Urlaub mit Hund

Der Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres. Ob Nord- oder Ostsee, Mittelmeerküste oder Alpen, Hauptsache es wird für alle Reiseteilnehmer eine angenehme Zeit. Wir geben Ratschläge und Tipps für einen gelungenen Urlaub mit unserem Begleiter auf vier Pfoten.

 

Urlaub am Wasser

Es gibt kaum etwas Schöneres, als gemeinsame Zeit mit Hund am Strand zu verbringen. Informiere dich vor Reiseantritt, ob Hunde nicht nur in der Unterkunft, sondern auch am Strand erlaubt sind. Ob Hunde am Strand erlaubt sind, ist mitunter von der Jahreszeit bzw. Saison abhängig. In der Hauptsaison sind viele Strandabschnitte für Hunde tabu. In der Nebensaison gilt diese Einschränkung häufig nicht. Die Internetseiten der verschiedenen Gemeinden geben hier Auskunft. In der Hauptsaison gibt es an Nord- und Ostsee jedoch extra ausgewiesene Hundestrände.

 

An heißen Tagen im Sommer bitte am Strand auf schattige Plätze achten oder mit Sonnenschirm oder Strandmuschel selbst für Schatten sorgen. Ansonsten besteht die Gefahr eines Hitzschlages. Für Strandspaziergänge mit Hund eignen sich die Morgen- und Abendstunden perfekt – dann ist es weniger warm und zudem weniger voll am Strand.

 

Eine Runde im Wasser schwimmen bringt zwar Abkühlung, Hunde mit wenig/dünnem Fell und hellem Nasenspiegel können jedoch einen Sonnenbrand bekommen. Zur Vorbeugung können Nasenrücken und Ohrränder mit etwas Sonnencreme eingecremt werden.

 

Dem Hund Trinkwasser anzubieten, sorgt der unschönen Situation vor, dass er Salzwasser trinkt, welches dann sehr bald in sehr flüssiger Form anal wieder ausgeschieden wird. Kotbeutel gehören ebenfalls in jede Strandtasche. Nicht aufgesammelte Hinterlassenschaften im Sand führen dazu, dass Hunde hier zukünftig möglicherweise nicht mehr willkommen sind. Das wollen wir doch auf keinen Fall riskieren!

 

Wie überall gilt: Behalte auch am Strand deinen Hund immer im Blick. Viele Hunde sind irgendwann vom Toben, Buddeln und Schwimmen völlig erschöpft. Du bist kein Spielverderber, wenn du deinem Hund eine Ruhepause verordnest.

 

Möchte ein Hund nicht ins Wasser, kannst du ihn locken und animieren, aber bitte niemals zwingen. Einem wasserliebenden Hund können wiederum hoher Wellengang oder starke Strömung zum Verhängnis werden. Achte auf Hinweisschilder und wirf Frisbee, Ball und Co. sicherheitshalber nicht zu weit ins Wasser. Wer Wassersport betreibt und seinen Hund z.B. mit zum Stand-Up-Paddling oder Kanufahren nimmt, zieht seinem Hund sicherheitshalber eine Schwimmweste an.

 

Nach dem Baden im Meer, entferne Sand und Salzreste aus dem Fell, indem du deinen Hund abduschst. An manchen Hundestränden gibt es dafür extra Hundeduschen. Ansonsten wird in der Unterkunft sorgfältig das Fell ausgespült.

 

Bezüglich des Parasitenschutzes informiere dich, ob der Hund damit ins Wasser darf und ob der Schutz danach noch gilt. Ein entsprechendes Halsband sollte vor dem Baden abgenommen und hinterher wieder angelegt werden.

 

Urlaub in den Bergen

Ähnlich wie in den Küstenregionen laden auch hier zahlreiche hundefreundliche Unterkünfte wie Hotels, Ferienhäuser und Ferienwohnungen zum Verweilen ein.

 

An abgelegenen Bergseen gibt es oftmals keine Beschränkungen, was das Planschen für Hunde angeht. Natürlich solltest du auf örtliche Beschilderungen achten. Erkundige dich vorab auch über die Hundemitnahme-Bedingungen von Bergbahnen und Gondeln, falls du planst, diese auf deinen Touren zu nutzen.

 

Länge und Anstiege der Wandertouren sollten selbstverständlich dem Alter und Fitnesszustand deines Hundes angepasst sein. Überfordere ihn nicht! Insbesondere für alte Hunde oder Tiere, die an Gelenkerkrankungen leiden, ist ein Urlaub in den Bergen gut zu überlegen. Auch brachyzephale/kurzatmige Rassen haben nur begrenzte Freude bei anstrengenden Wandertouren. Welpen sind bei Bergwanderungen ebenfalls fehl am Platz. Kontrolliere ab und zu die Pfoten, denn felsiger Untergrund mit spitzen Steinen kann zu wunden oder verletzten Ballen führen. Eine Pfotensalbe kann vorbeugend Schutz bieten. Im Zweifel zieh deinem Hund Pfotenschutzschuhe an, wie sie im Handel erhältlich sind. Die meisten Vierbeiner finden das zunächst gewöhnungsbedürftig, aber es wäre doch schade, wenn weitere Wanderungen abgesagt werden müssten, weil unser Vierbeiner Schmerzen beim Laufen hat. Trinkwasser gehört auch hier ins Gepäck, gern auch ein paar Leckerli.

 

In wildreichen Gebieten lass deinen Hund bitte an der Leine, wenn er jagdliche Ambitionen hat. Das dient nicht nur dem Schutz der Wildtiere, sondern auch dem Wohl deines Hundes, der sich bei der Jagd in fremder Umgebung verirren oder verletzen kann. Erkundige dich vor einer Wanderung, wie steil oder rutschig die Route ist und ob es Stahlleitern oder Kletterpassagen zu überwinden gibt. Ausgewiesene Wanderrouten sind in der Regel mit Schwierigkeitsgraden gekennzeichnet und können so im Vorfeld eingeschätzt werden. Es versteht sich von selbst, dass Hunde, die im Alltag nur eine Runde um den Block laufen, bei einer plötzlichen Tagestour sehr wahrscheinlich konditionell überfordert werden.

 

Ein Blick in die Wettervorhersage macht bei längeren Wanderungen ebenfalls Sinn. Nicht wenige Hunde haben schon im sicheren Zuhause große Angst vor Gewitter. In den Bergen ist Donnergrollen sehr weit zu hören und kann Panik auslösen. Die Mitnahme von Trinkwasser und Faltnapf ist bei längeren Touren unerlässlich, denn nicht überall ist ein Bergbach in der Nähe. Auch im Gebirge kann die Sonne zu Sonnenbrand führen, was eventuell einen Sonnenschutz notwendig macht.

 

Urlaub im Ausland

Reisen ins Ausland mit Hund sollten grundsätzlich gut vorbereitet werden. Insbesondere in vielen beliebten Urlaubsregionen im Mittelmeerraum leben Parasiten wie Zecken und Mücken, die als Blutsauger gefährliche Krankheitserreger auf Hunde übertragen können. Sinnvoll ist es, sich im Vorfeld der Reise über das jeweilige Reiseland sowie eventuelle Durchreiseländer zu informieren. Gibt es dort ein erhöhtes Aufkommen an Sand- und Stechmücken, die Herzwürmer oder Leishmaniose übertragen können? Nicht alle Zeckenschutzmittel decken den Schutz vor Mücken mit ab. Wer beispielsweise nach Italien reist, ist gut damit beraten, ein Mittel zu wählen, welches sowohl Schutz vor Zecken als auch Sand- und Stechmücken bietet, damit nicht zwei Mittel notwendig werden. Hier sind TierärztInnen des Vertrauens der beste Ansprechpartner, um sich bezüglich einer effektiven Parasitenprophylaxe beraten zu lassen. Die unabhängige veterinär-parasitologische Organisation ESCCAP gibt auf ihrer Website unter https://www.esccap.de/reisetest Tipps für empfehlenswerte Maßnahmen für das jeweilige Reiseland.

 

Neben dem individuellen Schutz des Hundes, gibt es für Reisen in andere Länder auch einige Must-haves. Zwingend erforderlich ist der EU-Heimtierausweis mit der Microchipnummer (Hunde müssen dafür elektronisch gekennzeichnet sein), den Angaben zum Halter und den Impfungen. Eine gültige Tollwutimpfung ist für die Einreise in EU-Länder Pflicht. Aktuelle Tollwutimpfungen gelten für drei Jahre und müssen nicht mehr jährlich verabreicht werden. Wichtig ist jedoch, dass es auch so im Impfpass eingetragen ist. Wer die Tollwut-Impfung beim Tierarzt auffrischen lassen muss, sollte dies rechtzeitig vor Antritt der Reise veranlassen, denn die Gültigkeit beginnt erst drei Wochen nach dem Setzen der Spritze.

 

Bei Einreise in Länder wie Norwegen, Finnland oder Irland müssen Hunde zusätzlich nachweislich mit einem anerkannten Bandwurmmittel behandelt worden sein, welches in einem festgesetzten Zeitraum vor der Reise verabreicht werden muss.

 

Für Welpen und besondere „gefährliche“ Rassen gelten zum Teil noch einmal andere Bestimmungen. Ein komplettes Einreiseverbot erteilt Dänemark bestimmten Hunderassen wie Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Dogo Argentino, American Bulldogg, Kangal und weiteren als gefährlich eingestuften Rassen. Wer einen Hund hat, der in irgendeiner Weise den oben genannten Rassen ähnelt und diese ungefährliche Rasse nicht zweifelsfrei dokumentiert werden kann, sollte besser nicht nach Dänemark reisen. In Ländern wie Frankreich gelten bei der Einreise von bestimmten Rassen gesonderte Bedingungen.

 

In den meisten Reiseländern gibt es zwar keine Einreiseverbote für bestimmte Rassen, allerdings gilt für alle Hunde eine allgemeine Leinenpflicht und zum Teil auch Maulkorbpflicht. Es ist wichtig, ein Maulkorbtraining, also das Gewöhnen des Hundes an einen Maulkorb, frühzeitig in einem ruhigen, vertrauten Umfeld zu starten. So ist dein Hund mit dem Tragen des Maulkorbes vertraut, wenn es die Situation erfordert.

 

Autoreisen

Manche Tiere haben Angst vorm Autofahren oder leiden unter einer Reisekrankheit. Das heißt: Schon die Autofahrt beginnt mit Jaulen, Hecheln oder gar Erbrechen. Kein guter Start in den Urlaub. Haben Hunde Angst vorm Autofahren, können Hundetrainer beratend hinzugezogen werden. Über ein gezieltes Training kann der Hund an das Autofahren gewöhnt werden. Vor allem sollten Hundebesitzer mit ihrem Hund nicht nur ins Auto steigen, wenn eine längere Urlaubsreise ansteht. Mit mehreren kurzen Fahrten an schöne Orte, zum Beispiel an eine Wiese oder in den Wald, lässt sich das Autofahren positiv verknüpfen.

 

Bei Vorliegen einer Reisekrankheit kann zunächst versucht werden, dem Hund mit natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln zu helfen. Auf keinen Fall dürfen Medikamente, die im Humanbereich bei Reisekrankheit eingesetzt werden, einfach dem Tier verabreicht werden. Wer unsicher ist, kann sich von einem erfahrenen Tierheilpraktiker beraten lassen. Hunde, die an Reiseübelkeit leiden, bekommen kurz vor der Abreise besser keine Futtermahlzeit mehr angeboten. Wasser jedoch bitte immer zur Verfügung stellen.

 

Häufige Pausen an der frischen Luft, am besten alle zwei bis drei Stunden, machen das Autofahren angenehmer. Der Auto-Innenbereich sollte nicht zu warm und nicht zu kühl (Klimaanlage!) gehalten werden. Zugluft kann eine unangenehme Bindehautentzündung zur Folge haben.

 

Selbstverständlich sind Hunde während der Fahrt im Auto zu sichern. Das ist über ein Geschirr-Gurtsystem auf der Rückbank möglich. Große Hunde sind am sichersten in einer fest installierten Box im Kofferraum aufgehoben.

 

Tipp: In manchen Automobilclub-Tarifen ist die Betreuung/Rückholung des Hundes (auch aus dem Ausland) nach Hause inbegriffen. Sollte es zu einem Unfall kommen, bei dem der oder die Halter ins Krankenhaus kommen und sich vor Ort nicht um den Hund kümmern können, so ist für diesen gesorgt. Insbesondere bei Reisen ins Ausland empfiehlt es sich, eine Adresskapsel am Geschirr oder Halsband des Hundes zu befestigen mit dem Hinweis auf die Mobilclubmitgliedschaft. Für den Fall, dass der Halter nicht ansprechbar ist, kann der Hund schnellstmöglich nach Hause kommen und landet in keiner unrühmlichen Tierauffangstation.

