werden die Hunde zunächst in Tierheimen oder Pflegestellen untergebracht, sofern der neue Halter sein bereits vermitteltes Tier nicht direkt in Empfang nimmt.

Sich allein aufgrund von Fotos und Beschreibungen für einen Hund zu entscheiden, birgt das Risiko, einen Hund zu adoptieren, der sich dann anders als erwartet präsentiert. Es ist unbedingt ratsam, sich vor der Adoption des Hundes mit dem Tierschutzverein oder der Organisation ausführlich auszutauschen, um alle notwendigen Informationen über den Hund zu erhalten. Wie ist sein Gesundheitszustand? Ist er oder sie bereits kastriert? Welches Verhalten wird gezeigt? Wie wird das Wesen des Hundes eingeschätzt? Welche speziellen Bedürfnisse hat der Hund? Wie reagiert er auf Kinder, Katzen, andere Hunde? Trotz einer möglichst offenen Kommunikation sind „Überraschungen“ im Nachhinein eher die Regel als die Ausnahme. Der Hund kann sich im neuen Zuhause ganz anders zeigen als beschrieben, sowohl was seinen Gesundheitszustand betrifft als auch im Verhalten. Auch Rasseeinschätzungen sind nicht in Stein gemeißelt. So stellt sich nicht selten der vermeintliche Golden- oder Labbi-Mix plötzlich als Herdenschutzhund heraus, der selbstredend ganz andere Bedürfnisse hat als ein Apportierhund, wie der Retriever.

Das Risiko dieser Überraschungen lässt sich mindern, wenn der Hund bereits eine Weile in Deutschland auf einer Pflegestelle oder in einem Tierheim lebt. Hier kann der Hund kennengelernt werden, bevor die Adoptionspapiere unterschrieben werden. Trotzdem bleibt es ein Hund mit Vergangenheit, die nicht immer bekannt ist. Viele Eigenarten zeigen sich erst im Zusammenleben und diese können teilweise sehr speziell sein, zum Beispiel die Angst des Hundes vor Männern in blauen Jeans.

Unerwünschte Mitbringsel: Mittelmeerkrankheiten

Hunde aus süd- oder südosteuropäischen Ländern wie Spanien, Italien, Griechenland, Türkei, Bulgarien oder Rumänien haben mitunter Erreger im Gepäck, die schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen und unbehandelt sogar tödlich enden können. Krankheiten wie Leishmaniose, Babesiose, Anaplasmose, Ehrlichiose und Dirofilariose (Herzwurm) werden auch als Mittelmeerkrankheiten bezeichnet, weil sie durch überwiegend im Mittelmeerraum lebende Zecken und Mücken übertragen werden.

Die Symptome sind vielseitig und oft unspezifisch, wie wiederkehrendes Fieber, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust mit Appetitmangel, Gelenkschmerzen mit Lahmheiten, Lymphknotenschwellungen, Durchfall und Erbrechen, Gelbsucht, Nasenbluten oder Fell- und Hautveränderungen. Meist treten nur einige der Symptome auf. Im Blutbild zeigen sich im weiteren Verlauf ebenfalls Veränderungen. Insbesondere bei Anämien (Blutarmut) ist es ratsam, Mittelmeerkrankheiten in Betracht zu ziehen. Ein Herzwurmbefall kann durch verminderte Kondition, Atemnot und Husten symptomatisch werden. Bei chronischen Leishmaniose-Infektionen treten zusätzlich oftmals Niereninsuffizienzen sowie Leber- und Milzvergrößerungen auf.

Tierschutzorganisationen lassen Hunde vor ihrer Vermittlung nach Deutschland in der Regel auf bestimmte Erkrankungen testen. Das Problem: Ein negatives Testergebnis garantiert nicht, dass das Tier tatsächlich frei von Erregern ist. Ausschlaggebend für das Ergebnis ist der richtige Zeitpunkt der Testung. Einige Tests zeigen erst nach Wochen oder Monaten einer Infektion ein zuverlässiges Ergebnis an. Wer sichergehen will, lässt seinen aus dem Ausland adoptierten Hund zu einem späteren Zeitpunkt, empfehlenswert sind sechs Monate nach Ankunft, in Deutschland noch einmal testen. Der Tierarzt nimmt dafür Blut ab und schickt es in spezielle Labore, die entsprechende Antikörper oder direkte Erreger nachweisen können. So kann eine potenziell tödlich verlaufende Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Bei rechtzeitiger Therapie sind alle Krankheiten behandelbar, wenn auch nicht immer heilbar. Tipp: Nicht alle Tierärzte kennen sich gleichermaßen gut mit Mittelmeererkrankungen aus. Hier kann es ratsam sein, sich nach spezialisierten Tierärzten umzusehen.

Im Übrigen wurden einige der oben genannten Krankheiten auch bei Hunden nachgewiesen, die Deutschland nie verlassen haben. Treten entsprechende Symptome auf, für die sich keine anderen Ursachen finden lassen, bitte die Mittelmeererkrankungen auch hier im Hinterkopf haben.

Training mit Tierschutzhunden

Beim Training von Tierschutzhunden gibt es einige Herausforderungen zu meistern. Jeder Hund hat seine eigene Geschichte und Erfahrungen gemacht, die sein Verhalten beeinflussen. Hunde aus dem Tierschutz haben aufgrund ihrer oftmals erlebten traumatischen Erlebnisse oft eine niedrige Frustrationstoleranz. Ein Leben auf der Straße oder in engen Sheltern, Unfälle, beängstigende Einfangaktionen, Beißattacken von anderen Hunden, Vernachlässigung, Missbrauch von Hündinnen als Gebärmaschinen, wechselnde Bezugspersonen – all das kann Traumata auslösen, was zu unsicherem, ängstlichen oder aggressivem Verhalten führen kann.

Bei Tierschutzhunden ist es wichtig, zunächst langsam Vertrauen aufzubauen. Der erste Schritt dazu ist, dem Hund Zeit und Raum zu geben, um seine neue Umgebung kennenzulernen und sich an den Trainer/die Trainerin zu gewöhnen. Die anderen Hunde (und deren Halter) während eines Kurses können einen Tierschutzhund überfordern. Je kleiner eine Hundegruppe ist, desto besser kann auf die individuellen Bedürfnisse des Hundes eingegangen und der Tierhalter entsprechend gecoacht werden. Vom Wesen her selbstständige Herdenschutzhunde brauchen erfahrungsgemäß mehr Führung, während bei anderen Hunden der Aufbau des Selbstbewusstseins der entscheidende Punkt für ein erfolgreiches Training ist.

Ein ideales Training mit Tierschutzhunden berücksichtigt die Besonderheiten jedes einzelnen Hundes. Obwohl es grundlegende Inhalte wie Regeln und Rituale für den Alltag und das Setzen von Grenzen gibt, ist jedes Training individuell.

Das Anpassen des Trainings an den Hund kann auch bedeuten, das Tempo zu verlangsamen oder schneller zu machen. Einige Hunde lernen schnell und sind motiviert durch Fortschritte im Training. Andere Hunde benötigen mehr Zeit und Geduld.

Essenziell ist es auch, Unsicherheiten und Ängste des Hundes überhaupt zu erkennen. Ein bestimmtes Verhalten, welches vom Halter als Sturheit interpretiert wurde, entpuppt sich nicht selten als reine Unsicherheit. Die Körpersprache des eigenen Hundes zu verstehen, ist die Basis für ein erfolgreiches Training. Es kann keine vertrauensvolle Bindung zwischen Mensch und Hund entstehen, wenn das Verständnis füreinander fehlt. Nur mit Liebe allein lassen sich Verhaltensprobleme leider nicht lösen.

Neben der richtigen Erziehung eines Hundes, spielt die artgerechte Beschäftigung eine große Rolle. Egal ob körperliche oder geistige Auslastung des Hundes – eine gemeinsame Beschäftigung schweißt Hund und Halter zusammen, fördert eine tiefe und vertrauensvolle Bindung und gibt dem Hund eine Aufgabe.

 

Nicht zuletzt ist gezielte Entspannung ein Thema, das keinesfalls zu kurz kommen darf. Gerade Tierschutzhunde können echte Nervenbündel sein, die nicht gut zur Ruhe kommen, weil zum Beispiel allein die ungewohnte Umgebung des neuen Zuhauses für sie Stress und Überforderung bedeutet. Das „Runterkommen“ kann und sollte für ein harmonisches Zusammenleben geübt werden.

Grundsätzlich wichtig ist Geduld und Einfühlungsvermögen gegenüber dem Hund sowie eine positive Grundeinstellung zum Training. Es kann Wochen oder sogar Monate dauern, bis der Hund Vertrauen aufgebaut hat und bereit ist, neue Dinge zu lernen. Aber auch kleine Fortschritte sollten gefeiert werden, um die Motivation des Hundes (und die eigene) zu steigern. Der Fokus liegt nicht nur auf dem Ziel, sondern auf dem Training selbst. Wenn man bedenkt, dass viele Tierschutzhunde traumatische Erfahrungen gemacht haben, ist es besonders erfüllend zu sehen, wie sie sich entwickeln und ihr volles Potenzial entfalten.

Das Vertrauen eines Hundes zu gewinnen und ihm zu helfen, Ängste und Unsicherheiten zu überwinden, ist eine mehr als lohnende Aufgabe – insbesondere bei unseren Secondhand-Hunden. Das Training von Hunden aus dem Tierschutz mag schwierig erscheinen, aber es ist eine Chance, einen Unterschied im Leben des Hundes zu machen und gleichzeitig einen treuen Begleiter fürs Leben zu finden.

 

Neue Kurse und Workshops im Oktober

Wir haben jede Menge neue Kurse und Workshops geplant. Hier einmal eine Übersicht über alle Kurse, die in den nächsten Wochen starten. Sichert euch jetzt schnell einen Platz.