 

Zu guter Letzt

Die gewohnten Fütterungsgewohnheiten sollten nach Möglichkeit auch im Urlaub beibehalten werden, d.h. nimm das gewohnte Futter mit, sofern es nicht vor Ort verfügbar ist. Das ist für Hunde mit Allergien und Unverträglichkeiten umso wichtiger. Niemand möchte, dass sein Hund von Durchfall, Erbrechen oder Juckreiz geplagt wird, weil man selbst verbummelt hat, für das richtige Futter in ausreichender Menge zu sorgen.

 

Trotz aller Vorsicht kann leider immer etwas Unvorhergesehenes passieren – ein Tritt in eine Glasscherbe, eine Beißerei, ein Wespenstich im Maul. Dann heißt es Ruhe bewahren und eine Liste mit Tierärzten vor Ort zur Hand haben, die vor der Reise recherchiert wurde.

 

Im Urlaub bietet sich nicht nur uns, sondern auch unserem Hund ein ungewohntes, aufregend neues Umfeld. Achte auf Stressanzeichen und die Bedürfnisse deines Hundes, sorge für ausreichend Ruhezeiten und überfordere ihn nicht. So haben alle einen entspannten Urlaub.

 

 

Packliste

  • EU-Heimtierausweis
  • Unterlagen zur Hundehaftpflicht

Gesundheit:

  • Zeckenzange
  • Zeckenschutzmittel
  • notwendige Medikamente
  • Erste Hilfe Set mit Desinfektionsmittel, Verbandmaterial, Wundsalbe, Pinzette
  • ggf. Sonnenschirm oder Strandmuschel
  • ggf. Sonnenschutzmittel
  • ggf. Hundeschutzschuhe

Verpflegung

gewohntes Futter, vor allem für Allergiker

Leckerli, Leckerlitasche

Wasser- und Futternapf,

Faltnapf und Trinkwasser für unterwegs

Deckel für Futterdose, Tupperdosen für Trockenfutter

Equipment

  • Leine, Halsband/Geschirr, ggf. Schleppleine
  • Sicherheitsgurt/Transportbox
  • Hundebett oder Decke
  • Kotbeutel
  • Maulkorb
  • Handtuch/Bademantel
  • ggf. Schwimmweste
  • ggf. Hundeshampoo
  • Spielzeug
  • Kamm/Bürste, Krallenschere
  • ggf. Bodenanker

Tipps für den Sommer – Hitze gut überstehen

Die meisten Menschen freuen sich auf den Sommer. Vielen Hunden macht die Hitze allerdings zu schaffen. Hier findet ihr Tipps, wie ihr mit eurem Hund den heißen Wochen entspannt entgegensehen können.

 

Das Maul als Klimaanlage

Wenn es draußen 30 °C im Schatten sind, rinnt bei uns der Schweiß. Der verdunstende Schweiß kühlt uns – eine effektive Strategie zur Aufrechterhaltung unserer Körpertemperatur. Bei Hunden funktioniert das etwas anders.

 

Hunde haben zwei verschiedene Arten von Schweißdrüsen: apokrine und merokrine. Mit Ausnahme des Nasenspiegels befinden sich apokrine Schweißdrüsen auf der gesamten Körperoberfläche. Die apokrinen Schweißdrüsen sind jedoch nicht aktiv an der Wärmeregulation beteiligt. Sie haben unter anderem die Funktion, Pheromone zu verbreiten. Die merokrinen Schweißdrüsen ähneln denen der Menschen. Sie befinden sich allerdings nur an den Pfoten, vor allem zwischen den Zehen. Darüber können Hunde geringe Mengen an Schweiß absondern. Beobachten kann man das, wenn Hunde an heißen Tagen feuchte Pfotenabdrücke auf Oberflächen wie den heimischen Fliesen hinterlassen. Die wenigen Schweißdrüsen an den Pfoten reichen jedoch nicht aus, um genügend Verdunstungskälte zu produzieren und den Körper ausreichend zu kühlen. Hunde müssen also andere Möglichkeiten einsetzen, um ihre Körpertemperatur zu regulieren.

 

Für Hunde ist Hecheln der effizienteste Abkühlmechanismus. Dabei erhöht sich die Atemfrequenz um ein Vielfaches – auf bis zu 300 Atemzüge pro Minute. Die Luft strömt über die Nase ein und wird über das Maul wieder ausgeatmet. Die Feuchtigkeit auf den Schleimhäuten in der Nase und im Maul verdunstet. Durch die dabei entstehende Verdunstungskälte werden die unter den Schleimhäuten liegenden Blutgefäße gekühlt und die Körpertemperatur so effektiv abgesenkt. Die Schleimhaut im Inneren der Nase ist faltig und hat dadurch eine größere Oberfläche, um mehr Verdunstungskälte entstehen zu lassen. Die erhöhte Atemfrequenz ist allerdings anstrengend und verbraucht viel Energie.

 

Sonderfall Kurznasen

Hunde mit zuchtbedingt verkürzten Nasen, wie Französische Bulldoggen, Möpse, Pekinesen, Boston Terrier und verwandte Rassen, haben aufgrund ihrer kurzen Nasen eine geringere Nasenschleimhaut-Oberfläche, manchmal auch sichtbar zu enge Nasenlöcher und ein zu langes und dickes Gaumensegel. Die Rachenschleimhaut ist oft in Falten gelegt. Das alles führt rein anatomisch zu einer Beeinträchtigung der oberen Atemwege. Kurznasige Rassen reagieren deshalb empfindlich auf steigende Temperaturen und schwüle Witterung, insbesondere in Kombination mit körperlicher Anstrengung. Da der Kühlungsmechanismus bei diesen so genannten brachycephalen Rassen eingeschränkt ist, haben sie große Probleme ihre Körpertemperatur im Sommer niedrig zu halten und erleiden schneller einen Hitzschlag. Betroffene Hunde sollten nicht zu sehr belastet und besonders vor Hitze geschützt werden. Langfristige Abhilfe schafft hier nur eine Operation, in der eine chirurgische Korrektur vorgenommen wird und gegebenenfalls Nasenlöcher geweitet und Gaumensegel gekürzt werden.

Weitere Risikofaktoren

 

Nicht nur Hunde mit kurzen Schnauzen sind stärker gefährdet, einen Hitzschlag zu erleiden. Auch übergewichtige Hunde sind betroffen. Durch das zusätzliche Gewicht ist das Herz-Kreislauf-System stärker belastet, das vorhandene Körperfett isoliert zusätzlich. Alte und herzkranke Hunde benötigen ebenfalls besonderes Augenmerk. Grundsätzlich sind große Hunde, vor allem Riesenrassen, und solche mit dichtem Fell und viel Unterwolle anfälliger.

 

Hunde scheren?

Während wir unsere Kleidung der Außentemperatur anpassen, tragen Hunde weiter ihr Fell.  Ob Hunde im Sommer geschoren werden sollen, wird kontrovers diskutiert. Einige Tierhalter berichten, dass das Scheren des Fells dem Hund hilft. Fell ist allerdings auch ein natürlicher Schutz unter anderem vor UV-Strahlen. Ein Auskämmen der Unterwolle oder das Kürzen des Fells kann vielen Rassen auf jeden Fall Erleichterung verschaffen. Ist doch zu viel Fell abhandengekommen, kann das Eincremen mit Sonnencreme nötig sein. Das betrifft auch helle Hunde, bei denen empfindliche Stellen wie Nasenspitze und Ohren vor Sonnenbrand geschützt werden sollten.

 

Aktivität im Sommer

Körperliche Aktivität kann die Körpertemperatur ansteigen lassen. Bei untrainierten oder übergewichtigen Hunden oder den genannten kurznasigen Rassen kann die Temperatur sogar stark ansteigen. Bei Hitze sollte Bewegung auf ein Minimum reduziert werden. Am besten ist es, Hunde im Hochsommer grundsätzlich nicht in der Mittagszeit körperlich zu fordern. Besonders bei feucht-warmem Wetter kann es andernfalls leicht zu Überhitzung kommen. Jagdhunde beim Einsatz oder Hunde, die ihren Besitzer beim Joggen oder Radfahren begleiten, können davon betroffen sein. Hintergrund: Die Haut wird zugunsten der Muskulatur weniger durchblutet. Durch die geringere Oberflächendurchblutung ist die Wärmeabgabe, die ohnehin nur über weniger dicht behaarte Stellen wie Beine, Ohren und Schnauze effektiv stattfindet, eingeschränkt. Dazu kommt, dass sich Hunde auf heißem Asphalt die Ballen verbrennen können. Instinktiv suchen sich Hunde ein schattiges Plätzchen im Garten oder ein kühles Plätzchen im Haus. Wenn du ein Exemplar hast, welches trotz hoher Temperaturen powert, tritt ihm zuliebe auf die Bremse.

 

Nachhilfe im Kühlen

Wenn es im Haus oder der Wohnung einen kühlen Platz gibt, zum Beispiel im Keller, sollte dieser nach Möglichkeit zugänglich sein. Einige Hunde legen sich freiwillig in die Reichweite von Ventilatoren. Das ist okay, solange sie die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, wann sie sich dem Luftstrom wieder entziehen möchten. Viele Hunde lieben es, in einem Hundepool oder über einen Rasensprenger feuchte Abkühlung zu finden. Das Einmassieren von Wasser ins Fell sorgt ebenfalls für angenehme Kühlung. Feuchte Tücher auf den Boden gelegt, nehmen Hunde gern als kühlende Unterlage an. Im Handel erhältliche Kühlmatten sind eine Alternative.

 

Strand oder Badesee sind für Wasserratten eine optimale Abkühlung. Jedoch lieben es nicht alle Hunde zu schwimmen. In diesem Fall kann es passieren, dass du die Überhitzung deines Hundes nicht bemerkst, weil du dich regelmäßig im Wasser abkühlen gehst, während dein Hund draußen bleibt. Beim Baden im Meer sollte außerdem darauf geachtet werden, dass der Hund nicht zu viel Salzwasser aufnimmt.

 

Hundeeis lieben so ziemlich alle Hunde. Es gibt fertiges Hundeeis im Handel sowie Rezepte zum Selbermachen im Internet. Hier gilt nicht die Devise: Viel hilft viel! Je nachdem, wie sensibel der individuelle Hund darauf reagiert, kann der Verzehr von Eis bei Hunden Bauchschmerzen verursachen. Vorerkrankte Hunde im Bereich des Verdauungstrakts, zum Beispiel mit Gastritis, IBD usw. bekommen deshalb bitte kein Eis!

 

Fressen und Trinken

Viele Hunde fressen bei sehr warmen Temperaturen weniger, was kein Grund zur Sorge ist. Wenn sie weniger zu verdauen haben, produziert der Stoffwechsel weniger Wärme. Zudem wird der Kreislauf weniger belastet.

 

Wie viel Wasser ein Hund braucht, hängt von der Umgebungstemperatur, dem Feuchtigkeitsgehalt des Futters und seiner Aktivität ab. Ein gebarfter Hund muss entsprechend weniger am Tag trinken als ein mit Trockenfutter ernährter Hund. Als grobe Orientierung dienen folgende Werte: Bei einer Außentemperatur von über 20 °C benötigt ein mit Trockenfutter ernährter Hund bei normaler Aktivität 50–100 ml pro kg Körpermasse, die er über das Trinken zu sich nehmen sollte. Das entspricht für einen 10kg-Hund mindestens 500–1000 ml Wasser pro Tag. Derselbe Hund benötigt mit Feuchtfutter ernährt ca. 200–500 ml zusätzliches Wasser. Trinkt ein Hund zu wenig, versucht der Organismus den Mangel zu kompensieren, was mit Leistungseinbußen einhergeht. Um zu testen, ob der Hund dehydriert ist, kann eine Hautfalte im Nacken mit zwei Fingern hochgezogen werden. Die Haut sollte sich direkt wieder glattziehen. Bleibt die Falte stehen, sollte dringend für Flüssigkeitsnachschub gesorgt werden.

 

Jeder Hund sollte stets Wasser zur freien Verfügung haben. Trinkt dein Hund zu wenig, kannst du versuchen, ihn zum Trinken zu animieren. Mit einigen Tricks ist das gut möglich. Das Wasser kann schmackhafter gemacht werden, z.B. mit Knochenbrühe, einem Schuss Milch (falls dein Hund es verträgt!) oder etwas Thunfischsaft. Versuche mehrere Näpfe an verschiedenen Orten aufzustellen. Variiere mit den Gefäßen: Metall, Plastik, Keramik, Glas, vielleicht schmeckt es aus einem besser? Ist das Wasser sehr kalkhaltig, können Wasserfilter zum Einsatz kommen, damit das Wasser besser schmeckt. Selbstverständlich sind alle Näpfe immer gründlich zu reinigen. Manche Vierbeiner bevorzugen es, aus erhöhten Näpfen zu trinken – einen Versuch ist es wert. Was fast immer funktioniert, ist, den Spaßfaktor zu erhöhen. Wenn die Näpfe zu langweilig sind, tut es vielleicht der Gartenschlauch oder die Brause in der Dusche.

 

Übrigens können Hunde tatsächlich auch zu viel in zu kurzer Zeit trinken, was sogar lebensbedrohlich sein kann, weil hier der Elektrolythaushalt aus den Fugen gerät. Das kann passieren, wenn Hunde nach langen Durstphasen extrem hohe Wassermengen in kurzer Zeit aufnehmen oder beim Schwimmen und Planschen sehr viel Wasser schlucken. Umgangssprachlich als Wasservergiftung bezeichnet, ist diese Tatsache nur wenigen Hundehaltern geläufig. Anzeichen einer Wasserintoxikation betreffen vor allem das zentrale Nervensystem. Es kann zu Koordinationsstörungen, Muskelzuckungen, unkontrolliertem Urinabsatz, Krämpfen und Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma kommen. Sehr wahrscheinlich ist eine Wasservergiftung nicht, denn ein Hund muss dafür etwa ein Drittel seines Körpergewichts an Wasser in kurzer Zeit aufnehmen. Als verantwortungsvoller Hundehalter sollte man dennoch um die Gefahr wissen. Durstphasen lassen sich vermeiden, indem bei Ausflügen Wasser für den Hund mitgenommen wird und er unterwegs trinken kann.

 

Hunde im Auto

Hunde, die im geschlossenen Auto ohne Ventilation gelassen werden, sind bei direkter Sonneneinstrahlung schneller als gedacht einer Temperatur ausgesetzt, die die körperlich kompensierbare Belastungsgrenze überschreitet. Bei einer Außentemperatur von nur 20 °C kann sich der Innenraum eines geschlossenen Autos innerhalb einer Stunde auf eine Temperatur von 46 °C aufheizen! Wer sich anschauen möchte, welche Temperaturen im Auto bei höheren Außentemperaturen erreicht werden: Im Internet gibt es Tabellen dazu. Alternativ gerne den Selbstversuch machen. Als Folge der Hitzeeinwirkung steigt die Körpertemperatur des Hundes an. Bei Erreichen einer Körpertemperatur von ca. 41–43 °C ist die kritische Marke erreicht und es kommt zum Hitzschlag. Über 43 °C Körpertemperatur besteht akute Lebensgefahr!

 

Übrigens reicht auch bei geöffneten Autofenstern die Luftzirkulation nicht aus. Ein bewölkter Himmel kann ebenfalls dazu führen, dass sich das Wageninnere zu stark aufheizt. Sonnenschutzrollos schützen während der Fahrt vor zu viel Sonneneinstrahlung. Denn: Auch in einem klimatisierten Auto kann es zum Sonnenstich kommen!

 

Hitzschlag und Sonnenstich

Beim Sonnenstich bewirkt direkte Sonnenstrahlung eine Überhitzung des Gehirns, während es sich beim Hitzschlag um eine starke Überwärmung des gesamten Hunde-Organismus handelt. Beides kann dramatische Folgen haben. Sie sind jeweils ein potenziell lebensgefährlicher Notfall! Dem Hund drohen ein Hitzekollaps und schlimmstenfalls ein Hirnödem. Symptome sind starkes Hecheln, Speicheln, eine stark gerötete Zunge, Herzrasen und Unruhe. In der Folge können Atemnot, Erbrechen, Zittern, epileptische Anfälle, Taumeln, Schock und Koma auftreten. Deshalb kann man in diesem Zustand nur mit einer intensiven Schock- und Infusionstherapie beim Tierarzt oder in einer Tierklinik versuchen, den Hund zu retten. Manche Auswirkungen eines Hitzschlags sind leider irreversibel, das heißt, sie bleiben auch nach der Behandlung bestehen. Eine Spätfolge kann u.a. ein Nierenschaden sein.

 

Als Erste-Hilfe-Maßnahme bringe den Hund sofort ins Kühle und biete ihm dosiert Wasser zum Trinken an (bitte nicht eiskalt). In dieser Situation niemals Wasser mit Zwang einflößen. Lege den Hund auf ein feuchtes Tuch und beginne zunächst seine Beine zu kühlen. Die Abkühlung sollte nicht zu schnell geschehen, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten. Auf dem Weg zum Tierarzt bitte weiter kühlen.

 

Die gute Nachricht

Mit aufmerksamer Beobachtung unseres Vierbeines, etwas Wissen und einem entsprechenden Management lassen sich fast alle o.g. Gefahren vermeiden, sodass wir den Sommer richtig genießen können.

Tierversicherungen

Wie sinnvoll sind Tierversicherungen?

Unsere Hunde sind uns lieb und teuer. Letzteres können wir uns mit verschiedenen Versicherungen für Hunde ersparen. Denn: Wird ein Hund ernsthaft krank, kann die Behandlung beim Tierarzt richtig kostenintensiv werden. Das gilt umso mehr, nachdem im November 2022 die neue Gebührenordnung für Tierärzte in Kraft getreten ist, mit der deutliche Preissteigerungen einhergehen. Steht eine Operation an, geht es oft richtig ans „Eingemachte“. Mit einer Tierkranken- oder OP-Kosten-Versicherung können sich Tierhalter vor diesem finanziellen Risiko schützen. Doch lohnt sich das? Und wie sieht es mit der Hundehaftpflichtversicherung aus. Ist diese verpflichtend für jeden Hund?

 

Hundehaftpflicht-Versicherung

Tierbesitzer haften für Schäden, die ihr Vierbeiner verursacht. Das fängt bei kaputten Gegenständen an und geht bis hin zu verletzten Personen oder Tieren. Das bedeutet: Wirft der Hund im Eifer des Gefechts bei den Schwiegereltern die chinesische Ming-Vase um, springt die Hundehaftpflichtversicherung ein. Beißt der eigene Hund einen Artgenossen, übernimmt die Versicherung die Tierarztkosten für den anderen Hund. Rennt der Hund im Stadtpark vor einen Radfahrer, dieser kommt zu Sturz und verletzt sich, auch dann springt die Hundehaftpflichtversicherung ein. All diese Dinge passieren. Jeden Tag. Irgendwo da draußen. Sie lassen sich auch nicht wirklich vermeiden, egal wie gut jeder auf seinen Hund aufpasst und wie gut er erzogen ist. Deshalb macht eine Hundehaftpflichtversicherung auf jeden Fall Sinn, denn über die eigene private Haftpflichtversicherung sind Hunde nicht mit abgedeckt. Doch muss jeder Hund haftpflichtversichert sein?

 

Die Pflicht zur Hundehaftpflicht ist Ländersache. Heißt: Jedes Bundesland hat diesbezüglich eigene Gesetze. Beim Blick auf die einzelnen Bundesländer wird jedoch schnell klar: Eine Versicherungspflicht für Hunde ist eher die Regel als die Ausnahme. In Nordrhein-Westfalen besteht Versicherungspflicht, allerdings nicht für alle Hunde. Das Landeshundegesetz NRW (LHundG) schreibt vor, dass Hunde mit einer Widerristhöhe von mindestens 40 cm oder/und einem Gewicht von mindestens 20 kg in die Versicherungspflicht fallen. Alle großen Hunde müssen in NRW also haftpflichtversichert sein.

 

Ebenfalls zu den versicherungspflichtigen Hunden gehören Hunde, die aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit als gefährlich gelten. Dazu gehören Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier sowie deren Kreuzungen untereinander und deren Kreuzungen mit anderen Hunden. Darüber hinaus können im Einzelfall auch Hunde anderer Rassen versicherungspflichtig werden, wenn deren Gefährlichkeit festgestellt wurde. Zudem gibt es noch weitere im LHundG gelistete Rassen, für die eine Versicherungspflicht festgelegt wurde. Dazu zählen zum Beispiel Rottweiler, Mastiff und American Bulldog. Für alle so genannten „Listenhunde“ wird eine spezielle Haftpflichtversicherung mit festgesetzten Mindestversicherungssummen vorgeschrieben.

 

Auch wenn kleine Hunde von der Versicherungspflicht ausgenommen sind, empfehlen Experten, für jeden Hund eine entsprechende Versicherung abzuschließen. Denn auch kleine Hunde können Unfälle verursachen, indem sie zum Beispiel vor ein Fahrrad laufen oder einen Autofahrer zum Ausweichmanöver veranlassen. Kommt es beim Gegenüber zu ernsthaften Verletzungen und berechtigten Schadensersatzansprüchen, kann das richtig teuer werden – bis hin zur existenziellen Bedrohung.

 

Die Kosten einer Hundehaftpflichtversicherung hängen von der Hunderasse und den inbegriffenen Leistungen ab. Vor Abschluss macht es Sinn, die verschiedenen Versicherungsanbieter bezüglich des Leistungsumfangs zu vergleichen. Wie hoch ist die Deckungssumme? Gibt es eine Selbstbeteiligung und wenn ja, in welcher Höhe? Greift die Versicherung auch bei Schäden in einer Ferienwohnung? Sind Schäden im Ausland inbegriffen? Springt die Versicherung ein, wenn jemand Drittes mit meinem Hund unterwegs ist und es zum Schadensfall kommt? Sind Mietsachschäden mitversichert, zum Beispiel bei durch den Hund zerkratzten Türen oder durch Urin beschädigtem Parkettboden? Wie sieht es mit entstandenen Schäden durch einen ungewollten Deckakt aus?

 

Hunde-OP-Kostenversicherung

Diese Versicherung springt ein, wenn eine Operation beim versicherten Tier notwendig wird. Wer schon einmal seinen Hund auf dem OP-Tisch und anschließend die Rechnung dafür in den Händen hielt, der weiß, wie kostenintensiv Operationen sein können. Das kann schnell in den vierstelligen Bereich gehen. Nicht jeder Hundebesitzer hat dieses finanzielle Budget im Fall der Fälle parat.

 

Am häufigsten werden Hunde aufgrund eines Tumors operiert. Zahnextraktionen, Kreuzbandrisse sowie Gelenkoperationen im Allgemeinen sind die häufigsten Gründe, weshalb Hunde sich einer Operation unterziehen müssen. Die gefürchtete Magendrehung ist immer eine Notfall-OP, Klinik- und Notfallgebühren inklusive. Das Entfernen von Gebärmutter und Eierstöcken, zum Beispiel aufgrund von Gebärmuttervereiterungen, sind ebenfalls in den Top Five der Hunde-OP-Statistik. Zum Teil wird das Problem schon vererbt. Durch Überzüchtung werden mitunter Operationen nötig, damit kurznasige Rassen ausreichend Luft bekommen. Für große Hunde mit Hüftgelenkdysplasie ist eine Operation oftmals der letzte Ausweg hin zu einem schmerzfreien Leben. Gründe gibt es also viele. Viele Tierhalter schließen deshalb eine OP-Kosten-Versicherung für ihren Hund ab.

 

Eine Hunde-OP-Kostenversicherung übernimmt nicht nur die Kosten für die Operation selbst, sondern kommt in der Regel auch für die erforderlichen Vor- und Nachuntersuchungen sowie für benötigte Medikamente auf. Die Kosten für Kastrationen werden, sofern nicht medizinisch notwendig, von vielen Versicherern nicht erstattet.

 

Es ist grundsätzlich empfehlenswert, die Versicherung so früh wie möglich abzuschließen, am besten noch im Junghundealter. Denn: Die Beiträge für die OP-Kosten-Versicherung werden mit dem steigenden Alter des Tieres teurer, da mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit für eine notwendige Operation steigt. Ab einem gewissen Alter nehmen manche Versicherungsträger den Hund gar nicht mehr auf oder nur zu stark erhöhten Beiträgen.

 

Ein Vergleich der verschiedenen Versicherungsanbieter lohnt sich in jedem Fall. Die Leistungen unterscheiden sich teils deutlich hinsichtlich der übernommenen Kosten, der Zeit der Nachsorge, der Selbstbeteiligung, der einzuhaltenden Wartezeit oder der Gültigkeit im Ausland. Manche Versicherungstarife setzen ein jährliches Erstattungslimit in unterschiedlicher Höhe.

 

Fazit: Eine OP-Kosten-Versicherung kann mit durchaus moderaten Monatsbeiträgen vor hohen Kosten schützen. Wichtig ist jedoch ein genauer Vergleich vor Abschluss, um sich vor bösen Überraschungen wie Leistungsausschlüssen und -einschränkungen zu schützen.

 

Hunde-Krankenversicherung

Für uns Tierhalter ist es normal, selbst krankenversichert zu sein. Für Hunde ist die umfangreichere Krankenversicherung trotzdem zu überlegen. Der Grund sind die monatlichen Beiträge, die häufig ein Vielfaches derer der OP-Kostenversicherung betragen.