Kurs Impulskontrolle

Radfahrer, rennende Hasen oder fliegende Bälle – Reize begegnen Hunden im Alltag regelmäßig und insbesondere bei Bewegungsreizen ist die Verlockung des Hundes groß, dem Impuls spontan zu folgen und hinterherzulaufen. Der Impuls ist verständlich, dennoch sollte ein Hund lernen, seine Reaktionen zu kontrollieren.

Start: Montag, 16.10., 16.00 Uhr, Dauer: 5 Termine, jeweils 60 Minuten

Beschäftigung und Erziehung für Tierschutzhunde

In diesem Kurs widmen wir uns dem Grundgehorsam. Übungen werden auch unter Ablenkung trainiert und bereits Gelerntes wird ausgebaut und vertieft.

Aber nicht nur die richtige Erziehung eines Hundes ist wichtig, sondern auch die artgerechte Beschäftigung. Egal, ob körperliche oder geistige Auslastung des Hundes – eine gemeinsame Beschäftigung schweißt Hund und Halter zusammen, fördert eine tiefe und vertrauensvolle Bindung und gibt dem Hund eine Aufgabe.

Es erwartet dich und deinen Hund ein abwechslungsreiches Trainingsprogramm – alles jeweils mit Blick auf die Besonderheiten von Tierschutzhunden.

Für wen geeignet: Der Kurs eignet sich für Tierschutzhunde jeden Alters und/oder unsichere Hunde.

Start: Samstag, 21.10., 11.15 Uhr, 12 Termine, jeweils 60 Minuten

Kurs für Tierschutzhunde

Dieser Kurs ist speziell für Hunde „mit Vergangenheit“ konzipiert. Denn jeder Hund aus dem Tierheim oder aus dem Auslandstierschutz bringt seine eigene Geschichte mit.

Geeignet für unsichere und ängstliche Hunde jeden Alters

Start: Samstag, 21.10., 12.30 Uhr, Dauer: 10 Termine, jeweils 60 Minuten

Das unsichtbare Band

Es existiert ein unsichtbares Band zwischen dir und deinem Hund. Dein Hund folgt dir, weil er dir gerne folgen will, nicht weil ihn die Leine dazu zwingt. Zusammen durch dick und dünn. Ist das nicht eine schöne Vorstellung?

Geeignet für Hunde, die an der Leine eine gute Orientierung am Menschen haben

Start: Samstag, 21.10., 17.30 Uhr, Dauer: 6 Termine, jeweils 60 Minuten

Benimm dich-Kurs für Minis

Du hast einen Hund, der nicht auf den Rückruf reagiert, der an der Leine zieht, der sich schwer tut, sich zurückzunehmen? Dann bist du in unserem Benimm dich-Kurs genau richtig.

Der Kurs ist für alle Mini Hunde geeignet. Du bist dir nicht sicher, ob dein Hund in den Kurs passt? Ruf uns einfach an, oder kommentier hier unter diesem Beitrag, wir beraten dich gerne.

Wann: ab 23.10., 14.45 Uhr, Dauer: 12 Termine, jeweils 60 Minuten

Schnüffelkurs – Nasenarbeit für jederhund

In unserem Schnüffelkurs lernst du verschiedene Schnüffelspiele und Möglichkeiten der Nasenarbeit kennen.

Geeignet für alle Hund

Start: Dienstag, 24.10., 16.00 Uhr, 6 Termine, jeweils 60 Minuten

Kurs Leinenführigkeit

Ein Spaziergang mit deinem Hund ist anstrengend, weil er ständig an der Leine zieht?

Wir klären die Frage: Warum zieht ein Hund überhaupt an der Leine und wie wird er leinenführig?

Du lernst, wie du die Aufmerksamkeit deines Hundes auf dich lenkst, wie du klare Signale setzt (u.a. mittels Körpersprache), wie du deinem Hund Orientierung gibst und ihm so das Ziehen an der Leine abgewöhnst. Du lernst, wie du ihm beibringst, das Ziehen an der Leine zukünftig nicht mehr zu tun, damit ihr zusammen entspannte Spaziergänge genießen könnt.

Start: Dienstag,24.10., 18.30 Uhr, 6 Termine, jeweils 60 Minuten

Du hast Lust auf einen der Kurse? Du hast Fragen oder weißt nicht, ob der Kurs für dich und deinen Hund geeinget ist? Dann ruf uns an (01577-2522440) oder schick uns eine Mail, wir beraten dich gerne.

Kastration beim Hund

Neben der „richtigen“ Fütterung wird kaum ein Thema unter Hundehaltern kontroverser diskutiert als die Frage nach der Kastration. Den eigenen Hund/die eigene Hündin kastrieren zu lassen, ist oftmals eine emotional behaftete Entscheidung, die vielen Hundehaltern nicht leichtfällt.

In diesem Blogbeitrag beleuchten wir das Thema Kastration aus verschiedenen Blickwinkeln, um eine Entscheidungshilfe für all diejenigen zu geben, die vor der Frage stehen: Kastration, ja oder nein?