 

Der Leistungsumfang unterscheidet sich zwischen den Versicherungsanbietern und deren einzelnen Tarifen erheblich. Auch hier gilt im Allgemeinen: Je älter der Hund bei Vertragsabschluss ist, desto höher ist der Beitrag. Nicht nur das Alter des Hundes spielt eine Rolle, auch die Größe, Rasse und eventuelle Vorerkrankungen. Einen Vertrag für bereits erkrankte Tiere zu bekommen, kann zudem ein schwieriges Unterfangen sein. Bei bereits bestehenden Vorerkrankungen wird mitunter ein tierärztliches Gutachten über den Gesundheitszustand gefordert. Eventuell werden bestimmte Erkrankungen aus der Leistungsübernahme ausgeschlossen.

 

Wie schon bei der OP-Kosten-Versicherung wird fast immer eine Wartezeit von mehreren Monaten festgesetzt, in der noch keine Kostenübernahme stattfindet. Damit möchten Versicherungsanbieter ausschließen, dass erst dann eine Versicherung abgeschlossen wird, wenn bereits eine kostenintensive Behandlung absehbar ist. Ausgenommen von dieser Regelung sind Unfälle. Hier greift der Versicherungsschutz sofort.

 

Zu beachten ist auch, dass nicht immer 100 Prozent der Kosten übernommen werden. Sei es, weil der Anbieter ohnehin nur 80 Prozent Kostenübernahme anbietet oder nur den zweifachen Satz der Gebührenordnung für Tierärzte übernimmt; der Tierarzt oder die Tierklinik jedoch den dreifachen Satz berechnet. Manche Versicherer legen zudem ein jährliches Erstattungslimit fest. Ist diese Summe aufgebraucht, müssen die darüber hinausgehenden Kosten aus eigener Tasche bezahlt werden. Wer mit seinem Hund reist, insbesondere ins Ausland, achtet am besten auch diesbezüglich auf die genauen Regelungen des Versicherers. Standardleistungen wie Impfungen sind häufig nicht im Leistungsumfang enthalten. Wer möchte, kann aber auch diese und weitere Leistungen wie Physiotherapie oder naturheilkundliche Anwendungen mitversichern lassen, muss dafür jedoch tiefer ins Portemonnaie greifen. Auch ein Blick auf die Kündigungsvoraussetzungen macht hier übrigens Sinn: So mancher Tierhalter hat sich schon darüber geärgert, von Seiten des Versicherers gekündigt worden zu sein, weil sein Hund zu teuer geworden sei.

 

Fazit: Niedrige Beiträge erhält nur, wer seinen gesunden Hund frühzeitig versichert. Dafür werden dann über viele Jahre Beiträge fällig. Hier sollte man sich überlegen, ob man das Geld nicht lieber ins Sparschwein steckt und bei Nichtgebrauch später anderweitig zur Verfügung hat.

 

 

Dos and Don’ts for the Dog School

Your Checklist for training with us at Pico Coaching

 

We are pleased, that you have decided to train with us! We have put together a Checklist with some tips and rules to make the training start relaxed and to make sure that everything goes well. Thank you for working with us to ensure that both dogs and people feel comfortable at the dog school. If you have any questions, please contact us.

 

 Have you got everything?

Harness, short leash, collar and long lead if needed – these belong to the basic equipment that are needed. Aside from that, please bring some dog treats that your dog likes and/or a toy to motivate your dog and reward the dog.

If you have one, you can also bring a (food) dummy with you. We provide drinking water for the dogs during the lessons. Solid shoes and comfortable clothes are recommended for you. If it is very cold and your dog gets cold quickly, a dogcoat could make it more comfortable for your dog.

If you would like to, bring a blanket for your dog so that he can lie there when we are discussing. If he is very excitable, something to chew could help your dog to relax.

 

You arrived?

Our request: please park close together from left to right so that there is enough space for everybody. After you have got out, keep your dog on a short lead.

 

Your dog needs to go?

Please make sure that your dog has the chance to relieve themself before the dog school. It’s best if you can go for a short walk at home as we have 15 minutes between our courses for all teams to leave and arrive. Because of this, we ask that you please arrive only 5 minutes before your course starts so that there isn’t any difficulty with parking.

 

Poop?

Please gather it in a bag, tie a knot and throw it away in our rubbish bins. No bag on hand? Let us know and we are happy to give you one.

 

Your dog wants to mark

Please ensure that your dog doesn’t mark in our hall. This also goes for fences or items in front of our training hall. Of course marking is normal behaviour for dogs, however we all want to train together here. It is easier for everyone if not every dog marks a post after each other. It also preserves our materials and helps the concentration of all dogs.

 

Your dog is sick?

If your dog is contagious, please stay at home. If your dog is on heat, please confer with us.

 

A big hello?

Please keep enough distance to other dog-people teams! Your dogs should learn that there is no contact to other dogs on the short lead. This makes it a lot easier to teach your dog to walk on a lead, amongst other things.

 

Would you like one too?

Please only give your dog treats! Other dogs can have allergies or intolerances. Aside from that, it’s also helpful if each dog finds their owner exciting and will be able to pay more attention.

 

Can she already…?

Of course we all like to talk about our dogs and what we train with them. And that’s great! But please don’t compare your dog too much with others. Every dog is an individual and should learn and develop at their own pace. Be happy with the progress of your dog!

Abschied nehmen – der letzte gemeinsame Weg

Das Leben mit einem Hund ist mit vielen positiven Erlebnissen und Gefühlen verbunden. Die innige Bindung besteht oft viele Jahre. Heißt es irgendwann Abschied nehmen, bedeutet das immer einen schmerzhaften Verlust.

Waren Hunde früher für das Bewachen des Grundstückes zuständig, werden sie heute meistenteils als Familienmitglied, Freund und bisweilen auch als Seelentröster angesehen. Aus vielen Haushalten sind die vierbeinigen Begleiter nicht mehr wegzudenken. Werden wir mit dem bevorstehenden Tod des Hundes konfrontiert, kann unsere Gefühlswelt ordentlich aus den Fugen geraten.

Sterben und Tod gehören zum Leben dazu. Obwohl wir uns dieser Tatsache bewusst sind, versuchen wir nach Kräften, die Gedanken daran aus unserem Kopf zu verbannen. Bis es so weit ist und der Abschied vom geliebten Tier so nah ist, dass uns keine andere Wahl bleibt, als uns mit dem Unausweichlichen zu beschäftigen. Der bevorstehende endgültige Abschied kann Ängste schüren und lässt oftmals ein belastendes Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit aufkommen. Ein Gefühl der Überforderung kann hinzukommen, wenn es um die Entscheidung geht, das eigene Tier einschläfern zu lassen.

 

Einschläfern lassen ja oder nein und wenn ja, wann ist der richtige Zeitpunkt?

Manche Hunde ziehen sich zurück, vernachlässigen die Körperpflege, eventuell verändert sich der Körpergeruch, das Tier wird inkontinent, es frisst nicht mehr gut und mit dem Aufstehen hat es zunehmend Mühe – all das kann darauf hindeuten, dass es Zeit wird, sich Gedanken zu machen. Gedanken darüber, ob das Leben des Hundes noch Lebensqualität hat und ob es noch Aussicht auf Besserung gibt. Die meisten Menschen wünschen sich, dass ihr Vierbeiner keine Schmerzen leiden muss. Zusammen mit dem Tierarzt seines Vertrauens gilt es abzuwägen, ob eine Euthanasie für den Hund das Beste wäre. Das Wort Euthanasie stammt aus dem Griechischen, wobei die Silbe „eu“ = wohl, gut, schön und „thanatos“ = Tod bedeutet. Euthanasie bezeichnet die schmerzlose Tötung eines Tieres zur Erlösung von einem Leiden. Umgangssprachlich ist der Begriff des Einschläferns gebräuchlich.

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt treibt sehr viele Tierhalter um, die sich in dieser Situation befinden. Wünschenswert wäre es, das eigene Tier würde dem Halter ein Zeichen geben, wann es für ihn Zeit ist, Abschied zu nehmen. Doch oftmals sind Herrchen oder Frauchen in einer emotionalen Ausnahmesituation, was mehr als verständlich ist. Hier hilft, sich zu informieren und damit die eigenen Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten zu vergrößern. Es sollte sich stimmig anfühlen.

Wenn alle Zweifel ausgeräumt sind, dass eine Euthanasie für den Hund das Beste ist, sollte man sich überlegen, wie man den Tag X gestalten möchte. Viele Tierärzte bieten dafür Hausbesuche an. Wenn es der eigene Tierarzt nicht anbietet, den Hund in seiner gewohnten Umgebung zu erlösen, kann auf einen mobilen Tierarzt zurückgegriffen werden. Hier muss jeder für sich abschätzen, was einem wichtiger ist: der vertraute Tierarzt oder das vertraute Zuhause. Im Idealfall geht beides. Am besten den Tierarzt fragen, sobald das Thema Euthanasie zur Diskussion steht. Eine Euthanasie lässt sich fast immer planen und das sollte sie im Sinne des Tieres auch. Zu lange zu warten und mit einem vielleicht geplatzten Tumor zum Notdienst zu eilen und den inzwischen stark leidenden Hund in einer fremden Praxis erlösen lassen zu müssen, bedeutet Stress für alle Beteiligten und ist kein Abschied, den man sich wünscht.

Unabhängig davon, ob der Hund in einer Praxis oder zu Hause erlöst wird, ist es unbedingt ratsam, andere tierische Familienmitglieder oder auch den best Buddy am Abschied teilhaben zu lassen. Hunde und auch Katzen erkennen sehr schnell am Geruch, wenn ein Tier verstorben ist. Das gibt ihnen die Möglichkeit, die Situation zu verstehen und ebenfalls Abschied zu nehmen. Fährt man mit einem Hund in eine Praxis, lässt ihn dort einschläfern und kommt ohne ihn zurück, kann es sein, dass zu Hause gelassene Tiere anfangen, das verstorbene Tier längere Zeit zu suchen. Auch wer seinen Hund in einer Praxis erlösen lässt oder ihn gar durch einen Unfall verliert: Nach Möglichkeit sollten andere vertraute Haustiere Abschied nehmen können. Man kann dafür seinen verstorbenen Hund auch wieder mit nach Hause nehmen. Trauernde Tiere können sich zurückziehen oder weniger Appetit zeigen. Das ist erstmal ganz normal. Wer hier unterstützen möchte, kann es mit Bachblüten versuchen.

 

… und danach?

Ebenso wie die Euthanasie, beschäftigt Halter die Frage, was mit dem verstorbenen Hund geschehen soll. Neben der Option, seinen Hund durch eine Tierkörperbeseitigungsanstalt abholen zu lassen, gibt es die Möglichkeit, ihn im eigenen Garten zu begraben oder sich an ein Kleintierkrematorium zu wenden. Das Wort Tierkörperbeseitigung klingt nicht schön; der Vorgang dahinter ist es auch nicht. Genau das passiert allerdings, wenn man seinen Hund nach der Euthanasie beim Tierarzt lässt und auch kein Tierbestattungsunternehmen beauftragt. Ein würdevoller Abschied sieht anders aus.

Den Hund im eigenen Garten zu beerdigen, ist zwar grundsätzlich erlaubt, es gibt jedoch Einschränkungen und Auflagen, über die sich vorher informiert werden muss. Das Grundstück darf zum Beispiel nicht in einem Wasser- oder Naturschutzgebiet liegen, es muss ein Mindestabstand zu öffentlichen Wegen eingehalten werden und das Grab muss eine gewisse Tiefe haben. Örtliche Bestimmungen sollten vorab immer erfragt werden. Das Vergraben von Hunden auf öffentlichen Flächen, z.B. im Wald, ist übrigens verboten – das gilt auch für deren Asche.

Anbieter von Kleintierkrematorien bieten Tierhaltern mehrere Möglichkeiten, den Abschied vom geliebten Hund nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Man kann seinen Hund von einem Tierbestatter seiner Wahl zu Hause oder in einer Tierarztpraxis abholen lassen oder man bringt seinen verstorbenen Hund selbst ins Tierkrematorium. Die meisten Krematorien unterscheiden zwei verschiedene Einäscherungsformen: die Einzelkremierung und die Sammeleinäscherung. Im ersten Fall kann sich der Halter die Asche seines Tieres aushändigen lassen. Da es für Kleintiere wie Hunde keine Beisetzungspflicht gibt, darf die Asche zu Hause aufbewahrt werden, zum Beispiel in einer Urne, die es in allen erdenklichen Formen und Farben gibt. Bei der Sammeleinäscherung werden mehrere Tiere gleichzeitig kremiert. Die Asche wird anschließend auf Streubeeten auf dem Gelände des Tierkrematoriums verstreut. Herrchen und Frauchen können die letzte Ruhestätte regelmäßig besuchen, um ihre Trauer zu verarbeiten. Die letzte Ruhestätte kann auch ein Tierfriedhof oder ein Friedwald sein. Wer sich auf den bevorstehenden Tod des Hundes vorbereiten kann, sollte sich rechtzeitig über die Möglichkeiten des Danach informieren.