Definition

Als erstes räumen wir mal mit einem weit verbreiteten Mythos auf. Viele Tierhalter sind immer noch der Auffassung, dass Rüden kastriert werden, während Hündinnen sterilisiert werden. Die Sterilisation sei also die Kastration von weiblichen Tieren. Richtigerweise handelt es sich dabei um zwei verschiedene Vorgehensweisen. Sowohl Hündinnen als auch Rüden können kastriert oder sterilisiert werden – Ziel ist dabei immer die Unfruchtbarkeit des Tieres.

Eine Kastration ist per Definition die Ausschaltung der Keimdrüsenfunktion, also der Hoden und Eierstöcke. Bei einem chirurgischen Eingriff werden beim Rüden die Hoden und bei der Hündin die Eierstöcke entfernt. Bei begründeter Indikation wird bei der Hündin neben den Eierstöcken zusätzlich die Gebärmutter entnommen.

Teilweise kann eine Ausschaltung der Keimdrüsen auch durch eine Hormonbehandlung erreicht werden – dann sprechen Tierärzte von einer reversiblen Kastration. Reversibel bedeutet umkehrbar, das heißt, der ursprüngliche Zustand kann wieder hergestellt werden. Auf dieses Thema gehen wir später im Text noch einmal detaillierter ein.

Bei einer Sterilisation werden Samenstrang beziehungsweise Eileiter unterbunden. Der Transport der Spermien bzw. Eizellen und damit eine mögliche Befruchtung werden so verhindert. Die eigentlichen Keimdrüsen (Hoden und Eierstöcke) bleiben jedoch erhalten. Das bedeutet, die Hormonproduktion läuft weiter.

Kastration beim Rüden

Eine Kastration kann bei körperlichen Erkrankungen medizinisch angezeigt sein. Dazu gehören in erster Linie Hodentumore, Prostatavergrößerung, immer wiederkehrende Vorhaut- oder Hodenentzündungen. Auch bei Kryptorchismus, eine Störung des Hodenabstiegs, ist eine Kastration ratsam, da die Gefahr von Hodentumoren hier um ein Vielfaches erhöht ist.

Rüden mit einem übersteigerten Sexualtrieb erleben einen echten Leidensdruck, der ihnen durch eine Kastration genommen werden kann. Hypersexuelle Rüden zeigen sich nicht nur interessiert bei Kontakt mit läufigen Hündinnen, was eine normale Reaktion wäre, sondern sie sind kaum ansprechbar, wenn irgendwo in der Nachbarschaft eine läufige Hündin wohnt. Sie jaulen nächtelang, verweigern oder erbrechen ihr Futter, der Penis ist regelmäßig ausgefahren, der Rüde hechelt unaufhörlich – kurz: Er hat richtig Stress. Eine Kastration ist in diesem Fall eine Erleichterung, nicht nur für den Hund, der seinen Trieb nicht ausleben kann, sondern auch für den/die Tierhalter. Leben Hündin und Rüde im selben Haushalt und es ist keine Trächtigkeit geplant, ist aufgrund der geringeren Schwere des Eingriffs eher die Kastration des Rüden als jene der Hündin anzuraten.

Urinmarkieren im Haus und das Zusammenleben zweier intakter Rüden mit permanenten Rangordnungsauseinandersetzungen kann durch eine Kastration günstig beeinflusst werden.

Es sich als Tierhalter leicht zu machen ist jedoch kein Grund einen Hund zu kastrieren! Eine Kastration wird leider viel zu oft als Wundermittel angesehen, um unterschiedliche Verhaltensprobleme zu lösen. Bei angstaggressiven Hunden kann sich eine Kastration und damit eine Hormonveränderung sogar nachteilig auswirken. Viele störende Verhaltensweisen, wie Jagdverhalten oder übermäßige Wachsamkeit, lassen sich durch eine Kastration ohnehin nicht beeinflussen.

Kastration bei der Hündin

Bei Hündinnen gibt es ebenfalls medizinische Gründe, die eine Kastration rechtfertigen. In erster Linie sind dies Erkrankungen der Geschlechtsorgane, wie wiederkehrende Gebärmutterentzündungen, Eierstocktumore und -zysten, hormonell bedingte Hauterkrankungen sowie anhaltende Läufigkeitsstörungen. Dauerläufigkeiten und immer wieder auftretende Scheinschwangerschaften bedeuten einen starken Leidensdruck für die Hündin. Im ersten Fall werden Hündinnen permanent von Rüden belästigt, während Scheinträchtigkeiten neben physischen Symptomen wie Anschwellen der Milchleisten zum Teil auch von schwerwiegenden Verhaltensstörungen wie extremer Aggression oder Apathie begleitet sind.

Aggressionen außerhalb von Läufigkeitsstörungen sind übrigens kein Grund, eine Kastration in Erwägung zu ziehen. Die Kastration einer Hündin aufgrund ihres Verhaltens hat nur Sinn, wenn die übersteigerten Aggressionen ausschließlich in der Zeit der Läufigkeit/der Scheinschwangerschaft auftreten.