 

Trauer bewältigen

Zeichnet sich das Lebensende des Hundes ab, beginnt beim Besitzer bereits der Trauerprozess. Man trauert also nicht erst nach dem Tod des Tieres, sondern schon davor. Die Diagnose einer unheilbaren Erkrankung, die drastische Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder allein das fortgeschrittene Alter des Hundes setzt beim Tierhalter einen trauerähnlichen Prozess in Gang. Spätestens wenn der Tierarzt zur Euthanasie rät, setzt beim Besitzer eine sogenannte „vorweggenommene Trauer“ ein. Für die meisten Besitzer stellt der Tod des geliebten Hundes eine starke psychische Belastung dar, die mit großem emotionalem Stress einhergeht.

 

Das Modell nach Kübler-Ross besagt, dass Trauerprozesse in fünf Phasen ablaufen: Leugnen, Wut, Verhandeln, Depression und Akzeptanz. Die Phasen laufen nicht immer in dieser Reihenfolge ab, manchmal auch umgekehrt oder es werden mehrere Phasen gleichzeitig durchlaufen. Gewöhnlich beginnt es allerdings mit Phase eins: Verdrängung und Ablehnung. Die Hundehalter sind in einer Art Schockzustand und wollen die Realität nicht wahrhaben. Nach dem ersten Schock brechen meist Emotionen wie Zorn und Wut hervor. Eventuell wird der Tierarzt zum Sündenbock gemacht, vielleicht richtet sich die Wut auch gegen das Universum oder Gott und man fragt sich zum Beispiel: Warum muss gerade mein Hund so jung Krebs bekommen? In der Phase des Verhandelns wird fieberhaft nach Lösungen in Form von Behandlungsmöglichkeiten gesucht. In dieser Zeit suchen einige Tierhalter beispielsweise den Rat bei Tierheilpraktikern – auf der Suche nach einem letzten Strohhalm, vielleicht einem Zaubertrank. Trauernde können durch die hoffnungslose Situation des Verlustes in ein tiefes Loch fallen, an einer Depression erkranken. Das Leben ohne seinen geliebten Hund erscheint trostlos. Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit machen sich breit. Die Dauer einer Trauerdepressionen ist von Person zu Person verschieden. Betroffene können sich monatelang niedergeschlagen fühlen und keine Lust auf Aktivitäten haben, die zuvor Freude bereitet haben. Schließlich akzeptieren Trauernde die Realität und schließen Frieden damit. Der Heilungsprozess beginnt und man sieht langsam wieder Licht am Ende des Tunnels. Allerdings gibt es auch dann noch immer wieder Momente, in denen sich eine große Traurigkeit breitmachen kann. Eine normale Trauerreaktion kann innerhalb von wenigen Wochen ablaufen, aber auch Jahre dauern. In dieser Zeit kann es zu körperlichen Symptomen kommen, wie Appetitlosigkeit oder Erschöpfung. Auch Schuldgefühle sind nicht ungewöhnlich. Nicht selten quälen sich Tierhalter mit Gedanken, ob sie etwas falsch gemacht und damit den Tod des eigenen Hundes (mit-)verschuldet zu haben.

 

Trost finden

„Du musst jetzt stark sein.“ Nein, musst du nicht. Im Gegenteil: Trauer sollte durchlebt werden, um den Verlust zu verarbeiten. Das Führen eines Trauertagebuches kann helfen, Gedanken zu verarbeiten. Das Anfertigen eines Fotobuches hilft beim Erinnern und Festhalten der schönen Momente. Im Internet existieren öffentliche Trauerportale und spezielle Gruppen in sozialen Netzwerken, in denen Betroffene Trost in der Gemeinschaft finden können. Andere Hundebesitzer können den Verlust meist eher nachvollziehen als Menschen, die kein Tier besitzen oder besessen haben.

 

Ein neuer Hund?

Einige trauernde Tierhalter fühlen sich nach dem Tod des verstorbenen Freundes nicht in der Lage, jemals wieder ein Tier zu halten. Andere haben bereits einige Zeit später wieder einen Hund an ihrer Seite. Jeder geht anders mit der Situation um. Niemand muss sich wie ein Verräter vorkommen, wenn er einem weiteren Hund ein Zuhause gibt. Schließlich bedeutet es nicht, ein Tier zu vergessen, während man sich um ein anderes kümmert.

Allerdings sollte die Anschaffung eines (weiteren) Hundes immer gut durchdacht sein. In der absoluten Trauerphase nach dem Verlust ist der Kopf meist nicht dazu imstande, ausgereifte Entscheidungen zu treffen. Manchmal kommt es dann zu unüberlegten „Schnellschüssen“ und ein Hund wird in die Familie geholt, der nicht gut passt. Die Gründe für solche übereilten Aktionen sind verschieden. Sei es, weil man selbst nicht allein sein kann/will oder glaubt, der gegebenenfalls zurückgelassene Hund brauche unbedingt sofort wieder einen Hundekumpel. Manchmal schwingt auch die Idee mit, den verstorbenen Hund eins zu eins ersetzen zu können. Das funktioniert in aller Regel nicht und ist auch dem neuen Hund gegenüber nicht fair. Jeder Hund, auch derselben Rasse, hat ein anderes Wesen und falsche Erwartungen führen zwangsläufig zu Enttäuschungen. Jeder Hund verdient es, in ein Zuhause zu kommen, in dem er mit offenen Armen empfangen wird und welches ihm langfristig gerecht werden kann.

Hausapotheke für Hunde

Kleine Wunde, Bienenstich, Zeckenbiss oder Durchfall: Welchem Hundehalter ist es noch nicht passiert, dass der vierbeinige Freund genau am Wochenende oder Feiertag Durchfall bekommt oder näheren Kontakt mit einer Biene hat? Eine Hausapotheke bildet hier die Basis zur Erstversorgung des Hundes bei Verletzung oder Krankheit. Auch auf Reisen darf eine Apotheke für den Hund nicht fehlen, um im Notfall Erste Hilfe beim Hund leisten zu können.

Doch was gehört in eine gut ausgestattete Hausapotheke für Hunde, um bei kleineren Unfällen und Unwohlsein sofort helfen zu können?

 

Verbandsmaterial

 Am einfachsten ist es, auf bereits fertig zusammengestellte Verbandskästen zurückzugreifen. Diese gibt es speziell für Tiere. Die Zusammensetzung ist je nach Anbieter immer etwas unterschiedlich. Üblicherweise enthalten diese: Tupfer zur Wundreinigung, sterile Wundkompressen in verschiedenen Größen zum Abdecken der Wunde und elastische – am besten selbsthaftende – Fixierbinden. Heftpflaster oder Klebeband fixieren andernfalls den Verband. Eine Verbandsschere wird zum Zuschneiden der Verbände und Pflaster benötigt. Die Schere hat abgerundete Ecken, damit es im Falle einer unkontrollierten Bewegung des Hundes zu keinen zusätzlichen Verletzungen kommt. Praktisch sind darüber hinaus auch Einwegrasierer, um die Wundränder vom Fell zu befreien. Einmalhandschuhe für den Behandler machen ebenfalls Sinn. Eine so genannte Notfall- oder Rettungsdecke kann den Hund vor Unterkühlung schützen. Die üblichen Verbandskästen fürs Auto können auch für Hunde verwendet werden. Der Inhalt eines Verbandskastens ist begrenzt haltbar, weshalb das Ablaufdatum im Blick behalten werden sollte.

 

Instrumente/Hilfmittel

In jede Hausapotheke gehört unbedingt ein Fieberthermometer. Ideal ist ein digitales Haustierthermometer mit einer flexiblen Spitze für eine schnelle rektale Messung der Körpertemperatur. Thermometer mit extra großer Anzeige erleichtern das Ablesen. Praktisch ist auch eine Speicherfunktion der letzten Temperatur, womit man sich das separate Notieren sparen kann.

 

Eine Zeckenzange beziehungsweise -karte gehört ebenfalls zur Standardausstattung. Darüber hinaus gibt es Zeckenhaken und Zeckenschlingen. Alle Werkzeuge haben Vor- und Nachteile. Zeckenkarten passen durch ihre dünne Kartenform in den Geldbeutel oder die Hosentasche. Manche Modelle haben eine kleine Lupe integriert. Die Zecke kann nicht gequetscht werden. Allerdings ist das Entfernen an manchen Körperregionen, zum Beispiel der Achselgegend, erschwert. Noch sehr kleine Zecken lassen sich oftmals nicht gut erfassen. Die Zeckenzange aus Kunststoff oder Metall ist wohl die geläufigste Form. Die Grenzen liegen hier bei besonders vollgesogenen Exemplaren und der grundsätzlichen Gefahr, die Zecke zu quetschen. Zeckenhaken, auch als Tick Twister bekannt, sind klein und preiswert, das Erfassen sehr kleiner Zecken-Stadien kann allerdings eine Herausforderung sein. Die Zeckenschlinge erfordert tatsächlich ein wenig Übung, hat aber durchaus ihre Liebhaber.

 

Ebenfalls unbeliebte Parasiten sind Flöhe, weshalb ein Flohkamm in keiner Hausapotheke fehlen sollte. Um festzustellen, ob der Hund unter ungebetenen Gästen leidet, kann das Fell regelmäßig stichprobenartig mit einem Flohkamm gekämmt werden. Flöhe und Läuse bleiben in den engen Zinken des Kamms hängen und sind für das menschliche Auge sichtbar. Inzwischen sind elektrische Flohkämme auf dem Markt, welche eine sanfte elektrische Ladung abgeben und die Flöhe beim Bürsten direkt abtöten sollen. Zu bedenken ist hier allerdings, dass Flöhe nur zur Blutmahlzeit auf dem Hund verweilen und sich ansonsten in der Umgebung/der Wohnung aufhalten.

 

Neben der bereits erwähnten gebogenen, stumpfen Schere ist eine Pinzette zur Entfernung von Fremdkörpern unerlässlich. Kühlpacks/Kühlkompressen beinhalten häufig ein Gel, was sie kalt oder warm einsatzfähig macht. Kühl wirken sie an der aufgelegten Stelle schmerzlindernd und abschwellend, zum Beispiel bei stumpfen Verletzungen, Blutergüssen und Insektenstichen. Warm wirken Kompressen durchblutungsfördernd und entspannend.

 

Einmalspritzen in verschiedenen Größen – üblich sind 5 ml und 10 ml – können nötig werden, wenn Flüssigkeiten oder gelöste Medikamente ins Maul eingegeben werden müssen oder auch zum Spülen von Wunden.

 

Für den Notfall gehört auch ein Maulkorb in die Hausapotheke. Dieser kann aus Stoff sein, sollte allerdings so sitzen, dass der Behandler geschützt ist, falls der Hund unter Schmerzen um sich beißt.

 

Wer einmal von seinem Tierarzt eine Halskrause für seinen Hund bekommen hat, sollte diese ruhig als universell einsetzbaren Leckschutz aufheben. Auch hier gibt es inzwischen Schutzkragen, die für Hunde angenehmer zu tragen sind als die bekannten Plastikkragen.

 

Arzneimittel       

Zum Spülen und Reinigen von Wunden eignet sich am besten eine sterile, physiologische Kochsalzlösung oder eine spezielle Wundspüllösung. Eine desinfizierende und antiseptische Salbe, zum Beispiel auf Jodbasis, sollte für offene Wunden immer im Haus sein. Wundsalben zur Beschleunigung der Wundheilung gibt es viele. Gut eignet sich unter anderem Salbe mit Calendula (Ringelblume). Lebertran‐Zink-Salbe lässt sich bei Hautabschürfungen einsetzen. Ein Brand- und Wundgel sorgt bei kleineren Verbrennungen für Linderung. Kühlende Salben oder Lotionen können nach Insektenstichen hilfreich sein. Ohrreiniger und Augentropfen können beim Routinebesuch in der Tierarztpraxis erworben werden. Diese sind dann für den Notfall ebenfalls parat.

 

Ein Mittel gegen Verdauungsstörungen wie Durchfall sollte natürlich auch nicht fehlen. Hier gibt es spezielle Pulver mit natürlichen Huminstoffen, welche die Nervenendigungen in den Schleimhäuten von Magen und Darm beruhigen und regulieren. Eines der besten Hausmittel gegen Durchfall ist die Morosche Möhrensuppe. Sie ist ganz einfach anzufertigen. Die Suppe kann auch eingefroren und somit der Hausapotheke zu Verfügung stehen. Benötigt werden hierfür:

 

  • 500g Karotten
  • 1 Liter Wasser
  • 1 TL Salz

 

Die Karotten werden geschält und klein geschnitten und in ein Liter kochendes Wasser gegeben. Das Ganze köchelt für anderthalb bis zwei Stunden. Anschließend wird die Suppe püriert und mit abgekochtem Wasser wieder auf einen Liter aufgefüllt. Salz zugeben, fertig.