Vorbeugung von Mammatumoren durch Kastration: Das Risiko von Mammatumoren lässt sich nach aktuellem Stand der Forschung bei Hündinnen verringern, wenn eine Frühkastration durchgeführt wird. ABER: Nicht nur, dass solche Hündinnen nie richtig erwachsen werden dürfen, bringt eine Kastration vor Erreichen der Geschlechtsreife andere gesundheitliche Nachteile mit sich, die den Vorteil des geringeren Mammatumor-Risikos nicht aufwiegen. Welche das sind, wird unter „Folgen der Kastration“ erläutert.

Hündinnen, welche vor der ersten Läufigkeit kastriert wurden haben ein größeres Risiko für das Auftreten von Vulvapyodermien. Durch die unterentwickelte Vulva kann sich eine Falte bilden, welche sich immer wieder entzünden kann. Mögliche Folgen sind aufsteigende Entzündungen von Vagina und Harnblase.

 

Mögliche unerwünschte Folgen von Kastrationen

Neben dem gewollten Resultat der Fortpflanzungsvermeidung, kommt es nach Kastrationen in einigen Fällen zu Nebenwirkungen. Auch wenn es nicht alle Hunde und Hündinnen betrifft, sollte man um das Risiko wissen.

 

Inkontinenz

Von kastrationsbedingter Harninkontinenz sind häufiger Hündinnen als Rüden betroffen. Bei Hündinnen tritt die Erkrankung durchschnittlich nach ca. drei Jahren auf, manchmal auch deutlich später. Wenn Rüden betroffen sind, zeigt sich die Inkontinenz oft schon kurze Zeit nach der Kastration. Kastrationsbedingte Harninkontinenz tritt zeitweilig und vor allem im Schlaf auf, indem tröpfchenweise Urin verloren wird. Während bei Hündinnen kleinerer Rassen nur jede zehnte Hündin betroffen ist, entwickeln etwa 30% aller Hündinnen mit einem Körpergewicht ab 20 kg eine Inkontinenz. Auch bei den Rassen scheint es Unterschiede zu geben. Es wurde beobachtet, dass Boxer, Dobermann, Riesenschnauzer, Rottweiler, Irish Setter und Bobtails insgesamt häufiger betroffen sind.

Der Zeitpunkt der Kastration hat offenbar ebenfalls Einfluss. Bei frühkastrierten Hündinnen tritt Harninkontinenz zwar seltener auf, dafür sind die Symptome häufig massiver als bei spätkastrierten Hündinnen. Die meisten Inkontinenzfälle lassen sich mit Medikamenten gut behandeln.

Die Gründe für die Blasenschwäche werden in der hormonellen Umstellung gesehen, aber auch die Verlagerung der Harnblase und die kleiner werdende Prostata werden als mögliche Ursache diskutiert.

 

Übergewicht

Bei Übergewicht besteht ein Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch. Nach einer Kastration werden Hunde oftmals ruhiger, das heißt, sie bewegen sich weniger, der Energieverbrauch sinkt. Der Appetit bleibt jedoch normal, ist oftmals sogar noch gesteigert. Wird jetzt gefüttert, wie vor der Kastration, kommt es unweigerlich zur Gewichtszunahme und in der Folge zu Übergewicht bis hin zur Fettleibigkeit (Adipositas). Der Stoffwechsel verändert sich möglicherweise auch. So ist es zu erklären, dass manche Hunde nach der Kastration weniger Futter bekommen und trotzdem zunehmen. Fettleibigkeit wiederum kann – wie bei uns Menschen auch – andere Krankheiten begünstigen, zum Beispiel Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine Überlastung des Bewegungsapparats. Um Übergewicht zu vermeiden, ist es notwendig, die Futtermenge der aktuellen Situation anzupassen.

 

Tumorerkrankungen

Dass eine frühzeitige Kastration der Hündin die Entstehung von Mammatumoren verringern kann, wurde bereits erwähnt. Allerdings ist es auch so, dass Kastrationen das Risiko an anderen Tumoren zu erkranken erhöhen. Kastrierten Rüden haben ein höheres Risiko an Prostatatumoren zu erkranken – insgesamt seltene, aber sehr maligne Tumore. Bei Übergangszellkarzinomen gibt es ebenfalls die Vermutung, dass sich das Risiko nach einer Kastration erhöht. Perianaladenome treten bei kastrierten Hündinnen vermehrt auf. Osteosarkomen betreffen vorrangig große Rassen – auch hier scheint das Risiko erhöht zu sein, wenn die Kastration innerhalb des ersten Lebensjahres stattfindet. Beim Golden Retriever gibt es Hinweise, dass Frühkastrationen das Risiko erhöhen, an einem Lymphosarkom zu erkranken. Hämangiosarkome und Mastzelltumore treten vor allem bei Hunden auf, die nach dem ersten Lebensjahr kastriert wurden. Studien haben ebenfalls gezeigt, dass bei kastrierten Tieren Herztumore häufiger auftreten.

 

Kreuzbandriss und Hüftgelenkdysplasie

Eine Frühkastration kann zu Verzögerungen im Schluss der Wachstumsfugen führen. Bei großen Hunden wie Boxern, Golden Retrievern und Labradoren konnte ein erhöhtes Risiko einer Hüftgelenkdysplasie, Ellenbogendysplasie und einem Riss des vorderen Kreuzbandes festgestellt werden, wenn diese Hunde innerhalb des ersten Lebenshalbjahres kastriert wurden. Bei Labrador war das Risiko der Hüftgelenkdysplasie auch noch erhöht, wenn diese innerhalb des ersten Lebensjahres kastriert wurden.

 

Fellveränderung

Bei Hunden mit langem Fell bewirkt die Kastration oft eine Zunahme der Unterwolle. Es sieht dann aus, als hätte der Hund wieder Welpenfell. Betroffen sind vor allem Cocker Spaniel, Langhaardackel oder auch Golden und Flat Coated Retriever. Bei einigen Hunden kommt es zu Haarausfall im Bereich der Flanken.

 

Verhalten

Klar ist, dass Verhaltensprobleme durch eine Kastration überhaupt nur beeinflusst werden können, wenn die Probleme durch Geschlechtshormone bedingt sind. Bei Hündinnen kann es zum Beispiel Auswirkungen auf das Verhalten während einer Läufigkeit und Scheinträchtigkeit haben. Bei Rüden können Verbesserungen hinsichtlich Harnmarkieren im Haus, rangbezogener Aggression und unerwünschtem Bespringen erreicht werden. Sicher erwartet werden kann das allerdings nicht. Nicht wenige Rüden zeigen auch nach der Kastration hormonbedingte Verhaltensweisen wie Urinmarkieren und Aufreiten.

Negativ kann eine Kastration sich auf das Verhalten von ängstlichen und unsicheren Hunden auswirken. Unabhängig ob Hündin oder Rüde kann durch die hormonelle Umstellung die Verunsicherung noch zunehmen. Möglicherweise treten Situationen auf, in denen intakte Rüden kastrierte Rüden besteigen wollen.

 

Reversible Kastration beim Rüden/Kastration per Chip

Eine Möglichkeit, die Verhaltensänderungen, die eine (chirurgische) Kastration mit sich bringen würde, zu testen, ist der Einsatz eines Hormonchips (GnRH-Down-Regulationschip). Das Implantat wird zwischen die Schulterblätter des Hundes gesetzt. Damit wird die Testosteronproduktion für etwa sechs Monate eingestellt. Hoden und Prostata verkleinern sich, Ejakulat und Spermien werden nicht mehr gebildet. Die Hunde haben in dieser Zeit den gleichen Hormonstatus wie kastrierte Artgenossen.

Besitzer sollten allerdings wissen: In den ersten Wochen kann es zunächst zu einem Anstieg der Sexualhormone kommen. Die Wirkung des Kastrationschips ist komplett reversibel. Das heißt: Wenn die Wirkung des Chips abgeklungen ist, ist alles wie vorher. Ein Hormonchip ist mit Sicherheit keine Dauerlösung, aber kann ein sinnvoller Probelauf sein, um die Auswirkungen einer Kastration zu testen.

Der Chips muss im Anschluss nicht entfernt werden, kann aber, falls eine Beendigung der Behandlung erforderlich ist, operativ entfernt werden.

 

Fazit

Die Kastration eines Hundes ist keine Kleinigkeit! Es ist immer ein operativer Eingriff unter Vollnarkose, der nach deutschem Tierschutzrecht als Amputation gilt.

Eine Kastration ist kein Allheilmittel für Verhaltensprobleme jeglicher Art. Eine Kastration ersetzt nicht die richtige Sozialisation, Erziehung und artgerechte Haltung des Hundes.

Die Entscheidung zu diesem Eingriff sollte gründlich überlegt und der Zeitpunkt individuell je nach Rasse und Größe des Tieres gewählt werden. Oberstes Entscheidungsprinzip in der Frage der Kastration sollte immer das Wohl des Hundes sein.

 

Ausflugsziele mit Hund

Sommer – die für viele schönste Zeit des Jahres wollen wir natürlich nicht ohne unsere/n geliebten Vierbeiner verbringen. Wer nicht verreisen kann oder möchte, findet auch in der Nähe tolle Ziele, die sich mit Hund lohnen.

Am Rhein

Der Rhein vor unserer Haustür ist ein verlockendes, aber leider auch gefährliches Gewässer zum Schwimmen für Mensch und Hund. Es gibt jedoch einige schöne Stellen, die sich zum Toben im Sand und zum Pfoten ins Wasser halten in flachen Wasserbuchten eignen. Bei Hundehalter aus der Rheinmetropole beliebt ist der Hundefreilaufbereich in der Nähe des Niehler Hafens. Hier trifft man zuverlässig immer Hundekumpels. „Am Molenkopf“ kann geparkt werden, mit der Linie 13 und 18 (Haltestelle Slabystraße) ist das Gebiet auch mit der S-Bahn zu erreichen.