Das lange Kochen der Karotten ist notwendig, damit sich bestimmte Zuckermoleküle, sogenannte Oligosaccharide, bilden. Diese können es Krankheitserregern erschweren, sich an die Darmwand anzuheften. Karotten enthalten zudem verschiedene Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe.

 

Der gute alte Kamillentee eignet sich bei akuten Magenbeschwerden, Fencheltee, wenn der Darm rumort. Eibischwurzeltee kann eine gute Unterstützung bei Schnupfen, Husten und Heiserkeit sein. Kalt, über Nacht angesetzt, ohne Aufkochen, bildet die Eibischwurzel Schleimstoffe, welche auch den Magen schützen können.

 

Aktivkohle wird häufig als Notfallmedikament bei Vergiftungen empfohlen. Die Kohle bindet viele Toxine (Gifte), ist jedoch nicht bei jeder Vergiftung das Mittel der Wahl. Sollte eine Vergiftung beim Hund vermutet werden, sollte vorab in der Tierklinik angerufen und nachgefragt werden, ob die Gabe von Aktivkohle als Erste-Hilfe-Maßnahme im speziellen Fall sinnvoll ist.

 

Mittel zur Zeckenprophylaxe, auf schulmedizinischer oder natürlicher Basis, sollten ebenfalls in keiner Hausapotheke fehlen.

 

Insbesondere auf Reisen bitte die regelmäßig benötigten Medikamente, zum Beispiel für Schilddrüse, Herz etc., nicht vergessen.

 

Empfehlenswert ist eine Notfallkarte mit den Telefonnummern des Tierarztes und der nächsten Tierklinik, sodass man im Fall der Fälle nicht lange suchen muss. Das gilt auch für den Urlaub.

Entspannter Tierarztbesuch

Die wenigsten Hunde sind bei Tierarztbesuchen entspannt. Für einige ist schon die Fahrt zur Praxis mit Stress verbunden. Im Wartezimmer treffen dann auf begrenztem Raum unterschiedliche Tiere aufeinander. Und das Schlimmste kommt erst noch: der Behandlungsraum. Da wohl kein Hund um den Besuch einer Tierarztpraxis herumkommt, gibt es hier ein paar hilfreiche Tipps, wie es für alle Beteiligten möglichst entspannt ablaufen kann.

 

Die Fahrt zur Praxis

 

Die meisten Tierhalter transportieren ihren Hund mit dem Auto zum Tierarzt. Für Hunde, die Angst vorm Autofahren haben oder unter einer Reisekrankheit leiden, beginnt die Autofahrt mit Jaulen, Hecheln oder gar Erbrechen. Kein guter Start für Hund und Frauchen beziehungsweise Herrchen. Haben Hunde generell Angst vorm Autofahren, sollten eine Hundetrainerin oder ein Hundetrainer frühzeitig beratend hinzugezogen werden. Über ein gezieltes Training kann der Hund an das Autofahren gewöhnt werden. Vor allem sollten Hundebesitzer mit ihrem Hund nicht nur ins Auto steigen, wenn ein Tierarzttermin ansteht. Denn dann verknüpfen Hunde das Autofahren stets mit etwas Unangenehmen. Stattdessen sollten Autofahrten häufiger an schöne Orte führen, zum Beispiel in den Wald oder auf eine Wiese, auf der ausgiebig gespielt wird.

 

Bei Vorliegen einer Reisekrankheit kann zunächst versucht werden, dem Hund mit natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln zu helfen. Auf keinen Fall dürfen Medikamente, die im Humanbereich bei Reisekrankheit eingesetzt werden, einfach dem Tier verabreicht werden. Wer unsicher ist, kann sich von einem erfahrenen Tierheilpraktiker oder Tierarzt beraten lassen.

 

Vor der Fahrt bitte immer einen Gassigang einplanen, bei dem der Hund sich lösen kann. Eine gewisse körperliche und seelische Auslastung kann vor einem Tierarztbesuch ebenfalls von Vorteil sein. Je nach Dauer der Fahrt (zum Beispiel in eine entferntere Tierklinik) kann eine Pause eingelegt werden. Insbesondere in der warmen Jahreszeit immer genügend frisches Wasser anbieten. Hitze an sich bedeutet für viele Hunde bereits Stress. Selbstverständlich sollte kein Hund bei hohen Temperaturen im Auto alleingelassen werden. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, legt den Tierarzttermin am besten so, dass er mit seinem Hund nicht während der Rushhour in Bus und Bahn unterwegs ist.

 

Zu Hause üben

 

Das Training für einen entspannten Tierarztbesuch setzt schon frühzeitig an, und zwar zu Hause, in der gewohnten Umgebung. Hier werden durch den Tierhalter bestimmte Situationen der Tierarztpraxis simuliert. Sei es das Anfassen der Tiere an bestimmten Stellen, das Öffnen des Mauls, die Begutachtung der Zähne, Pfote geben, einen Kragen oder Maulkorb anlegen, in die Ohren schauen usw.

 

Die Untersuchung zu Hause wird spielerisch und zunächst in kurzen Einheiten geübt. Zu Beginn zunächst die Lefze hochziehen oder in die Ohren schauen – und ausgiebiges Loben und Belohnen nicht vergessen. Lässt der Hund sich die „Untersuchung“ gefallen, können die Übungen erweitert werden, bis hin zum Krallen schneiden und Fieber messen, was für viele Hunde ein unliebsames Unterfangen ist.

 

Alles, was Tiere als nicht angsteinflößend bereits kennengelernt haben, wird ihnen in der Tierarztpraxis weniger oder keinen Stress bereiten. Unter Umständen lassen sich durch das so genannte Medical Training sogar Sedierungen vermeiden, beispielsweise, wenn ein Hund gelernt hat, ruhig liegen zu bleiben, zum Beispiel beim Röntgen, Ultraschall oder im Kernspintomografen. Natürlich lassen sich nicht alle Situationen einer Tierarztpraxis im Vorfeld simulieren.

 

Um das Medical Training zu perfektionieren, können sich Hundehalter das so genannte Clickertraining zunutze machen. Hier wird der Klick als positiver Verstärker eingesetzt. Der Clicker muss zuvor konditioniert werden. Zum Thema Clickertraining gibt es jede Menge Angebote von Hundeschulen und Literatur zum Nachlesen.

 

Wartezeit überstehen

 

Wenn die Möglichkeit besteht, für Behandlungen einen Termin zu vereinbaren, sollte diese Option genutzt werden. Gerade bei offenen Sprechstunden ergeben sich manchmal recht lange Wartezeiten. Lässt sich Wartezeit nicht vermeiden, sollte man sich mit seinem Hund möglichst weit weg von den restlichen Tieren und fremden Artgenossen setzen. Eine mitgebrachte, vertraut riechende, Decke oder das Lieblingsspielzeug bieten Ablenkung und beruhigen.

 

Wenn es nicht gerade regnet, stürmt oder schneit, warten auch einige Tierbesitzer mit ihren Lieblingen gern vor der Praxis. Hier ist nicht nur mehr Platz, auch die ungewohnten Gerüche nach Desinfektionsmittel und fremden Menschen und Tieren sind an der frischen Luft weniger intensiv. Wenn es die Zeit erlaubt, kann mit einem kurzen Spaziergang die Wartezeit überbrückt und Stress abgebaut werden. Zeigt der Hund auf dem Parkplatz vor der Praxis erste Stressanzeichen, können kleine Such- oder Apportierspiele für Ablenkung sorgen. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Stress noch nicht allzu groß ist. Hier bitte beachten, dass Leckerli dabei nur zum Einsatz kommen dürfen, wenn der Hund nicht nüchtern erscheinen soll. Steht eine Blutabnahme an, am besten vorher fragen, ob der Hund dafür nüchtern sein muss.

 

Sehr ängstliche Hunde fühlen sich oft im vertrauten Auto am sichersten und können zusammen mit Herrchen/Frauchen gegebenenfalls auch dort auf die Untersuchung warten.

 

Welpen mit der Praxis vertraut machen

 

Sehr junge Hunde vom Züchter sind erfahrungsgemäß zunächst wenig ängstlich. Zum einen leisten hier seriöse Züchter gute Vorarbeit, indem sie ihre Welpen auf möglichst viele Situationen vorbereiten, wozu auch das Autofahren und eventuell ein Tierarztbesuch gehören. Zum anderen nähern sich Hunde in diesem Alter ungewohnten Umständen meist noch ziemlich unbedarft und mit einer gesunden Portion Neugier. Mit zunehmendem Alter und häufigeren (negativen) Tierarzterfahrungen steigt in der Regel das Angstverhalten der Hunde.

 

Hunde aus dem Tierschutz begegnen neuen Situationen für gewöhnlich mit großer Skepsis. Der Grund ist eine fehlende Sozialisierung und Prägung auf Umweltreize im Welpenalter. Tierschutzhunde reagieren entsprechend unsicher und nervös.

 

So oder so bietet es sich an, mit seinem Hund zunächst zu harmlosen Kurzbesuchen ohne Behandlung in die Praxis zu kommen, um positive Erlebnisse zu manifestieren. Hundehalter können in ihrer Praxis nachfragen, ob das möglich ist.

 

Stress erkennen

 

Im Übrigen ist es immer von Vorteil, seinen eigenen Hund und seine Körpersprache „lesen“ zu können. So lassen sich frühzeitig erste Stressanzeichen erkennen. Eine eingezogene Rute, zittern und winseln erkennen fast alle Hundehalter als Angstsymptome. Es gibt jedoch viel subtilere Anzeichen von Stress, wie Gähnen, Hecheln, Maulschlecken oder häufiges Schütteln. Wie der Mensch auch, reagiert jeder Hund anders auf Stress. Während die einen laut werden und bellen, werden andere ganz still. Durch aufmerksames Beobachten des eigenen Hundes, kann jeder Halter sein Tier am besten kennenlernen und ihm zur Seite stehen. Wer Hilfe benötigt, findet bei Hundetrainern und Verhaltenstherapeuten kompetente Unterstützung.

 

Im Behandlungsraum

 

Im Behandlungsraum sollten Besitzer ihren Hund nicht sofort auf den Behandlungstisch heben. Wenn der Tierarzt noch nicht anwesend ist, können Hunde auf dem Boden bleiben und sich dort mit den Gerüchen vertraut machen. Einige Tierärzte untersuchen Hunde sogar auf dem Boden, um ihnen den zusätzlichen Stress auf dem Tisch zu ersparen.

 

Ist ein aggressives Verhalten bekannt, sollte der Tierarzt vorab informiert werden, um Vorsichtsmaßnahmen einzuleiten und Verletzungen zu vermeiden. Wurde der Hund bereits an das Tragen eines Maulkorbs gewöhnt, wird ihm das in dieser Situation zugutekommen, weil es keinen zusätzlichen Stress auslöst.

 

In den meisten Tierarztpraxen ist es üblich, dass nach der Behandlung ein Leckerli angeboten wird. So wird eine positive Verknüpfung mit dem Besuch beim Tierarzt hergestellt. Wer einen Hund mit Futtermittelunverträglichkeiten hat, kann dem Tierarzt geeignete Leckerli mitbringen und bereitlegen, damit sein Hund nicht auf die verdiente Belohnung verzichten muss.

 

Selbst Ruhe bewahren

 

Auch wenn viele Tierhalter bei Tierarztbesuchen ebenfalls aufgeregt sind, sollten sie versuchen, sich ihre Aufregung nicht anmerken zu lassen und stattdessen Gelassenheit ausstrahlen. Statt unsere Nervosität oder Sorge auf unseren Hund zu übertragen, sollten wir selbst lernen, souverän mit Stresssituationen umzugehen. Das gilt nicht nur für die Zeit in der Praxis, sondern bereits für die Anreise und die Wartezeit. Wenn der Tierhalter Ruhe und Zuversicht ausstrahlt, wird der Hund den Besuch beim Tierarzt in einer positiveren Grundstimmung über sich ergehen lassen.

 

Den richtigen Tierarzt finden

 

Wenn unser Tier krank ist, möchten wir es selbstverständlich in guten Händen wissen. Ebenso wie für uns selbst, wählen wir natürlich möglichst kompetente Ärzte. Aber nicht nur die Kompetenz ist wichtig, auch die Sympathie spielt eine entscheidende Rolle. Vertrauen wir dem Tierarzt nicht und fühlen uns in der Praxis nicht wohl, wird unser Hund dies bemerken. Die Sympathie zwischen allen Beteiligten ist wichtig, damit unser Hund überhaupt eine Chance auf Entspannung hat. Sowohl Mensch als auch Tier müssen sich in der Tierarztpraxis gut aufgehoben fühlen.

 

Nach dem Besuch

 

Die meisten Hunde benötigen nach dem Tierarztbesuch Ruhe. Nicht nur Welpen sind nach der Aufregung erschöpft. Am besten geht es direkt nach Hause, wo der Hund sich zurückziehen und ausruhen kann, sofern er das möchte. Ungünstig ist es, Tierarztbesuche zeitlich unmittelbar vor Trainingsstunden in der Hundeschule oder andere für ihn anstrengende Aktivitäten zu legen.