Etwas beschaulicher geht es an der der sogenannten „Rodenkirchener Riviera“ im Kölner Süden zu. Auch hier gibt es einen langen Sandstrand und unzählige kleine Buchten sowie schattenspendende Bäume. Parkplätze sind auf der Uferstraße und in den Gassen von Rodenkirchen knapp, kostenpflichtige Parkmöglichkeiten gibt es in der Tiefgarage „Im Sommershof“. Die Haltestelle „Rodenkirchen Bahnhof“ ist etwa zehn Laufminuten entfernt und über die Linie 16 und 17 zu erreichen. Eine offizielle Freilaufzone für Hunde gibt es hier am Rhein nicht, aber von hier aus lässt es sich wunderbar für einen ausgedehnten Spaziergang die Rheinschleife zwischen Rodenkirchen über Weiß nach Sürth entlanglaufen. Alternativ kann etwas südlicher am Campingplatz Berger am Minigolfplatz in Rodenkirchen (Uferstraße 70, 50996 Köln) geparkt werden. Auch hier ist der Uferbereich noch sandig. Im weiteren südlichen Verlauf wird der Strand steiniger. Neben dem Rhein bietet das Naturschutzgebiet Weißer Bogen ausgedehnte schattige Waldstücke, Felder, Pferdekoppeln und Viehweiden.

Die 160 ha große Rheinaue in Bonn liegt ebenso direkt am Rhein. Ein Fußwegenetz von knapp 45 Kilometern durchzieht den weitläufigen Park. Hier sind Hunde angeleint erlaubt. In der Bonner Rheinaue gibt es eine ausgeschilderte, offizielle Freilauffläche, auf der unsere Vierbeiner ohne Leine laufen können. Sie befindet sich in der Nähe des Rheinpiraten Minigolfplatzes. Ein großer Parkplatz befindet sich am Herbert-Wehner-Platz.

 

Seen

In unmittelbarer Nähe lockt der Naturpark Rheinland mit der Ville-Seenplatte, die insgesamt 40 Seen umfasst. Die Ville ist ein Höhenzug in der Niederrheinischen Bucht zwischen Köln und Bonn. Die Seen sind aus den Restlöchern des Braunkohleabbaus entstanden. Viele der Seen und Weiher stehen unter Naturschutz. Zu den bekanntesten Seen gehören der Otto-Maigler-See, der Heider Bergsee, der Bleibtreusee und der Liblarer See. Leider gibt es an keinem der Seen einen offiziellen Hundestrand. Am Bleibtreusee werden Hunde auf der riesigen Liegefläche jedoch geduldet. Am Otto-Maigler-See sind Hunde auf der eingegrenzten Seeterrasse am Eingang willkommen. Viele der Ville-Seen lassen sich als Mensch-Hund-Team in kürzeren oder ausgedehnteren Touren umrunden. Wanderparkplätze sind ideale Startpunkte für Wanderungen.

Für Tagesausflüge empfehlen sich zwei Seen in NRW, die offizielle Hundebereiche ausgewiesen haben.

Am Kemnader See dürfen sich Hunde auf der Hundewiese im Wittener Stadtteil Herbede ohne Leine austoben und auch für eine Abkühlung ins Wasser hüpfen. Rund um den See herrscht ansonsten Leinenpflicht. Adresse: Ruhrtal 1, 58456 Witten

Am Eyller See, ca. 40 Kilometer von Düsseldorf entfernt, finden Hundehalter einen speziell für Vierbeiner reservierten Hundestrand. Auf dem Weg zu diesem separaten Teil des Strandbades müssen Hunde angeleint geführt werden. Der Hundestrand lädt zum ausgiebigen Toben und Schwimmen im See ein. Adresse: Am Eyller See 1, 47647 Kerken

 

Wildparks/Tierparks

Andere Tiere sind für unsere Hunde ganz großes Kino und ein aufregendes Erlebnis, bei dem es viel zu entdecken gibt. Wie wäre es also mit einem Ausflug in einen Wildpark?

Wildschweine, Damwild und Muffelwild gibt es im Wildpark Dünnwald zu bestaunen. Hunde sind – an der Leine geführt – gern gesehene Gäste. Nur der Mittelgang darf nicht mit Hund begangen werden. Adresse: Dünnwalder Mauspfad, 51069 Köln

Auch im Hochwildpark Rheinland sind Hunde an der Leine willkommen – mit Ausnahme des Wildschweingeheges. Wildtiere wie Hirsche, Steppenrinder, Ziegen, Schafe und Elche können ohne Zäune beobachtet werden. Adresse: Becherhofer Weg 71, 53894 Mechernich

Im Wildpark Gangelt nahe der holländischen Grenze wohnen u.a. Braunbären, Luchse, Wölfe, Hirsche, Rehe, Wildschweine, Elche, Waschbären und Wildkatzen. Mit Ausnahme der Falknerei dürfen Hunde an der Leine geführt mitgeführt werden. Adresse: Schinvelder Straße, 52538 Gangelt

Tipp: Wildparks sind ideale Orte, um mit Hunden zu trainieren, Ruhe zu bewahren bzw. ruhig zu werden, obwohl spannende Tiere auf und ab laufen. Die Leinenführigkeit kann bei dieser hohen Ablenkung ebenfalls eine Herausforderung sein. Im Rahmen der Hundeschule bieten wir immer mal wieder einen begleiteten Ausflug in den Hochwildpark Rheinland an.

 

Spaziergänge & Wanderungen

Der 25.000 Hektar große Königsforst im Osten ist ein beliebtes Naherholungsziel im Osten von Köln. Das Waldgebiet verfügt über ein gut ausgebautes und markiertes Wegenetz und hat somit Potenzial für unzählige abwechslungsreiche Hunderunden. Die Wege sind eben und breit. Wanderungen können in unterschiedlicher Länge geplant werden. Auch mit dem Fahrrad lässt es sich hier gut fahren. Ein kleiner Bach sorgt zwischendurch für Abkühlung. Um den Monte Troodelöh, die höchste Erhebung der Stadt Köln mit sage und schreibe 118 Metern – zu erklimmen, braucht es keine besondere Fitness. Nach der „Besteigung“ ist ein Eintrag ins Gipfelbuch eine witzige Erinnerung.

Im Süden grenzt der Königsforst an die Wahner Heide. Nicht nur im Spätsommer, wenn die Heide blüht, sondern ganzjährig ist das abwechslungsreiche Gebiet mit den Sümpfen, Mooren und Wäldern, Dünen, Tümpeln und Teichen ein lohnendes Ziel. Die 5.000 ha große Wahner Heide gilt als das artenreichste Naturschutzgebiet in Nordrhein-Westfalen. Kilometerlange Wanderwege führen über Hügel und durch Täler. Die ehemals militärische Nutzung hat Spuren z.B. in Form von Bunkeranlagen und möglichen Munitionsresten hinterlassen. Deshalb, aber auch zum Schutz der Natur, dürfen Mensch wie Hund (an der Leine) nur die gekennzeichneten Wege benutzen.

Adresse: Zwischen Köln, Rösrath und Troisdorf gelegen, kann die Wahner Heide über mehrere Wanderparkplätze angefahren werden. Mit der Bahn, Linie 9, Endhaltestelle Königsforst.

Für körperlich fitte Menschen und Hunde ist die Löwenburg in Bad Honnef ein lohnendes Ziel. Mit 455 Metern ist die Löwenburg der zweithöchste Berg des Siebengebirges. Auf dem Gipfel befindet sich die gleichnamige begehbare mittelalterliche Burgruine. Von dort bietet sich bei gutem Wetter eine grandiose Aussicht auf das Rheintal sowohl in Richtung Bonn als auch in Richtung Süden und auf die umliegenden Berge des Siebengebirges.

Adresse: Vom Parkplatz Kantering in Bad Honnef führt eine ca. einstündige Wanderung hinauf zur Löwenburg.

Für ältere Hunde bietet sich eher ein Ausflug zum Drachenfels in Königswinter an. Dieser ist zu Fuß, aber auch mit der Drachenfelsbahn erreichbar. Hunde sind in der nostalgischen Zahnradbahn, welche Besucher 1250 Meter auf den Gipfel befördert, erlaubt. Die Aussicht vom Drachenfels-Plateau ist ebenfalls beeindruckend. Vom Bahnhof Königswinter beträgt der ausgeschilderte Fußweg zur Drachenfelsbahn etwa zehn Minuten.

Übrigens fahren auch viele Ausflugsschiffe von Köln und Bonn nach Königswinter. Warum nicht von Anfang an entspannen und die schöne Landschaft genießen, während der Hund zu Füßen liegt?

 

Kultur

Hunde dürfen nicht ins Museum? Von wegen! Das Besondere am LVR-Freilichtmuseum Kommern in der Eifel ist, dass es sich draußen befindet. Damit ist es nicht nur ein Ziel für Geschichts- und Kulturinteressierte, sondern auch für Hundehalter. Das Freilichtmuseum –eines der größten Museen seiner Art – zeigt hautnah, wie die Menschen im Rheinland einst gelebt und gearbeitet haben. In die Häuser und Ausstellungshallen dürfen Hunde leider nicht rein. Es ist dennoch lohnenswert, mit seinem Hund über das 110 Hektar große Museumsgelände zu schlendern und einen Einblick in das ehemals dörfliche Leben zu bekommen.

Adresse: Eickser Str., 53894 Mechernich

Tipp: Wer mit dem ÖPNV anreist, bekommt den Eintritt ins Museum gegen Vorlage des Tickets vergünstigt.