Hunde an Silvester unterstützen

Was für uns den erfolgreichen Start in ein neues Jahr bedeutet, kann bei Tieren große Ängste schüren und Panikattacken auslösen. Insbesondere für geräuschempfindliche Hunde stellt Silvester eine ausgesprochen belastende Zeit dar. Im Gegensatz zum normalen Feuerwerk, welches nach maximal einer Stunde überstanden ist, zieht sich an Silvester der Stress für Hunde über mehrere Tage hin. Mit Beginn des Feuerwerksverkaufs bis in den Neujahrstag hinein und bisweilen darüber hinaus, stehen unseren Hunden mehrere herausfordernde Tage bevor.

Hunde zeigen in dieser Zeit unterschiedliche Verhaltensweisen. Manche ziehen sich an vermeintlich sichere Orte zurück oder suchen die körperliche Nähe zum Besitzer. Andere sind unruhig und bellen viel. Manche Hunde zittern, hecheln, speicheln, winseln oder jaulen. Stress kann sogar dazu führen, dass der Hund sich erbricht, Durchfall bekommt und unsauber wird, das heißt, dass er aus Angst Urin und Kot in der Wohnung/im Haus absetzt. Ganz gleich, wie ein Hund sein Unbehagen zeigt, wir als Halter können und sollten ihn bestmöglich schützen und unterstützen.

Der letzte Gassigang des Tages sollte möglichst vor Einbruch der Dunkelheit erfolgen. Zum einen geht der größte Krach erst später los, zum anderen sind Raketen & Co. in der Dunkelheit stärker zu sehen und können umso beängstigender wirken. Als Hundebesitzer sieht man im Dunkeln zudem schlechter, was der Hund aufnimmt. Die oft schwefelhaltigen Inhaltsstoffe von Böllern können verschluckt dazu führen, dass der Silvesterabend in der Notaufnahme der Tierklinik endet. Wichtig ist auch: Egal, wie gut der eigene Hund hört, an Silvester (und den Tagen davor und danach) gehört der Hund gut gesichert an die Leine.

Viele Tierhalter machen sich schon vor Silvester Sorgen, weil sie nicht wissen, wie gut ihr Tier diese Zeit überstehen wird. Wichtig: Cool down. Hunde orientieren sich an uns. Es hilft ihnen nicht, wenn wir selbst ein Nervenbündel sind – im Gegenteil. Eine Ruhe und Gelassenheit ausstrahlende Bezugsperson kann hingegen helfen, die Ängste des Hundes zu reduzieren. Aber wie ist das mit dem Trösten – darf man oder lieber nicht? Stimmt es, dass Hunde dann in ihrer Angst bestärkt werden? Also lieber ignorieren? Einen ängstlichen Hund sollte niemand im Stich lassen. Zwar sollten Hunde in dieser Situation nicht bemitleidet und betüddelt werden, jedoch dürfen und sollten (!) wir als Halter für unseren Vierbeiner da sein. Das ist auch schon alles: da sein, der berühmte Fels in der Brandung. Wenn ein Hund körperliche Nähe und Schutz sucht, darf er sich hinter uns verstecken, an uns Sicherheit finden und auch unsere Hand ruhig auf seinem Rücken oder am Brustkorb spüren, wenn ihn das entspannt. Maßvolle körperliche Zuwendung lindert Stress und vermittelt Schutz und Geborgenheit, immer vorausgesetzt, unser Hund möchte das.

Manche Hunde wollen sich lieber zurückziehen. Wenn der Hund sich ein Versteck gesucht hat, sollte er nach Möglichkeit dort bleiben dürfen. Beliebte Rückzugsorte sind Badezimmer oder Keller, bevorzugt Räume ohne Fenster, um maximal vor Geräuschen und optischen Reizen geschützt zu sein. Heruntergelassene Rollläden schirmen ebenfalls ab. Beruhigende Musik oder ein laufender Fernseher können die Außengeräusche zumindest etwas übertönen. Auf YouTube finden sich mehrstündige Videos mit Entspannungsmusik speziell für Hunde. Eine große Hundebox, mit dicken Decken abgehängt und weich gepolstert, wird gern zum sicheren Rückzugsort auserkoren. Der Aufenthalt an diesem sicheren Ort kann im Vorfeld zusätzlich konditioniert werden.

Einigen Hunden hilft zudem sensorisches Feedback in Form einer Weste (ThunderShirt), die eng am Körper des Hundes anliegt. Der sanfte, konstante Druck auf die Haut kann die Ausschüttung von Oxytocin zur Folge haben. Oxytocin ist einer der wichtigsten Gegenspieler des Stresshormons Cortisol. Das ThunderShirt, alternativ ein enges T-Shirt, hat auf diese Weise einen beruhigenden Effekt auf viele Hunde. Die Methode ist dieselbe wie beim Pucken von Säuglingen.

Wer die Tellington-TTouch-Methode beherrscht, kann seinen Hund mit gezielten Handgriffen beruhigen. Hier gibt es Seminare und Workshops speziell zum Thema Silvesterangst.

Eine weitere Entspannungsmethode ist die Aromatherapie mittels ätherischer Öle. Es steht eine große Anzahl angstlösend und beruhigend wirksamer ätherischer Öle zur Verfügung. Bewährt hat sich eine Verdampfung von einigen Tropfen Lavendelöl in Wasser mittels eines Aromadiffusors. Ätherische Öle dürfen niemals pur auf das Tier aufgebracht werden.

Bachblüten können ebenfalls helfen, Ängste zu lindern. Fast immer kommen Mischungen aus mehreren Blüten zum Einsatz. Am bekanntesten ist die Rescue-Bachblütenmischung, die zur Stabilisierung der Psyche in Notfall- und Stresssituationen – für viele Hunde ist Silvester Stress – zur Anwendung kommt. Die fünf Blüten der „Notfall-Mischung“ decken nicht alle Angst-Situationen ab und zeigen deshalb nicht immer den gewünschten Erfolg. Bei der Zuordnung der Blüten kommt es auf den Charakter des Hundes und seine individuelle Reaktion an Silvester an. Versteckt er sich an vermeintlich sicheren Orten? Hat er grundsätzlich ein ängstliches Naturell, ist schreckhaft und bleibt nicht gerne allein? Steht er seit dem ersten Böller unter dauernder Anspannung, wirkt abwesend, ist schlecht ansprechbar und unkonzentriert? Wird es mit jedem Silvester schlimmer? Jede Konstellation verlangt nach einer anderen Blüte. An Silvester hat sich eine Kombination aus der Rescue-Mischung zusammen mit den Blüten Aspen, Mimulus, White Chestnut und Gentian bei vielen Hunden bewährt und ist einen Versuch wert.

Bei einigen Hunden reichen alle genannten Maßnahmen und Entspannungstechniken nicht aus. Hier können Beruhigungsmittel pflanzlicher oder chemischer Art zum Einsatz kommen. Pflanzliche Mittel haben meist keine Nebenwirkungen und machen nicht abhängig. Es gibt Pflanzen mit angstlösender, stimmungsaufhellender, beruhigender und muskelentspannender Wirkung. Sie können also eine echte Alternative zu schulmedizinischen Medikamenten sein, WENN frühzeitig mit der Gabe begonnen wird. Pflanzliche Mittel wirken nämlich leider nicht kurzfristig. Die maximale Wirkung tritt meist erst nach mehrmaliger Gabe ein. Baldrian wirkt angst- und krampflösend sowie muskelentspannend. Hafer wirkt stressabbauend, Hopfen beruhigend und krampflösend, Johanniskraut stimmungsaufhellend und beruhigend. Lavendelblüten funktionieren nicht nur äußerlich in Form der genannten Aromatherapie, sondern auch als innerliche Gabe. Melisse beruhigt und löst (Magen-)krämpfe, Passionsblume gilt als angstlösend, beruhigend und entspannend. Die genannten Mittel sind als Tinktur oder als getrocknetes Kraut erhältlich. Es gibt auch fertige Kräutermischungen für Hunde, die mehrere der genannten Heilpflanzen enthalten.

Schulmedizinisch gibt es stark angstlösende Psychopharmaka. Sie bergen allerdings die Gefahr einer Abhängigkeit und eignen sich nur für den kurzzeitigen Einsatz. Zum Teil können diese Angstlöser bei Hunden auch paradoxe Reaktionen auslösen. Hier sollte zusammen mit dem Tierarzt/der Tierärztin genau abgewogen werden, inwiefern der Einsatz Sinn macht.

In Foren und auf Ratgeberseiten im Internet wird zum Teil geraten, Hunden an Silvester Eierlikör zu verabreichen. Hier gilt der Grundsatz: Die Dosis macht das Gift. Zwar können Hunde, in Abhängigkeit ihres Körpergewichts, geringe Mengen Alkohol verstoffwechseln, wer keine Alkoholvergiftung riskieren möchte, sollte es jedoch besser sein lassen.

Wer seinen geräuschempfindlichen Hund langfristig von seinen Ängsten befreien möchte, kann mit speziellen Geräusch-CDs eine Desensibilisierung angehen. Durch die schrittweise Gewöhnung an Feuerwerkslärm, gekoppelt an positive Reize, kann der Hund mit den Problemgeräuschen vertraut gemacht werden. Das Training braucht Zeit, weshalb nicht erst kurz vor Silvester damit begonnen werden sollte. Während das angstauslösende Geräusch anfangs nur leise für wenige Minuten abgespielt wird, kann die Dauer und Lautstärke nach und nach gesteigert werden, sofern der Hund keine oder nur geringe Stressanzeichen zeigt. Ruhiges, entspanntes Verhalten wird mit Leckerli oder Spielen belohnt. Wird das Geräusch zu Hause toleriert, muss es an anderen Orten trainiert werden.

Wem die genannten Tipps nicht reichen, kann sich im Vorfeld erkundigen, an welchem Ort es ruhiger ist. In manchen Naturschutzgebieten oder Nationalparks gilt ein offizielles Feuerwerksverbot, zum Beispiel im Harz, der Lüneburger Heide oder im Bayrischen Wald. An der Nordsee gibt es komplett feuerwerksfreie Inseln, wie Amrum. Fast überall an der Ost- und Nordsee-Küste, wo viele Reetdachhäuser stehen, bestehen Feuerwerksverbote.

Wer nur für ein paar Stunden flüchten kann oder will, um seinen Hund vor Raketen und Böllern abzuschirmen: Silvester auf der Autobahn ist nicht gemütlich, aber in der Regel ruhig.

Gefahren in der Weihnachtszeit

Weihnachten ist für viele Menschen die schönste Zeit im Jahr. Die besinnlichen Wochen beginnen bereits mit dem ersten Advent. Weihnachtsmärkte, Shopping, Plätzchen backen, Besuch von Freunden und Familie – in diesem vorweihnachtlichen Tohuwabohu sind unsere Hunde oft mittendrin. Für vierbeinige Vertreter, die zu Nervosität und Unruhe neigen, kann diese Zeit ganz schön stressig werden. Zudem bringen die Festtage Gefahren mit sich, die sich jedoch mit einigen Vorsichtsmaßnahmen gut umgehen lassen. Schließlich möchte wohl jeder, dass es Hund wie Mensch gut geht und man die gemeinsame Zeit zusammen genießen kann. Mit den folgenden Tipps kann diese besondere Zeit im Dezember entspannt angegangen werden.

 

Kerzen, Teelichter und Stövchen – zur dunklen Jahreszeit gehört flackerndes Kerzenlicht einfach dazu. Auch wenn die meisten Hunde eine gesunde Portion Respekt vor heißen Flammen haben, sollten Kerzen niemals in Reichweite von Hunden aufgestellt werden und nicht brennen, wenn der Hund unbeaufsichtigt im Raum ist. Möglicherweise ist der Adventskranz auf dem Tisch doch spannender als wir dachten. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann statt echter Kerzen auf LED-Kerzen zurückgreifen. Ist es doch passiert und der Hund hat sich verbrannt, heißt es zunächst: kühlen, kühlen, kühlen. Frisches fließendes Wasser (nicht eiskalt) für einige Minuten über die verletzte Stelle laufen lassen wirkt schmerzlindernd. Bitte keine Salben, Hausmittel o.ä. auf die Wunde aufbringen! Bei großflächigen Wunden oder wenn es neben einer Hautrötung zu starken Schmerzen und Brandblasen kommt, sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

 

Auch elektrische Lichterketten sind leider nicht ganz ungefährlich. Diese am besten so anbringen, dass sich kein Hund verheddern und strangulieren oder daran knabbern kann. Gerade junge Hunde nehmen aus Neugier viel ins Maul und kauen darauf herum. Im schlimmsten Fall kann es zu einem elektrischen Schlag kommen, der lebensgefährlich sein kann.

 

Kordeln und Bänder bergen nicht nur die Gefahr einer Strangulation, sondern können beim Verschlucken zu einem gefährlichen Darmverschluss beim Hund führen. Letzteres gilt auch für verschlucktes Lametta. Bei Einschnürungen, zum Beispiel der Zunge oder das Fangs, sollte versucht werden, den Fremdkörper vorsichtig zu durchtrennen. Ragen Schnüre jedoch aus dem After heraus, bitte niemals daran ziehen, sondern umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

 

Duftkerzen, Räuchermännchen und ätherische Öle – Düfte sind für empfindliche Hundenasen nicht immer so angenehm wie für uns Menschen und können beim Einatmen u.a. Schleimhautreizungen hervorrufen. Am besten lässt man den Hunden die Wahl, ob sie sich im „bedufteten“ Raum aufhalten oder sich dem Geruch entziehen möchten. Bei Verzehr drohen schmerzhafte Magen-Darm-Beschwerden.

 

Schneespray, Dekoration und Glaskugeln sind hübsch anzusehen, können aber leider ebenfalls zur Gefahr für Hunde werden. Der beliebte Sprühschnee an Fenstern kann bei Hunden zu Atemnot, bei Verzehr zu Vergiftungen führen. Verschluckte Kleinteile, zum Beispiel Krippenfiguren, verursachen im schlimmsten Fall einen Darmverschluss. Auch vermeintlich natürliche Dekoartikel wie Trockengewürze, Moose, Orangenscheiben etc. sind oft chemisch behandelt und lösen manchmal allergische Reaktionen bei Tieren aus. Linsen‐ bis Zwei‐Euro‐Stück große quaddelige Hautschwellungen am ganzen Körper und sogar Atemnot können die Folge sein. Baumschmuck aus Glas stellt dann ein Verletzungsrisiko dar, wenn Christbaumkugeln zerbrechen und zu Schnittwunden an den Pfoten führen. Ein neugieriger Hund, ein schwanzwedelnder Hund, schon ist es passiert und die Kugel fällt herunter. Schnittwunden an den Pfoten oder sogar im Maul sind schmerzhaft und nicht ungefährlich. Für die Wundversorgung sollte die Blutung gestoppt werden, die Wunde mit klarem Wasser gesäubert und das Fell an der Pfote gegebenenfalls vorsichtig zurückgeschnitten werden. Wer Desinfektionsspray im Haus hat, kann die Wunde damit desinfizieren. Der Hund sollte bald einem Tierarzt vorgestellt werden. Selbst bei kleineren Schnittverletzungen ist die Infektionsgefahr an den Pfoten nämlich sehr hoch. Mit Christbaumdekoration aus Stroh, Holz oder anderen bruchsicheren Materialien ist man als Hundebesitzer auf der sicheren Seite.

 

Weihnachtsstern, Mistelzweig und Christrosen – diese Pflanzen gehören für viele Menschen zur Weihnachtszeit dazu. Hundebesitzer sollten vorsichtig sein, denn leider sind diese zur Weihnachtszeit beliebten Pflanzen für Hunde giftig. Vergiftungserscheinungen wie Durchfall und Krämpfe, bis hin zu Kreislaufschwäche oder Atemnot können nach der Aufnahme auftreten und einen Tierarztbesuch notwendig machen.

 

Eine immer wieder unterschätzte Gefahr ist Schokolade. Die süße Nascherei, die Herrchen und Frauchen zum Schlemmen verführt und höchstens Karies oder ein paar zusätzliche Pfunde beschert, kann Hunden tatsächlich zum lebensbedrohlichen Verhängnis werden. Der für Hunde giftige Wirkstoff ist das im Kakao enthaltene Theobromin. Hunde sind, im Gegensatz zum Menschen, nur schlecht in der Lage, diesen Stoff in einem ausreichend kurzen Zeitraum abzubauen. Ob es zu Vergiftungssymptomen kommt, hängt neben dem Gewicht des Hundes von der Schokoladensorte und damit dem Theobromingehalt ab. Je dunkler die Schokolade, also je höher der Kakaoanteil, desto höher ist der Theobromingehalt und desto niedriger die tolerierbare Menge an Schokolade. Konkret: Während Milchschokolade ca. 2 Milligramm Theobromin pro Gramm Schokolade enthält, sind es bei Bitterschokolade schon 6–9 mg/g. Leichte Vergiftungssymptome wie Durchfall oder Erbrechen treten beim Hund ab 20 mg/kg auf. Schwere und teils lebensbedrohliche Vergiftungserscheinungen können ab einer Menge von 40 mg/kg in Erscheinung treten. Eine akute Vergiftung zeigt sich wenige Stunden nach der Aufnahme von Schokolade durch Unruhe, Krampfanfällen und Herzrhythmusstörungen.

 

Wer beobachtet hat, dass sein Hund bedenkliche Mengen Schokolade gefressen hat, sollte einen Tierarzt aufsuchen, bevor Symptome auftreten. Wer nicht selbst rechnen möchte, sucht sich im Internet einen der kostenlosen Rechner, mit denen anhand des Gewichts des Hundes und der aufgenommenen Schokoladenmenge und -sorte eine Risikoabschätzung vorgenommen werden kann. Besser ist es jedoch, schon im Vorfeld Süßigkeiten wie Schokolade so aufzubewahren, dass Hunde sie nicht erreichen können. Das gilt auch, wenn Hunde bisher kein Interesse an Schokolade gezeigt haben!

 

Vorsicht auch bei Kuchen und Gebäck, welches mit dem Süßstoff Xylit (Birkenzucker) zubereitet wurde. Erbrechen, Krampfanfälle bis hin zum Kreislaufversagen sind möglich. Die allseits beliebte Stolle enthält darüber hinaus Rosinen, deren Aufnahme ab einer bestimmten Menge bei Hunden ebenfalls zu Erbrechen, Durchfall, Zittern und Krämpfen führen kann.

 

Und dann wäre da noch der traditionelle Gänse- oder Truthahnbraten. Geflügelknochen können im gekochten Zustand leicht splittern und stellen damit eine ernste Verletzungsgefahr für den Verdauungstrakt unserer Hunde dar. Ein hundesicherer Mülleimer schützt ehrgeizige Schnüffler vor seinen gefährlichen Gelüsten.

 

Wer die genannten Gefahren im Blick hat und vorsorgt, kann die Adventszeit und das Weihnachtsfest mit seinem Hund ganz entspannt genießen.

 

Fit durch den Herbst

Wenn die Natur ihr farbenprächtiges Blätterspiel beginnt, heißt es für die meisten Hunde: aufatmen. Auch wenn wir im Oktober noch erstaunlich warme Tage genießen konnten, die Hitze des Sommers ist endgültig vorbei. Die Temperaturen erlauben Toben im Freien zu jeder Tageszeit und ausgiebige Spaziergänge. Allerdings beginnt jetzt auch eine wechselhafte Jahreszeit, bei der sich der Herbst von seiner ungemütlichen Seite zeigen kann. Dreckige Pfoten und nasses Fell gehören ebenso zur Tagesordnung wie frühzeitig einsetzende Dunkelheit. Wie ihr mit eurem Hund gesund durch den Herbst kommt, verraten wir euch hier.

 

Haut-, Fell- und Pfotenpflege

Auch wenn unsere Hunde nicht mehr in der freien Natur leben, wechseln die meisten Hunde ihr Fell zweimal im Jahr periodisch an die Jahreszeit angepasst. In Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit wird die wärmende Unterwolle des Hundes im Herbst dichter, das luftige Sommerfell wird abgeworfen und gegen einen dickeren Winterpelz getauscht. Da unsere Vierbeiner keinen Kalender lesen können, hängt der Zeitpunkt des Fellwechsels von der Tageslichtlänge, den Temperaturen, aber auch den Hormonen ab. Der Fellwechsel ist ein natürlicher Vorgang, den wir allerdings unterstützen können – insbesondere, wenn es zu Störungen wie Juckreiz und stumpfem oder schuppigem Fell kommt.

 

Während des Fellwechsels steigt der Bedarf an hochwertigem Eiweiß. Qualitativ hochwertiges Futter ist jetzt besonders wichtig. Als Nahrungsergänzung eignet sich insbesondere Bierhefe. Sie enthält viele B-Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe. Omega-3-Fettsäuren in Form von Leinöl oder einem guten Fischöl verhelfen ebenfalls zu einem schönen Fell. Aber Vorsicht: Zu viel Öl kann zu Durchfall führen. Ein Hund von 20–25kg erhält ca. 1 TL pro Tag.

 

Tägliches Bürsten des Fells reduziert nicht nur das Haaren in der Wohnung. Es entfernt lose Haare, löst Verknotungen und Verfilzungen und regt die Durchblutung an. Die täglichen Bürsteneinheiten tun zudem Hund und Halter gut und festigen die soziale Bindung.

 

Hundepfoten sollten nach jedem Spaziergang darauf kontrolliert werden, ob sich keine Dornen, Stacheln oder sonstige kleine Fremdkörper festgesetzt haben. Bei dieser Gelegenheit können die Zehenzwischenräume auf einen Herbstgrasmilbenbefall kontrolliert werden, insbesondere wenn der Hund vermehrt an den Pfoten knabbert. Die Larven sind mit bloßem Auge als orangefarbene Pünktchen zu erkennen. Die Milben selbst sind nicht gefährlich, lösen allerdings einen unangenehmen Juckreiz aus, infolgedessen sich durch das Kratzen Infektionen bilden können. Es empfiehlt sich grundsätzlich, langes Fell unter den Pfoten vorsichtig zu kürzen. Der Wechsel zwischen trockener Heizungsluft und nasskalter Witterung kann die Ballen rissig werden lassen. Ein natürlicher Pfotenbalsam, zum Beispiel mit Bienenwachs, kann hier Abhilfe schaffen.

 

Durch häufiges Baden kann der natürliche Säureschutzmantel, der die empfindliche Haut vor Kälte und Nässe schützt, in Mitleidenschaft gezogen werden. Wird das natürliche Schutzschild der Haut angegriffen, kann diese trocken und rissig und somit anfällig für Entzündungen und Infektionen werden.

 

Gefahren im Herbst

Kastanien, Eicheln, Pilze und Beeren – was wir Menschen am Herbst lieben, kann für Hunde unschön enden. Schnell sind die Waldfrüchte und Pilze im Hundemaul verschwunden.  Größere Mengen führen zu Verdauungsstörungen oder sogar Vergiftungen. Erbrechen und Durchfall können die Folge sein. Spätestens wenn Symptome wie Speicheln, Zittern oder Krämpfe auftreten, sollte dringend ein Tierarzt/eine Tierklinik aufgesucht werden. Aber auch vermeintlich ungiftige „Snacks“ führen mitunter zu Verletzungen in Maul oder Speiseröhre oder zu einem Darmverschluss.

 

Hundertprozentig lässt sich die Aufnahme von unerwünschten Dingen wohl nicht vermeiden, egal wie aufmerksam ihr als Hundehalter seid. Mit kleinen Spielen oder Trainingseinheiten lässt sich der Hund jedoch gezielt beschäftigen und die Gefahr, dass er aus Langeweile etwas frisst, sinkt. Ein paar Anregungen dazu, findet ihr im Blogbeitrag „Käsebaum und Baumstamm-Sidesteps“. (LINK)

 

Insbesondere auf Parkplätzen und vor Garagen sollten Hunde nichts von der Straße schlecken und aus Pfützen trinken. Der Grund: In der kälteren Jahreszeit befinden sich vermehrt Frostschutzrückstände aus Autos auf der Straße. In den meisten Frostschutzmitteln ist Ethylenglykol enthalten. Es schmeckt süßlich und wird deshalb von manchen Hunden aufgeleckt. Leider können schon kleinste Mengen zu einer gefährlichen Vergiftung mit Nierenversagen führen. Bei dem Verdacht, dass Frostschutzmittel aufgenommen wurde, bitte unmittelbar (!) einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

 

Zum Herbst gehört es auch, dass die Tage immer kürzer werden und es unvermeidlich ist, sich mit seinem Hund in der Dunkelheit draußen aufzuhalten. Jetzt ist es besonders wichtig, Hunde gut sichtbar zu machen. Ein reflektierendes Brustgeschirr oder eine Weste lassen euren Hund für Autofahrer, Fahrradfahrer und andere Spaziergänger besser erkennen. Bunte Leuchthalsbänder und -anhänger sind ebenfalls nützlich. Das Handy bleibt ausnahmsweise besser in der Tasche – seid aufmerksam und vorausschauend und vergesst nicht, euch selbst zu schützen mit reflektierender Kleidung, Stirn- oder Taschenlampe.

 

Während der Dämmerung sind zudem viele Wildtiere aktiv, die zu unvorhergesehenen Reaktionen – nicht nur des jagenden Hundes – führen können. Lasst euren Hund im Zweifel besser an der Leine.